Nach Halloween ist vor Halloween und für die Bloodsucking Zombies from Outer Space ist immer 31. Oktober. Nicht nur auf der Bühne ziehen die vier mit Kostümen, Kunstblut und allem, was dazugehört, eine echte Horrorshow ab. Auch im Privatleben sind sie im Horrorgenre mehr als bewandert, wie schon die umfassende Gruselfilmsammlung von Dead „Richy” Gein zeigt. Wir haben uns vom Sänger der Untoten seine persönliche Top Five-Liste des Horrorgenres vorstellen lassen und werfen außerdem einen Blick auf das neue Album der Bloodsucking Zombies, das am 25. November 2016 erschienen ist.

Die Definition eines guten Horrorfilms ist für Gein dabei etwas schwerer festzumachen: „Das kommt immer darauf an, worauf ich grade Lust habe! Manchmal kann ich auch einen komplett stumpfsinnigen Film mit kaum Handlung und Schauspielern auf unterstem Bauernbühnen-Niveau, wo es hauptsächlich darum geht, dass so kreativ wie möglich die Leute abgemurkst werden und das Kunstblut in Hektolitern spritzt, komplett abfeiern. Andererseits sitze ich in Ehrfurcht erstarrt vor dem Fernseher, wenn Bela Lugosi, Vincent Price oder Christopher Lee ihre Magie versprühen.” Eines steht für Gein aber fest – langweilig darf der Streifen nicht sein und auch die Liebe zum Genre muss man den Filmemachern anmerken. Zu welchem Horrorfilm die vier gerne die Filmmusik machen würden? „Ganz klar für unseren eigenen Film ‚Bloodsucking Zombies from Outer Space‘, den wir hoffentlich irgendwann mal realisieren werden.” Bis es aber so weit ist, können sich Horrorfans mit der Top 5 Liste von Dead „Richy” Gein trösten.

NUMMER 1 The Exorcist

Ich habe schon seit frühester Kindheit für Horrorfilme geschwärmt und habe mir heimlich ohne das Wissen meiner Eltern so ziemlich jeden Film, den der ORF damals spielte oder den ich auf Video bekommen konnte, angesehen. Poltergeist, Tanz der Teufel, Freitag der 13. et cetera. Ich hielt mich demnach mit meinen acht bis neun Jahren schon für ziemlich cool und abgebrüht, aber dann sah ich den Exorzist! Danach war alles anders und ich konnte nächtelang nicht mehr richtig schlafen. Wenn man als Kind mit einer katholischen Erziehung aufwächst, trifft einen William Friedkins Meisterwerk einfach wie ein Schlag in die Magengrube. Der Film zählt für mich bis heute zu einem der unheimlichsten und am besten gemachten Genre-Klassikern. Bei dem Film stimmt einfach alles. Die Schauspieler sind bis in die kleinsten Nebenrollen top, die Effekte bis zum heutigen Tag mehr als überzeugend, Regans Maske hat Kultstatus und mehreren Generationen das Fürchten gelehrt und der Soundtrack – allem voran Mike Oldfields „Tubular Bells“ Thema ist einfach großartig.
Der Film hat zurecht zwei Oscars und vier Golden Globes gewonnen und kann aus meiner Sicht einfach als perfekt bezeichnet werden.

NUMMER 2 Night of the Living Dead

Auch einer der Filme, die ich schon in sehr jungen Jahren gesehen habe und die mich nachhaltig geprägt haben. George A. Romeros unangefochtener Klassiker hat bei mir das Faible für Zombiefilme, das jahrelang mein LieblingsSubgenre war, geweckt. Mit den Fortsetzungen „Dawn of the Dead“ und „Day of the Dead“ hat er schlussendlich die Gold-, Silber- und Bronze-Medaille im Rennen um den besten Zombiefilm belegt. Ich zähle aber „Night of the Living Dead“, gerade weil er in schwarzweiß gedreht wurde und eine durch und durch beklemmende Atmosphäre erzeugt, definitiv zu meinen Favoriten. Meines Wissens nach bekamen auch Zombies erst in „NotLD“ das für heute typische Aussehen verpasst, auch die mittlerweile obligatorischen „Fressszenen” wurden erstmals gezeigt.

