Reggae-Superstar Bob Marley beanspruchte gern den Satz: „The herb is the healing of the Nation“, welcher dem Kraut die Fähigkeit zuschreibt die Nation, bzw. die Welt oder die Menschheit, zu heilen. Die Aussage umspannt körperliche wie spirituelle Heilung. Im Glauben der Rasta bedeutet das Ganja Meditation und Dialog mit Jah, also Gott.

Das Erbe

Dass die Familie der Legende ebenso dem Ganja zugetan ist wie Bob Marley selbst zu Lebzeiten, versteht sich vor ihrem kulturellen und beruflichen Hintergrund von selbst. Die meisten von ihnen sind ebenfalls Reggae Artists. Insofern wäre niemand sonderlich überrascht zu hören, dass ein Marley Gras anbaut. Im Gegenteil, wir würden staunen, würde kein Marley auch nur eine einzige Hanfpflanze kultivieren.

Und natürlich liegt es dann auch nahe, dass Mitglieder der Marley Familie Interesse zeigen an den sich bietenden Möglichkeiten auch geschäftlich mit Cannabis zu tun zu haben. Vor allem heute angesichts der Legalisierungen und Entkriminalisierungen, die die Schlagzeilen der Medienwelt füllen.

Marley, das Ganja

Aber die Idee und die Ansätze sind nicht neu. Tatsächlich war Bob´s Witwe, Rita Marley, schon 1997 Ehrengast des Cannabis Cups. Aufgrund ihres Auftritts dort hatte Sensi Seeds beschlossen der Reggae Legende einen Strain zu widmen. So kreierten sie Marleys Collie. Ganz frei von geschäftlichem Interesse dürfte diese Aktion nicht gewesen sein, weder für Sensi Seeds, noch für Rita. Dass ein solcher Name den Strain sehr bekannt machen würde, ist alles andere als schwer vorherzusehen.

Marley Natural

Doch viel später erst hat die Marley Familie sich mit privaten Investoren zusammengetan, um 2014 „Marley Natural“ zu gründen, wie damals der Guardian berichtete. Das Unternehmen brachte mehrere Strains auf den Markt, je eine Indica, eine Sative, eine Hybridsorte und einen CBD Strain, daneben edle Konsumaccessoires sowie Pflegeprodukte. Die Marke verschreibt sich laut eigenen Angaben dem bewussten und respektvollen Umgang mit der Natur. Man vertrete den Namen Marley authentisch und mit Stolz.
„Marley Natural sei eine authentische Art sein Vermächtnis zu ehren, da seine Stimme so Bestandteil der Diskussion um Cannabis würde und dazu beitrage, das Verbot zu beenden, das zu sozialen Schäden führe“, so zitiert der Spiegel Cedella Marley in einem Beitrag zur Firmengründung.

Das Kraut im Knast

2016 folgt schließlich die nächste Schlagzeile. Und die beinhaltet sämtliche Worte, die es bräuchte für einen handfesten Skandal:

Damian Marley, Marihuana, Anbau und Gefängnis. Doch anders als erwartet sind es Nachrichten, die sich mit Freude lesen lassen und einer gewissen Poesie nicht entbehren. Der jüngste Sohn Bob Marley´s, Damian, kauft, gemeinsam mit Ocean Grown Extracts, einem US-amerikanischen Cannabis Unternehmen, für 4.1 Millionen Dollar ein Gefängnis in Kalifornien um daraus eine Marihuana Plantage zu machen.

Dies macht natürlich eine Aussage, wenn man Cannabis anbaut, wo einst Menschen Strafen für den Kontakt damit absitzen mussten. Gleichzeitig belebt die Unternehmung die ganze Region um das ehemalige Gefängnis herum. Auch wenn wir unterstellen, dass das ein von Marketing Experten geplanter Schachzug gewesen sei, selbst dann ist diese Marihuana Farm auf dem Grund und Boden einer einstigen Haftanstalt eine Aktion mit großem symbolischen Charakter. Ganz in der Tradition des Vaters, der auch gern auf große Gesten und Symbole setzte. Sowohl die Arbeitsplätze, die das Unternehmen schafft, das medizinische Marihuana, das dort produziert wird, als auch die symbolträchtige Vereinigung des Gefängnisses als Ort der Verfolgung als auch der Entstehung von Cannabis steht in Bob Marley´s Zeichen der „Healing of the Nation“.

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