Da ich Casper diesen Sommer am Frequency auch mal live erleben durfte, widme ich ihm diesen Beitrag – enjoy!

Casper, benannt nach dem gleichnamigen Geist aus dem Film Casper, heißt mit bürgerlichem Namen Benjamin Griffey.
Als er einen Monat alt war, zogen seine Eltern in die USA. Jahre später trennten sie sich, und er wanderte mit seiner Mutter und seiner jüngeren Schwester nach Deutschland aus. Benjamin wurde rein auf Englisch erzogen, was dazu führte, dass er kein Wort Deutsch konnte und in der Schule oft ein Außenseiter war. Er begann früh damit, Texte zu schreiben und notierte sie zunächst in einem kleinen Notizblock. So lernte er nebenbei auch Deutsch, was ihm in späterer Folge sehr half.

„Wär der Ben bloss der Casper der rappt, aber du wärst nur die Frau von der Bar.“

Insgesamt brachte er 3 Studioalben heraus, nebenbei noch einige EP’s und Mixtapes.
Es fing alles mit diversen Freestyle-Rap-Veranstaltungen an, bei denen sich Casper beweisen konnte. In weiterer Folge lernte er so die Rapper „Separate“ und „Abroo“ kennen, mit denen er die Gruppe „Kinder des Zorns“ gründete. Hier entstand das Album „Rap Art War“, dabei blieb es aber.

Nebenbei war er im Metal- und Hardcore Bereich aktiv – als Sänger/Screamer bei „A Fear Called Treason“ und „Not Now Not Ever“.
2006 brachte er das Mixtape „Die Welt hört mich“ heraus, darauf folgte eine Tour durch Deutschland. Sein erstes Studioalbum erschien 2008 mit dem Titel „Hin zur Sonne“, hier featured er Prinz Pi und Kollegah, was seinem Bekanntheitsgrad einen Aufschwung verpasste.

Sein, meiner Meinung nach, bestes Album erschien im Jahr 2011 mit dem Titel „XOXO“. Das Album ging in der ersten Verkaufswoche auf Platz 1 der deutschen Charts und erhielt wenig später eine goldene Schallplatte.
2013 veröffentlichte er sein drittes Studioalbum „Hinterland“, welches deutlich mehr Indiepop als Rapmusik ist. Die erste Singleauskopplung hieß „im Ascheregen“.

Caspers musikalische Weiterentwicklung ist schwer zu beschreiben. Er begann als wahnsinnig talentierter Untergrund-Rapper mit tiefsinnigen Texten, starken Rap-Skills und originellen HipHop-Beats. Seine Musik handelt fast durchgehend von seinem Leben, seinen Erfahrungen und Gefühlen. Deswegen wurde er relativ oft als „Emo-Rapper“ bezeichnet. Bei „XOXO“ ging er mehr in die Indie-Schiene, gepaart mit saftigen Rap-Parts. Es ist ein sehr gelungenes und kurzweiliges Album – hier entstand auch der „Casper-Hype“.

„Hinterland“ ist musikalisch viel mehr eine Indie-Platte als Rap. Die Texte sind gewohnt tiefgehend, die Musik ist allerdings nicht mehr Rap-typisch. Trotz allem ist auch dieses Album sehr gut gelungen! Das Intro beginnt mit dem Ende: „Das ist kein Abschied, denn ich war nie Willkommen“.

Seine Texte sind manchmal pathetisch, aber einfach zu gut um wegzuhören.
Ihr wollt ein Beispiel, kommt sofort: „Wär der Ben bloss der Casper der rappt, aber du wärst nur die Frau von der Bar.“

Mir tut der ganze Hype schon fast ein bisschen weh, weil’s viel zu schade darum ist. Er war schon gut bevor ihn die Welt kannte und wird’s auch bleiben. „XOXO“ ist so nebenbei mein Lieblingsalbum.

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