Wer glaubt, dass das Burgenland außer namhaften Festivals wie dem Nova Rock oder Two Days a Week (das allerdings ab nächstem Jahr in Wien abgehalten wird – wir berichteten) musikalisch nicht viel zu bieten hat, der irrt. Auch unser einwohnermäßig kleinstes Bundesland muss sich nicht verstecken, wenn es um talentierte junge Bands geht, wie man unter anderem gut an den Siegendorfern All Your Sorrows erkennt.

Es ist noch gar nicht lange her, dass sich fünf Freunde zur Metalcore-Band All Your Sorrows formierten. Ganz klassisch wurde anfangs einfach nur gejammt, ohne den Hintergedanken, gemeinsam eine Band gründen zu wollen. Die Zusammenarbeit funktionierte jedoch so gut, dass sie sich nach vielen gemeinsamen Proben letztendlich doch dazu entschlossen, eine eigene Band zu gründen und an ersten professionellen Songs zu schrauben. All Your Sorrows waren geboren. Das war im Jänner 2012. Wenig später folgten bereits einige Gigs, unter anderem am Stadtfest in Eisenstadt, am Strike Metalfest in Mattersburg (Mittelburgenland), am mcore Festival in St. Margarethen (Nordburgenland) und am Moshroom Festival in Winden am See, Bezirk Neusiedl (Nordburgenland). Mit All Your Sorrows fand man einen Bandnamen, der allen gefiel. Frontmann Gerald Kamper verriet jedoch, dass er sich heute für einen anderen Namen entscheiden würde: „Ehrlich gesagt, heute würde ich den Namen All Your Sorrows sicher nicht mehr wählen. Aber ja, wir waren noch jünger und damals klang es gut.“

„Heute würde ich den Namen All Your Sorrows sicher nicht mehr wählen.“

Von ihrer Gründung bis Anfang des Jahres 2013, also in einem Zeitraum von lediglich einem Jahr, konnte die Band auf verschiedenen Bühnen Ostösterreichs erste Bühnenerfahrung sammeln und sich mit dem Band- und Bühnenleben vertraut machen. Kurze Zeit später musste sich die Band aus zeitlichen Gründen allerdings wieder auflösen, um bestimmte Ziele im Job und in der Ausbildung weiterverfolgen zu können. Das Projekt All Your Sorrows war somit erstmal für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. Im Dezember desselben Jahres fanden die Mitglieder allerdings wieder zusammen, mit dem Entschluss, weiter zu machen und sich neu zu formieren. Mit neuem Schlagzeuger im Gepäck starteten sie im darauffolgenden Sommer auf den heimischen Bühnen voll durch. Im September 2014 erschien dann schließlich ihre erste EP mit Namen „Unforged Doom“. Für Promotion des Materials wurde reichlich gesorgt, denn die Burgenländer hatten jede Menge Auftritte im kleinen, aber auch großen Stil. Seit Anfang 2015 bringen sie ihren Sound nun auch international an den Mann und im August war es außerdem Zeit für die erste Tour. Mittlerweile sind All Your Sorrows schon ein wenig rumgekommen, gespielt wurde – neben zahlreichen Auftritten im Inland – in Ländern wie Tschiechen, der Slowakei, Slowenien, Ungarn und Italien. Außerdem durften sie bereits für einige namhafte internationale Szenegrößen eröffnen. Beim „America Is Waiting“ Bandcontest, der regelmäßig in der Cselley Mühle in Oslip (Bezirk Eisenstadt) abgehalten wird, konnten sie dieses Jahr außerdem den dritten Platz belegen.
Zum Ausruhen will sich die Band aber offenbar nur bedingt Zeit nehmen, denn derzeit läuft die Fertigstellung ihrer neuen EP „Dead End“, die demnächst erscheinen wird, auf Hochtouren.

