eine Kurzgeschichte von Natascha Bergvolk

Urlaub – ich habe Zeit. Zeit zum Schreiben, mein schönstes Hobby.
Peter sitzt in seinem Zimmer am PC und schaut, was sich da so als nächstes Thema anbietet.Zufällig ist an der Seite als Werbung ein Wettbewerb aufgetaucht. Dass macht ihn neugierig.
Er beschließt die Seiten mit dem Wettbewerb zu suchen. Vielleicht könnte er tatsächlich so eine kleine Geschichte schreiben. Einfach einmal sehen, was die für Auflagen haben. Und wer weiß, vielleicht steckt da ja ein Verlag dahinter. Ganz sicher denn was will eine Musikzeitschrift mit Geschichten? Die brauchen Journalisten und keine Autoren.
Die Seite ist gefunden. Die Geschichte sollte sich mit music- news
auseinander setzen. Ein literarischer Wettbewerb mit der Vergabe des MN Literaturpreises für das Jahr 2015. Ließt sich interessant.
Doch er, der Peter aus dem kleinen Dörfchen Streuwiesen, er der nichts zu bieten hat als Worte, geschriebene Worte. Sicher seine Worte haben Gewicht. Sie sind für den Leser, der sich auf ihn, auf Peter einlässt eine Bereicherung des Alltags. Aber hier geht es um einen Wettbewerb. Dafür hat er ganz bestimmt nicht den passenden Namen. Und seine Geldbörse ist wohl auch zu klein.
Doch, anderer Seit`s, wenn die schon so einen Aufruf machen, vielleicht will die Redaktion neue Autoren finden? Neues Gedankengut, neue Geschichten, warum nicht aus Streuwiesen ein unbedeutender Künstler aus einem kleinen Dorf. Er fragt sich – bin ich Künstler? Bin ich Autor? Auch wenn sich meine Bücher nur wenig verkaufen?

Was soll ich über Musik schreiben? Was wollen die Lesen? Kann ich eine Jury überhaupt begeistern? Oder lesen doch eher Menschen meine Bücher die keinen ganz so hohen Horizont haben? Oder sich einfach berieseln lassen vom geschriebenen Wort?

Gut,überlegt der Mann, entweder mache ich bei dem Wettbewerb mit, dann werde ich mich mit der Materie auseinander setzen, egal ob es eine Jury oder Jemand anderes ließt. Oder aber ich lasse es. Dann muss ich mir auch keinerlei Gedanken machen, wie viel Grips meine Leser unter der Schädeldecke haben, oder auch nicht. Irgendwann wird ein Buch, dass von mir geschrieben ist,Beachtung finden. Irgend wann wird mich ein Verlag fordern und fördern. Dann werden Menschen wissen wer „Peter Wenninger“ ist. Oder soll ich mir ein Pseudonym zulegen? Aber erst muss ich was Schreiben…
Und warum soll es nicht durch eine Musikzeitung mit dem interessanten Namen „Music MN News“ ein online Musicmagazin passieren, dass mich alle Welt kennt?
Langsam wird Peter nervös. In seinem Kopf jagen Gedanken, es ist als ob Jemand zu ihm sagt:
„Peter erst einmal solltest du die Einladungen für das Klassentreffen machen und sie verteilen,oder zu Erika bringen. Dann wirst du dir den Musikverlag genauer anschauen. Vielleicht lässt sich ja aus den Reportagen eine Geschichte schreiben…langsam…Eines nach dem anderen.“

Er verfasst 15 Einladungskarten. Dabei überlegt er, wie er seine Kurzgeschichte gestalten könnte. Musikgeschichte…Literarischer Kurzgeschichten Wettbewerb . Herausgegeben von music.news.at. MN Literaturpreis für 2015…keine Chance…will ich mich blamieren? Nein – aber ich werde es versuchen. Die Zeitschrift ist interessant. Und doch diese Art Musik die da beschrieben steht, ist ganz und gar nicht meine Welt. Anderer Seit`s, die Namen der Journalisten. Ja die sind auf alle Fälle bekannter, wie mein Name, obwohl ich schon zwei Bücher geschrieben habe. Und die Stars und Sternchen über die geschrieben wird, kämpfen auf ihre Art mit und um den Erfolg.

