Grundsätzlich kommen die Bloodsucking Zombies from outer Space ja genau daher – aus dem Weltraum. Genauer vom entfernten Planeten „Transilvania“. Ihre Erdenheimat liegt jedoch, wenn sie nicht gerade damit beschäftigt sind, die Gehirne ihrer Fans auf einer ihrer Touren quer durch Europa zu verspeisen, in Wien und in Niederösterreich. Mehr über die Kultband, die seit 15 Jahren die Ghuls und Ghulas dieser Welt zum Pogen bringen, lest ihr in unserem Feature.

Wie kann man sich die Bloodsucking Zombies from outer Space am besten vorstellen, sollte man sie nicht kennen? Stellt euch vor, Wednesday 13 von den Murderdolls hätte mit der Frontsängerin der HorrorPops, Patricia Day, ein Kind gezeugt. Würde die unheilige Brut dann zu singen und zu musizieren anfangen, würde ziemlich genau der Sound der Bloodsucking Zombies from outer Space dabei herauskommen. Eine Mischung aus Horrorpunk und Psychobilly. Wenn wir aber ehrlich sind, sollten die Bloodsucking Zombies from outer Space jedem ein Begriff sein, oder man sollte wenigstens schon mal von ihnen gehört haben.

Trotzdem kommt hier ein grundlegender Steckbrief über die vier Untoten aus der Hölle. Das Projekt besteht aus Dead „Richy“ Gein, der Mann hinter dem Mikro und an den Drums, Mr. „Jim“ Evilize an der Gitarre, Dr. „He-Mann“ Schreck, der den groovigen Bass erzittern lässt und Rev. „Bloodbath“ am Keyboard und an der Gitarre.
Die Kurzfassung der Bandgeschichte und der Vorgeschichte der einzelnen Zombies fasst Sänger Dead Gein für uns kurz zusammen: „Zwei Brüder und zwei beste Freunde haben beschlossen vor fast 15 Jahren gemeinsam eine Band zu gründen, die sich hauptsächlich um Horrorfilme drehen soll. Davor haben alle vier in diversen anderen größeren und kleineren Bands gespielt, teilweise auch in ähnlicher Besetzung.“

Kunstblut, Pogopits und Massenmörder

Die Zombie Rocker werden nicht nur von ihren Fans gefeiert, sondern von der Jury des Amadeus Awards – genau diesen gewannen die vier Untoten 2015 in der Kategorie „Hard & Heavy“.
Unterwegs sind die vier auf allen erdenklichen Bühnen in Europa. So haben sie zum Beispiel schon beim Hell Nights Tour, Back to the Future, Psychomania Rumble oder beim heimischen Nova Rock die Fans zum Durchdrehen gebracht und den einen oder anderen Pogopit entfacht. Bei ihren Live-Auftritten machen die Zombies nicht nur akustisch, sondern auch optisch ordentlich was her und beeindrucken durch ausgefallene Bühnenoutfits und Make-up. So entstand auch eine Zusammenarbeit mit dem Onlineshop „Horroklinik.de“. „Die Horrorklinik hat uns über die Jahre großzügig mit Material (Kostüme, Masken etc.) unterstützt und wir haben uns als Gegenleistung mit einem Song, der auf unserer „Halloween 7″ 2015 erschienen ist revanchiert“, erzählt Gein.

Ihren ersten Vertrag haben die BZFoS 2003 mit dem im selben Jahr gegründeten und mittlerweile ruhend gestelltem Label Fiendforce Records geschlossen. Nachdem der Song “ Eaters Of The Dead“ auf dem Sampler „This Is Horrorpunk“ bei Fiendforce Records erschien, brachten die Zombies im Jahr darauf bei dem Label der beiden Horrorfans Thorsten Wilms und Jonas Nitzsche auch ihr erstes Album „See you at Disneyland…“ heraus. Der Titel des ersten Longplayers bezieht sich auf ein Zitat des Serienmörders Richard Ramírez, der 1985 in Kalifornien 13 Menschen ermordete: „No big deal. Death always comes with the territory. I’ll see you in Disneyland“.

Ein Jahre später, 2005, erscheint das nächste Album der Bloodsucking Zombies from outer Space. „A Night At Grand Guignol“ umfasst 17 Tracks und befasst sich thematisch unter anderem mit dem fiktiven Mörder „Billy the Butcher“, dessen Erschaffung durch Personen wie „Haarmann, ein wenig Ed Gein und Jack The Ripper“ und nicht zuletzt dem ebenfalls fiktiven Sweeny Todd beeinflusst wurde. Erwähnenswert ist hierbei vor allem die männliche Erzählerstimme auf dem Album, die dem ganzen einen eigenen Anstrich verleiht und den Hörer in Kindheitstagen mit Horrorstreifen wie „Geschichten aus der Gruft“ zurückversetzt. Gemeinsam mit der CD erschien noch die 7″ EP „The Fairy Tale of Billy the Butcher“.