Kein Einheitsbrei

Zwar werden All Your Sorrows weitgehend dem Begriff „Metalcore“ zugeordnet, allerdings ist das aufgrund ihrer vielfältigen Einflüsse nicht ganz richtig und die Band in eine bestimmte Schublade zu stecken wäre falsch. Zwar lassen sich in ihren Songs klare Einflüsse aus dem Metalcore- und Deathcore-Bereich nicht von der Hand weisen, allerdings hört das musikalische Erscheinungsbild hier nicht auf. Hardcore, Death Metal und Black Metal sind weitere Elemente, die sich in den Songs der Band wiederfinden. Grund dafür ist vor allem das breite Spektrum an Musik, das die Bandmitglieder privat bevorzugen. „Jeder von uns ist ein wenig anders spezialisiert was die Musik angeht und das, was dabei herauskommt, ist eben unsere Musik“, erzählen sie. Erinnert ein wenig an die Thüringer Szene-Giganten Heaven Shall Burn, denen ebenfalls gerne der Metalcore-Stempel aufgedrückt wird, die jedoch mehrere Genres in sich vereinen und so grundsätzlich eigentlich nirgendwo genau zuzuordnen sind.

Textlich orientieren sich All Your Sorrows stark am Alltagsgeschehen, hauptsächlich geht es um Situationen des alltäglichen Lebens. Auch mit dem Ich setzt sich die Band in ihren Songs auseinander. „Die Texte beschäftigen sich mit dem Ich, wer wir sind und dass wir das nicht vergessen sollten; dass das Miteinander uns eher weiterbringt als Egoismus. Sich nicht in unseren Ansichten und Vorstellungen vom Leben beeinflussen zu lassen.“ Verantwortlich hierfür ist – ganz klassisch – hauptsächlich Frontmann Gerald Kamper. Die Lieder selbst werden allerdings im Normalfall zusammen geschrieben. „Unser Leadgitarrist kommt meistens mit Riff-Ideen und wir basteln dann zusammen den Song daraus.“

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All Your Sorrows live (c) Spotlight Media

„Es soll ein Hobby bleiben“

Trotz einiger Ziele will die Band auf lange Sicht aber bodenständig bleiben: „Es soll ein Hobby bleiben. Wir machen Musik, weil es uns Spaß macht und das wollen wir nicht vergessen.“, so Frontmann Gerald Kamper. Dennoch wollen All Your Sorrows auf jeden Fall noch einiges an Bühnenerfahrung sammeln und ihre Musik am besten auch außerhalb der Landesgrenzen präsentieren. Ein wenig Zeit zum Träumen bleibt natürlich trotzdem. So würden All Your Sorrows gerne einmal Szenegrößen wie Thy Art Is Murder, Architects oder Parkway Drive supporten. Auch das Nova Rock rangiert auf ihrer Wunschliste weit oben. Die Chancen, dass dieser Wunsch eines Tages vielleicht sogar in Erfüllung gehen wird, stehen jedenfalls nicht allzu schlecht, immerhin durfte die Band bereits Bands wie Born From Pain, Vanna, Close Your Eyes oder I The Breather, die allesamt in der Szene längst keine Unbekannten mehr sind, supporten.

All Your Sorrows live

Das nächste Konzert der Burgenländer ist auch nicht mehr weit:

Am 04. Dezember feiern sie im Kramladen Wien den Release ihrer neuen EP „Dead End“, die an diesem Tag offiziell erscheinen wird. Mit dabei sind außerdem The Art of Fading, eine Post-Deathcore/Modern Death Metal aus Krems an der Donau, Beyond This Rift, eine Metalcore Band aus Leobersdorf und Red Llama aus Italien. Hinkommen, feinsten Metalcore made in Austria genießen und der Band zu ihrem neuesten Streich gratulieren! Wer schon vorher in die neuen Songs reinhören will, kann das ab 30. November tun. Da startet der Vorverkauf auf Spotify, iTunes, Amazon & Co.

Außerdem sind bereits die ersten Konzerte für das Jahr 2016 geplant, unter anderem eine Tour im Sommer. Weitere Informationen zu den Konzerten und zur Band selbst findet ihr auf ihrer Facebook-Seite.

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