Wie viel einfacher habe ich es doch. Mein Beruf bringt Geld und ich liebe das Schrauben an den Autos. KFZ Mechatroniker hört sich auch gut an. Morgens beginnt die Arbeit täglich um dieselbe Zeit und Abends habe ich immer meinen wohlverdienten Feierabend. Da habe ich dann Zeit zum Schreiben…Schicksale, so wie man sie täglich erlebt sind meine Themen.
Die Künstler aber, die in dieser Zeitschrift zu finden sind, wissen nicht automatisch was am Ersten eines Monats auf ihrem Kontoauszug steht. Müssen die Bangen? Um das Überleben kämpfen?
Sicher nicht, wenn die erst einmal hier in der Zeitschrift stehen, dann haben sie bestimmt genügend Auftritte. Und die meisten bekommen ja für einen Auftritt mehr als ich im Monat verdiene. Zumindest habe ich so etwas gehört. Dass ist dann aber auch sehr ungewiss oder? Trotzdem, ständig unterwegs, immer im Hotel, zu Hause nur Gast – ach nein, da macht doch das ganze Geld keinen Spaß, oder?

Peter beißt sich langsam durch die Zeitschrift.Ein „Reggae Hütten Abend“ auf einer Alm. Was es nicht alles gibt.? Marschieren die Menschen zu Fuß in die Berge, nur um ausgelassen zu feiern? Ach was, gibt doch heute überall sogar in den Alpen schon betonierte Straßen. Ganz ehrlich – Reggae Musik – ja dass würde ich mir auch anhören…klingt gut.Jeder kann da zum Gelingen beitragen.Was hätte ich da zu bieten? Hört sich nicht schlecht an. Könnte man mal sehen, ob es so etwas auch hier gibt, nicht nur dort im steirischen Ausland.
Ja wie jetzt, ich bin hier in Deutschland, im schönen Hessen. Kann ich da überhaupt mitmachen? Oder bin ich sowieso ausgeschieden, zwecks ausländischen Blickwinkel. So ein Mist,ich spreche deutsch, die dort in der Steiermark doch auch, oder? . Wenn ich das lese, was in dieser Musikzeitschrift steht, liest sich das nicht anders, wie bei uns auch. Nur weil da irgendwo eine Grenze verläuft, die ja gar nicht mehr kontrolliert wird, sind die Menschen doch nicht anders, oder? Man müsste sich das Land mal genauer anschauen, wäre eine Urlaubsreise wert.

2.)Träumen darf man doch – oder?

Vielleicht gewinne ich ja hier den Kurzgeschichte Wettbewerb von
„Musik MN News“, warum auch nicht, so schlecht bin ich doch gar nicht. Ja aber die Juroren… ob die das auch so sehen? Erst muss ich mir was überlegen, nämlich was soll man bei so einem Musikschreibwettbewerb schreiben? Ich bin Autor, kein Journalist, schon vergessen?
So schwer kann dass doch gar nicht sein. Es sollen ohnehin nur 15 000 Zeichen verwendet werden. Aber da geht es doch schon los. Wie viele Seiten sind denn das? Zeichen, Anschläge, Freizeichen, Mann ich wusste gar nicht, was man als Autor so alles zu beachten hat.
Da haben es die Musiker wieder leichter. Die nehmen ihr Instrument und spielen ihre gelernten Stücke. Immer wieder dieselben. Der Autor hat sechsundzwanzig Buchstaben, die muss er immer wieder neu gestalten. Kein Buch soll wie das Andere sein. Da ist nichts mit immer wieder dasselbe präsentieren.

