Zwei Keyboarder und ein Schlagzeuger versprechen nicht unbedingt die geballte Rockpower. Dominik Krejan, Florian Pirolt und Constantin Pammer beweisen mit codes and keys allerdings das Gegenteil.

Der 60s-affine Organist Dominik Krejan, vor allem bekannt durch sein Engagement bei The Sado Maso Guitar Club, machte an der Grazer Kunstuniversität Bekanntschaft mit dem Post-Punk-Spezialisten Florian Pirolt (The Avayou). Beeindruckt vom gegenseitigen Können beschlossen die beiden Musiker ihre Liebe zu Tasteninstrumenten gemeinsam auszuleben. „Wir haben zuerst auf der Uni geprobt, auf zwei FazioliFlügeln, die nebeneinander standen. Schließlich haben wir dasselbe im Proberaum probiert, nur mit anderen Tasteninstrumenten. Hat funktioniert, nur ein Beat fehlte noch“, erinnert sich Krejan an die ersten gemeinsamen Schritte. Der nötige Beat wurde mit Constantin Pammer, der sich mit der Grazer Punkband Red Lights Flash bereits einen Namen gemacht hatte, gefunden. Aus dieser spannenden Besetzung ergab sich etwas, das Mastermind Krejan als „tastenlastigen Underground-Pop“ bezeichnet. Elektronische Sounds treffen auf „klassische“ Klänge. Synthesizer vereinen sich mit Klavier, Fender Rhodes und Mellotron.

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(c) Emmanuel Feiner

Karriere mit Hindernissen

Vier Songs haben codes and keys, die ihren Namen bewusst als Anspielung auf das gleichnamige Album der amerikanischen Indie-Rocker Death Cab for Cutie wählten, erst veröffentlicht und dennoch bereits große Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Auf das erste Album der Band muss man allerdings noch etwas warten. Dennoch verspricht Bandleader Krejan im Interview neues Material, und zwar auf Kassette. Eine EP mit sechs neuen Stücken soll es werden. Zu viel will der Keyboarder noch nicht über das bald erscheinende Minialbum bekanntgeben, soundmäßig wird es aber wohl keine komplette Neuausrichtung geben, sieht der Musiker doch noch immer seine größten Einflüsse bei den Rolling Stones, The Beatles und Pink Floyd, sowie auf klangtechnischer Seite bei Air und Zero7. Den ganz großen Sprung erwarten codes and keys mit ihrem neuen Werk aber noch nicht, dafür sehen sie die Möglichkeiten in Österreich als zu gering an: „Klar ist jetzt die Quote mit diversen deutschsprachigen Bands besser geworden, die ja auch teilweise sehr gut sind, aber diejenigen, die auf Englisch singen, bleiben weiterhin auf der Strecke.“ Trotz dieser ernüchternden Sicht will Krejan keineswegs aufgeben und hat dabei auch gleich den richtigen Tipp für junge Bands parat: „Auch wenn’s oft mühsam ist und man vielleicht für eine Kiste Bier spielt, schmeißt die Nerven nicht weg. Geduld ist das Zauberwort!“

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