Saddle Creek

2002 brachte Connor Oberst und seine Truppe die Weihnachtsplatte „A Christmas Album“ heraus. Es ist schwer, über die Bright Eyes zu schreiben, ohne das Adjektiv „weinerlich“ zu verwenden. Aber versuchen wir es einmal:

Der Erlös aus „A Christmas Album“ wurde, wie es sich für ein vernünftiges Festtagsalbum gehört, an eine wohltätige Organisation gespendet, nämlich an das „Nebraska AIDS Project“. Auf der Platte werden einige Weihnachtslieder aus dem 19. Jahrhundert interpretiert wie „Away In A Manger“, „God Rest Ye Merry Gentlemen“ oder „Oh Little Town Of Bethlehem“, sowie einige Klassiker aus dem 20. Jahrhundert, darunter „White Christmas“, „Have Yourself A Merry Little Christmas“ und „Blue Christmas“.

Der Song „Blue Christmas“ ist derjenige auf dem ganzen Album, der noch am ehesten Schwung besitzt, vermutlich, weil er aus der Country-Szene stammt. Doye O’Dell interpretierte diesen Song in den späten 40er-Jahren das erste Mal. Auch Elvis Presley gab „Blue Christmas“ zum Besten, wodurch die Nummer einen festen Platz im Rock’n’Roll Weihnachtshimmel erhielt. 1964 veröffentlichten The Beach Boys ihre Version des Weihnachtsliedes. Alle diese Interpretationen sind um Welten zugänglicher als das Arrangement der Bright Eyes. Wer jedoch die Besinnlichkeit sehr ernst nimmt oder in der Adventzeit trauert, ist mit „A Christmas Album“ gut beraten. Auch als Einschlafhilfe funktioniert die Platte super: Connor Obersts Stimme ist wirkungsvoller als ein Glas warme Milch.

Ach ja, falls ihr darauf geachtet habt, das Wort „weinerlich“ wurde nicht verwendet.

Tracklist:

  1. Away In A Manger
  2. Blue Christmas
  3. Oh Little Town Of Bethlehem
  4. God Rest Ye Merry Gentlemen
  5. The First Noël
  6. Little Drummer Boy
  7. White Christmas
  8. Silent Night
  9. Silver Bells
  10. Have Yourself A Merry Little Christmas
  11. The Night Before Christmas

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