Leere Wohnungen sind praktisch. Da wird beim „Rostfest“ im August
die Menschenmenge die man erwartet, wenigsten mit Unterkünfte kein Problem haben. Da machen die doch tatsächlich in der Musikzeitung auch noch Politik. Es steht beschrieben, dass wegen Abwanderung viele leerstehende Wohnungen da sind. Ja was ist da los? Wieso wandern Menschen von zu Hause fort? Keine Arbeit? Ist doch eine Hauptstadt eines Bundeslandes von Österreich…komisch…eine komische Lage. Was erhoffen die Veranstalter sich dann vom „Rostfest.“ Dass Menschen die Schönheit der Stadt erleben und – eventuell bleiben?
Workshops und Musik die zum Thema passen, werden angeboten.Ein Querschnitt durch alle Musikrichtungen? Verstehe ich das richtig? Ja für ganz junge Leute, nichts für mich. Aber – so alt bin ich ja auch noch nicht. Aber irgendwie reizt es mich darüber zu schreiben, weshalb eine Stadt sich so verkleinert. Recherchen im nächsten Urlaub.

Immer bin ich noch unsicher, was man von einer Kurzgeschichte hier erwartet.Es soll der Name der Musikzeitschrift vorkommen, ansonsten hat man freie Hand…
Soweit ich mir das alles ansehe kommt da sehr viel von mir unbekannten Musikgruppen, was ja gar nichts heißen soll, vor.
Musikrichtungen findet man genauso wie Konzertinformationen.
Wie in jeder Zeitschrift werden Stars in den Himmel gehoben, Vorkommnisse hervorgehoben, andere Dinge kritisch betrachtet.
Dass ist die Arbeit von Journalisten, doch ich bin Autor.
Ich darf mir ein Kapitel heraus suchen. Es dann nach meinen Erkenntnissen umschreiben und so den Lesern ein paar angenehme Stunden beim Lesen meines Werkes zukommen zu lassen. Ich muss nicht ganz so direkt die Wahrheit interpretieren. Was ich aber brauche ist eher ein sogenannter roter Faden. Etwas was meinen Leser so inspiriert, dass er am Liebsten das Geschriebene nicht mehr aus der Hand geben möchte um zu wissen, wie, wann und wo was endet.
Mein Leser darf träumen, seine eigene Fantasie ankurbeln und sich in ein Boot der Harmonie, der Neugierde, der Erwartung setzen.
Der Journalist hingegen braucht Tatsachen. Dinge die sind oder waren um sie den Menschen interessant und spannend nahe zubringen.
Oder Sachen und Vorkommnisse der Zukunft mit Neugierde und Spannung so belegen, dass der Leser gar nicht anders kann, als sich ein solches Ereignis ein zu verleiben.

Wieder die Frage, wer lebt das bessere Leben, das ruhigere Leben, der Journalist oder der Autor? Der Journalist muss da sein, bevor ein Ereignis sich einstellt, um ja als erster Berichterstatter vorwärts zu kommen. Oder er muss reisen, recherchieren, er muss gut sprechen und noch besser hören können. Doch,er bekommt dafür Geld, gutes Geld. Aber er muss ständig etwas tun, meist selbständig etwas machen. Und ist er angestellt, dann mit Sicherheit noch mehr, denn andere warten auf seinen Arbeitsplatz, die Konkurrenz schläft nicht.