NUMMER 3 Hellraiser

Mit Stephen Kings Aussage „I have seen the future of horror” wurde Clive Barkers Meisterwerk damals beworben und damit trifft es den Nagel schon auf den Kopf. Kein Horrorfilm davor war derart speziell in seiner Optik und Atmosphäre wie dieser Schocker. Und im Gegensatz zu anderen Kollegen wie Freddy Krüger et cetera fehlte dem Film jegliche Art von Humor. Eine düster-groteske, fast schon avantgarde-artige Mär aus Bondage, Lack, Leder, Ketten, Spikes und Nägeln – der ultimative Splatter-Punk Film!

NUMMER 4 Suspiria

Ich liebe italienische Horrorfilme, allen voran die Werke von Dario Argento, die er bis Mitte der 90er Jahre gedreht hat. „Suspira” zählt für mich zu einem seiner unheimlichsten Werke. Eine surreale Szenerie. Das von Meister Mario Bava gelernte Experimentieren mit Farbbeleuchtung am Set und der grandiose Soundtrack der kultigen Progressive Band Goblin sind einfach grandioses Horrorkino abseits des Mainstreams. Ich habe den Film zum ersten Mal mit 14 Jahren gesehen und war völlig erschlagen von seiner opulenten Bildsprache. Die Titelmelodie bekommt man lange Zeit auch nicht mehr aus dem Kopf und einige der innovativen Kamerafahrten, für die Argento Berühmtheit erlangte, waren damals wohl ziemlich revolutionär. Ewig schade, dass der Maestro den Sprung ins neue Jahrtausend künstlerisch leider nicht geschafft hat und seine aktuellen Filme meilenweit hinter der Qualität seines früheren Schaffens liegen.

NUMMER 5 Return of the Living Dead

Ich liebe diesen Film einfach. Punks und Zombies vereint in einem schrillen Horrorfilm, der manches Mal schon eher in Richtung Komödie geht. Die wohl beste „Untote steigen aus ihren Gräbern”-Szene, die die Welt je gesehen hat, gepaart mit einem Soundtrack, der mein Musikerherz höher schlagen lässt. The Damned, 45 Grave, The Cramps, Nigel Lewis et cetera dröhnen aus den Boxen, während die „schleimig-halb-verrotteten” Zombies nach „Braiiiins” gieren. Ein herrlicher Spaß, und wenn es einen Horrorfilm gibt, der uns als Band „Bloodsucking Zombies from Outer Space” am meisten inspiriert hat, dann ist es dieses Meisterwerk von Dan O ́Bannon.

(c) Bill Lorenz Photography & BZFOS

HO, HO, HO – BLUTIGE WEIHNACHTEN

Eine Zombie-Invasion zu Weihnachten? Warum nicht – dass Zombies sich nicht von Schnee aufhalten lassen, weiß
der fleißige Horrorfan spätestens seit dem norwegischen Winter-Komödien-Alptraum „Dead Snow”. Seit zehn Jahren feiern die Bloodsucking Zombies from Outer Space jährlich in der schönsten Zeit des Jahres ihr eigenes Weihnachtsfest in Form ihres Unholy X-Mess Jamborees. Zu der Show gehört auch ein Cover-Set am Beginn, das jedes Jahr etwas pompöser wurde. So überraschten die Zombies zum Beispiel bereits als Michael Jackson oder Guns’n’Roses verkleidet. Aber man soll ja bekanntlich aufhören, wenn’s am schönsten ist. Daher wird das Jamboree 2016 auch das letzte sein. Zur Feier des Jubiläums, und für alle, die die zukünftigen Weihnachten nicht ohne die Coverhits der Zombies überstehen können, erscheint am 25. November 2016 das Album „Bloody Unholy Christmas” bei SchlitzerPepi Records und monkey. Die Scheibe ist vollgepackt mit punkigen Zombie-Covern von Hits wie „Don’t Stop Me Now” von Queen oder „Thriller” von Michael Jackson und auch der eine oder andere Gastmusiker taucht auf „Bloody Unholy Christmas” auf. So werden die BZfOS zum Beispiel von Bela B. von den Ärzten oder Neil Taylor lautstark unterstützt. Dead „Richy” Gein, Mr. „Jim” Evilize, Dr. „He-Mann” Schreck und Rev. „Bloodbath” hatten während der Aufnehmen auf jeden Fall mächtig gute Laune, was man auch heraushören kann: „Ich hoffe, ihr werdet zumindest halb so viel Spaß beim Anhören haben, wie wir beim Produzieren hatten”, so Gein über das neuestes Schaffenswerk seiner Band.

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