Vor rund 15 Jahren beschlossen sie, alles umzuwerfen, etwas Neues auf die Beine zu stellen, sich auf einen Musikstil zu konzentrieren, gezielt an einer Karriere zu arbeiten und natürlich einen Namen zu finden. Heute können Visions of Atlantis all diese Dinge auf ihrer To-DoListe zufrieden abhaken. Sie haben nicht nur einen Namen gefunden, sondern sich im Symphonic Metal Bereich auch einen gemacht.

„Wir müssen uns nicht mehr als Support Band durchs Business schlagen oder mit Namen anderer Bands für uns werben”, freut sich Manager, Gründungsmitglied und Drummer Thomas Caser. Welche Hürden die Österreicher zu meistern hatten, woran sie gerne zurückdenken und wo sie ihr Jubiläum gebührend feiern werden, hat uns Thomas Caser verraten.

Visionen – nicht nur von Atlantis

Die ersten Schritte im Musikbusiness taten viele Mitglieder der Band schon fünf Jahre vor der Gründung von Visions of Atlantis. Werner Fiedler (Gitarrist), Mike Koren (Bassist), Christian Stani (ehemaliger Sänger) und Thomas Caser waren bereits seit 1995 gemeinsam in einer Band namens Vipera Aspis aktiv. Die Benennung nach der zweitbekanntesten Giftschlange in unseren Breitengraden verwandelte sich aber bald in das Kürzel „VA”. Im Jahr 2000 dann, als die vier Jungs beschlossen, endgültig in die Richtung des Symphonic Metals zu gehen, wollten sie nicht alle Merkmale ihres vorigen Bandprojektes hinter sich lassen und nahmen die beiden Buchstaben kurzerhand mit. Visions of Atlantis, im Kürzel „VoA”, war gegründet. „Der Name sollte etwas Fantastisches und Außergewöhnliches haben und in eine fremde Welt entführen. Er soll schon seine eigene Geschichte erzählen”, beschreibt Thomas Caser die Namensfindung. Dass Vision kein Fremdwort für die Band ist, bringt schon ihr erstes Konzert zum Ausdruck. Ohne große Scheu riefen sie 2002 das Festival „Metal For Tolerance“ ins Leben, bei dem sie zum ersten Mal als Visions of Atlantis zu sehen waren. Headliner bei diesem besonderen Event im steirischen Oberaich waren die österreichischen Symphonic Metaller Edenbridge. Auch die Jahre danach ging es bei den Österreichern nicht weniger aufregend und rasant zu: 2003 spielten sie in Südkorea bei dem „Busan Rock Festival” vor rund 20.000 Fans und feierten kurz darauf ihre ersten Europa- und Nordamerika Tourneen. Seitdem sind sie laufend unterwegs und feierten vor allem 2012 beim Wacken Open Air einen neuen Höhepunkt in ihrer Bandgeschichte.

Fantastische Geschichten

Genauso wie der Symphonic Metal der sechsköpfigen Formation entführen auch die Texte in eine fantastisch magische Welt. „Wir versuchen, keine politischen oder gesellschaftskritischen Themen aufzugreifen, sondern einfach fantastische Geschichten zu erzählen”, so Thomas Caser. Weg vom Alltag und hinein in das Spektakel des Lebens – Visions of Atlantis präsentieren sich auch von dieser Seite visionär. Für den Songwritingprozess an sich setzen sie aber dennoch auf Altbewährtes. So schreiben von Beginn an Werner Fiedler, Thomas Caser und seit 2013 erneut Chris Kamper (Keyboard) an den Songs und Texten. Für die geplante nächste Veröffentlichung werden aber vermutlich auch die gesanglichen Neuzugänge Siegfried Samer und Clémentine Delauney zur Feder greifen.

Von Nightwish und Co.

Es ist beinahe undenkbar, dass das Genre des Symphonic Metal nicht mit der berühmten finnischen Band Nightwish in Verbindung gebracht wird. Meisterhafte orchestrale Setzungen, treibende Drums und großartige gesangliche Leistungen zählen seit jeher zu den Merkmalen dieses ganz besonderen Metal Genres. Auch Visions of Atlantis fanden ihre Inspiration in ihrer eigenen Leidenschaft für diese Art von Musik: „Es ist unschwer zu hören, dass es uns Nightwish von Anfang an angetan hatten. Wir wollten genau diese Musik auch machen – Musik, die wir selbst auch hören würden.” So ist es kein Wunder, dass die Gründungsmitglieder in ihrem Bandprojekt vollends aufgehen und auch 15 Jahre später noch mit vollem Elan und Spaß dabei sind. Auch wenn Visions of Atlantis nicht versuchen, das Genre des Symphonic und Power Metals neu zu erfinden, ist es ihnen doch wichtig, ihren eigenen Klang zu entwickeln und jedem Song einen speziellen Wiedererkennungswert zu verpassen. „Das ist bei uns einfach elementar”, erklärt Thomas Caser. „Einzigartig ist auch das Wechselspiel zwischen einer männlichen und einer weiblichen Stimme, das wir in jedem Song gleichmäßig zu verpacken versuchen. Ich denke, dass das im Laufe der Jahre auch zu einem Alleinstellungsmerkmal von Visions of Atlantis geworden ist.”

Neu- und Wiederfindungen

Die wenigsten Bands überstehen einen langen Zeitraum von 15 Jahren ohne einen Besetzungswechsel, und so definierten sich Visions of Atlantis auch ständig neu durch ihre wechselnden
Mitglieder. Vor allem mit den beiden frischen Vocal Parts möchten sie zurück zu den Anfängen und die klassischen Elemente wieder neu beleben. Somit fanden sie nach ihrem letzten Album „Ethera” in Clémentine Delauney und Siegfried Samer zwei gesangliche Größen, die sich dem Abenteuer stellen möchten. Beide haben bereits Erfahrung im Melodic Metal Bereich. Clémentine Delauney beispielsweise zählte für eine gewisse Zeit zur fixen Besetzung der Band Serenity und Siegfried Samer ist seit 2007 mit seinem eigenen Power Metal Projekt Dragony fest im Musikbusiness verankert. „Für mich war es natürlich eine tolle Gelegenheit und auch eine Herausforderung, da sich der Stil des männlichen Gesangs bei Visions of Atlantis doch sehr von den Stilen meiner bisherigen Bands wie Dragony unterscheidet. Da hab ich natürlich gleich zugesagt”, erzählt Siegfried Samer von der neuen Herausforderung.

Upcoming

Auch die nächsten Highlights in der Bandgeschichte von Visions of Atlantis lassen nicht lange auf sich warten. Beim „70.0000 Tons of Metal” und einer Headliner-Show in Mexico City werden die sechs Mitglieder 2016 neue Meilensteine in ihrem Bestehen erreichen.

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