Ab 2008 erscheint quasi jährlich eine Veröffentichung der BZFoS. So bringen sie in diesem Jahr das Album „Monster Mutant Boogie“ heraus und 2009 das mit Intro acht Nummern starke Mini-Album „Killer Klowns from Outer Space“, in einer auf 666 Stück limitierten Auflage.
Besonders erwähnenswert ist auch das Cover-Artwork des 2014 erschienen Albums „TOXIC TERROR TRAX – Music for the Post-Apocalypse“, das von Tattoo-Legende Bernie Luther designt wurde. Von selbigen tragen die vier Jungs auch das gestochene Bandlogo im Nacken. Dead Gein zählt bereits seit Jahren zu Luthers Stammkunden: „Wir verstanden uns auf Anhieb, da Bernie genauso wie ich ein Faible für Horrorfilme und speziell die alten ‚Hammer Films‘ Klassiker hat. Als ich ihn fragte, ob er Lust hätte das Cover für unser Album zu malen, war er sofort Feuer und Flamme und kurze Zeit später hielten wir schon das fertige Kunstwerk in Händen.“

Die Veröffentlichungswelle geht bis 2015 weiter mit, unter anderem, der Kompilation „Decade of Decay – Gravest Hits“ 2012 und das Live und Unplugged Album „Anatomy of the Dead“, bei dem die vier unter Begleitung eines Streichorchesters in Patientenkitteln und Rollstühlen den Fans bei zwei Sommerkonzerten in einem ehemaligen Seziersaal zeigen, dass sie auch anders können.

Wienerblut

Anders ist auch die 2011 veröffentlichte EP „Mörder Blues“, bei der die Zombies ihren wienerischen Dialekt zum Besten geben und das mit rein akustischen Arrangements. Produziert wurde das neue Album mit dem eigenen Label „Schlitzer-Pepi Records„.
Gegründet wurde dieses 2010 um die Mörder Blues Maxi rauszubringen. „Es war immer als bandeigenes Label gedacht, auf dem wir nur uns selber rausbringen werden. Also Fremdveröffentlichungen schließe ich kategorisch aus“, so Gein.

2015 fand das Album mit „Mörder Blues 2“, mit dem es BZFoS auch erstmals in die österreichischen Charts schafften, quasi eine Vorsetzung. Die Thematik liegt hierbei freilich in schönster Zombie-Manier bei „Mord, Totschlag, Wien und seinen hinterhältigen Bewohnern, Blut und Beuschel“. Neben klingenden Titeln wie „Hiniche Lieda“ oder „Der einarmige Henker“ findet man auch ein Cover von Falcos „Vienna Calling“ auf der Scheibe. Für die österreichische Hauptstadt empfindet Dead Gein „ganz speziell auch wegen des leider immer mehr in Vergessenheit geratenen ‚morbiden Charmes'“ Sympathie.

Nix mit stille Nacht

Seit 2007 verleihen die Zombies der Heiligen Nacht einen ganz eigenen Glanz, der sich drastisch von dem gewohnten Christbaumkerzenschein und Lichterkettenkitsch unterscheidet. Alljährlich feiern die BZFoS in der Szene Wien ihr Unholy X-Mess Jamboree, bei dem sie Coversongs von Größen wie zum Beispiel Michael Jackson, Abba oder Falco zum Besten geben und so dem Weihnachtsfest am Vorwochenende nochmal einen schwarzen Anstrich verleihen. Entstanden sei das Jamboree als „Trotzreaktion“, erinnert sich Gein: „2007 haben wir irgendwie keine Halloween-Show zusammen bekommen, was für eine Band wie die unsrige eigentlich Pflicht ist. Dann wollten wir eben unsere eigene Party veranstalten, nur war der 31. Oktober natürlich in keinem der angefragten Clubs mehr frei. So haben wir uns spontan dazu entschieden, das ganze weiter nach hinten in Richtung Weihnachten zu verlegen.“ Man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es man schönsten ist – daher wird die heurige zehnte Jamboree auch die letzte sein.

Aktuell arbeiten die BZFoS im Studio an einem neuen Album, so Gein: „Heuer findet ja das 10-jährige Jamboree und somit auch das Letzte statt, und wir dachten uns, es wäre vielleicht eine gute Gelegenheit ein Coveralbum mit all den Musikern/Bands, die wir in diesen zehn Jahren so verwurstet haben, zu machen“. Auch auf Artworks von Bernie Luther darf man sich bei den BZFoS wieder freuen.

Für alle, die das letzte Unholy X-Mess Jamboree, das heuer am 17. Dezember stattfinden wird, auf keinen Fall verpassen wollen, gibt es hier schon Karten. Wer nicht so lange warten kann, hier sind die BZFoS auch noch live zu sehen:

Wann &Wo?

23.07.2016 Köln (GER), Amphi Festival
24.07.2016 Tabor (CZ), Mighty Sounds Festival
13.08.2016 Bildein (A), Picture On Festival
02.09.2016 Hamburg (GER), Hafenklang
03.09.2016 Lünen (GER), Wreck ´n Roll Festival
10.09.2016 Wr. Neustadt (A), Schlachthof Open-Air
29.10.2016 Nürnberg (GER), MUZ club
30.10.2016 Frankfurt (GER), Das Beet
31.10.2016 Köln (GER), Underground
17.12.2016 Wien (A), Szene, 10th Unholy X-Mess Jamboree

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