Der Autor, will er von seiner Arbeit leben, muss er erst einmal wissen, worüber möchte er schreiben. Hat er geschrieben, braucht er einen Lektor. Der sollte wirklich gut sein und aus dem Geschriebenen ein Buch machen, dass Jeder haben will, nein haben muss. Fehlerfrei und richtiger Zeilenabschnitt, interessant und spannend. Dafür legt ein Autor Geld hin und das nicht zu knapp. Inzwischen ist der Schreiber auf der Suche nach einem Verlag.
Dass kann sich auch als recht schwierig erweisen, solange er ein namenloser Autor ist, den kaum Jemand kennt. Doch klar, es gibt Verlage, da schickt man das Manuskript hin. Es kommt in kurzer Zeit zu einer Antwort mit Vertragsvorlage. Nun stellt der Autor fest, das er den Betrag der hier gefordert wird, gar nicht bezahlen kann oder will, ja was den nun?
Weiter suchen im Internet – forschen und immer wieder Anschreiben los schicken. Es gibt Verlage, da bezahlt man nur einen kleinen Opulus. Aber wird man so zum Bestseller? Schwierig, sehr schwierig. Was tun, bei einem großen Verlag mit Druckkostenvorschuss verlegen lassen und hoffen, dass dieser Verlag das Undenkbare fertig bringt, einen Autor bekannt und berühmt zu machen? Einen kleinen Verlag, zwar bezahlbar aber ohne große Hoffnung für den Schreiber? Dem sein Werk überlassen? Aber wer sagt denn, dass kleine Verlage nicht auch versuchen einen Bestseller zu platzieren?
Vielleicht reicht es aus, was der günstige Verlag gibt, weil das Werk umwerfend ist und jeder bereitwillig seinen geforderten Betrag gerne bezahlt. Die Hoffnung stirbt zuletzt, egal für welchen Beruf. Jeder hat so seine Wertigkeit, der Journalist und auch der Autor.

3) Was wird gewünscht? Was verspricht Erfolg?

Und jetzt noch einmal die Frage zu der verlangten Kurzgeschichte.
Wie soll sie sein? Recherchiert oder verträumt geschrieben.
Wie wäre es, wenn von beiden Möglichkeiten so ein wenig darin vorkommt, dafür aber ganz viel Hoffnung auf das „von der Jury gelesen werden?“

Wenn die Angst des Autors ausgemustert zu werden, erst gar nicht aufkommen muss, weil diese Ausschreibung Jeden annimmt und einfach Freude daran hat, dass Menschen sich Gedanken machen und versuchen, ihr Bestes zu geben?

Wer urteilt über das Beste? Menschen mit eigenen Meinungen und Ideen. Bestimmt nicht verkehrt, doch Menschen eben…

Ich habe versucht,hier in meiner Kurzgeschichte darzustellen, wie ich die Zeitschrift den Journalisten und den Autor sehe.
Wie gesagt es ist meine Sicht der Dinge und ich stelle fest, schön dass man Menschen eine Chance gibt zu lesen was Andere schreiben, ob in einer Zeitschrift, einer Internetseite oder im Buch. Egal woher der Bericht kommt, das Geschriebene steht, es hat immer Züge des Verfassers in sich und es wird immer Menschen geben, denen genau das gefällt, was andere anbieten.
So wünsche ich diesem Schreibwettbewerb ein „Gutes Gelingen und eine faire Beurteilung.“
Viele Autoren, die glücklich sind, bei so einer Veranstaltung sich zeigen zu dürfen.
Und danke…das man es wenigstens versuchen darf…

Über die Autorin Natascha Bergvolk

Natasche Bergvolk wurde am 04.05.1951 in Bad Gastein geboren und hat bis zu ihrem 24. Lebensjahr in St. Johann i.Pg. Gelebt.
Schon damals haben sich Menschen über die von ihr geschriebenen Liebesromane und Gedichte gefreut.
Ihr erstes Buch trägt den Titel „Und die Dornen spüre ich heute noch.“ Darüber gab es auch eine Lesung bei der Buchhandlung „Thalia“ in St. Johann i. Pg.
Ihr zweites Buch erschien ein Jahr später und hat den Titel „Und trotzdem liebe ich dich, mein Sohn.“
Das dritte Buch ist kurz vor dem Fertigstellen und wird sobald sie den passenden Verlag gefunden habe, auf dem Buchmarkt zu bekommen sein. Der Titel dafür wird sein „Glaube und Kirche sind zwei Paar Schuhe“

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