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Elwood speaks with his hands

Marco, geboren in Graz und Mitglied von Four Elements. Sein Name ist eine Mischung aus Elwood von den Blues Brothers und einer Szene in Starsky & Hutch, nicht wie man annehmen könnte von Eazy-Duz-It, dem Album von Eazy-E.

Was ODB und Eins Zwo damit zu tun haben

Die ersten Annäherungen mit Hip Hop begannen sehr früh, jedoch ohne zu wissen, wer eigentlich dieser Ol´Dirty Bastard oder Buddha Monk waren. „Brooklyn Zoo“ und „Got´s like come on thru“ auf einer Compilation CD hinterließen aber einen bleibenden Eindruck. Als er elf Jahre alt war bekam er das „Gefährliche Halbwissen“ von Eins Zwo in die Hände und es war um den jungen Marco geschehen. Besonders der Track mit DJ Cullmann hatte es ihm angetan. Er hörte das erste Mal wie auf den Platten gekratzt wurde.

Das Vinyl und die Technik

Begonnen hat er mit einem riemenbetriebenen Omnitronic Plattenspieler, einem CD Walkman und einigen Platten von befreundeten Deejays, die im Arcadium auflegten. Elwood begann zu üben, zu mixen und zu scratchen. 2004 kam dann die Wende. Elwood arbeitete bei In and Out Records , verdiente Geld und hatte eine nicht versiegende Quelle an Platten zur Verfügung. Vinyl war jetzt kein Thema mehr. Das Equipment jedoch schon. Zwei Technics kosteten ein kleines Vermögen und es dauerte ein Weilchen, bis Elwood die begehrten Plattenspieler sein Eigen nennen durfte.

Die Einflüsse, Trap und der Conscious Rap

„Musik war ein Tool, das passiert, wenn Musikrichtungen erfolgreich werden.“

Wenn Elwood an den Decks zugange ist, hört man Einflüsse von DJ Premier und DJ Babu. Die beiden sind auch Vorbilder von Elwood, was das Plattendrehen betrifft. Zum Thema Trap, einem Subgenre des Hip Hop, meint Marco eigentlich nur, dass es simpel & fett gestrickt ist. Durch den Bass und der Beatstruktur kommt Trap besonders gut in den Clubs, merkt aber an, das es sich nicht lange halten wird, da es im Moment ein Trend sei. Bei sozialkritischen und politischen Inhalten wie dem Conscious Rap sei es schwer geworden, durch den „Plastikrap“ des Mainstream zu kommen. Das war aber schon immer so. Sich Yasiin Beys (Mos Def) Guantanamo Video anzusehen, interessiere eben mehr, als sich eines seiner Alben anzuhören. Bei Golden Era Jams legt er liebend gerne Conscious auf, da auch dieser wichtige Aspekt zur HipHop Kultur gehört.

Digital oder Analog

Vor einigen Monaten wollte ich diese Frage an Elwood gar nicht stellen, da ich glaubte, seine Antwort schon zu kennen. Es kam aber anders und ich war erstaunt über seine Ansicht. „The Times they are changing“ wie Bob Dylan sagte. Digital ist eine Bereicherung für Elwood und es ist eine weitere Möglichkeit sich besser auszudrücken. Er möchte es nicht missen. Jedoch hat Analog den Style Faktor dabei. Es wäre ungefähr gleich wenn man Akustik versus Elektrogitarre sagen würde. Beides gehört zur Musik und fügt hinzu, das etwas fehlen würde, wenn eine der beiden verschwände. Durch die Digitalisierung sei es einfacher geworden, etwas zu lernen. Durch diverse Tutorials zu Serato beispielsweise sei es keine Ausrede mehr, wenn man sich wo nicht auskennt meint Elwood.

Vaterkarenz und Four Elements

Um möglichst viel Zeit mit seiner Erstgeborenen zu verbringen, ging Elwood für zehn Monate in Karenz. Mit Gelegenheitsjobs und Auflegen hielt er sich und seine kleine Familie über Wasser. Fünf Jahre später wurde er Vater einer weiteren Tochter, sorgt aber für ein besseres Zeitmanagement was das Auflegen und die Familie betrifft. Für den Deejay Nachwuchs ist also gesorgt. Elwood ist auch Mitglied bei Four Elements, einer gemeinnützigen Organisation, die es seit 2006 gibt. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, der Hip Hop Kultur mittels Workshops, Jam Sessions aber auch Lesungen und Ausstellungen unter die Arme zu greifen. Sehr empfehlenswert sind die „Klasse von …. “-Workshops, wo Interessierte alles Wissenswerte zum Thema Hip Hop erfahren können.

Technik, Alkohol und Schlager

Es nerve schon, wenn das Equipment nicht funktioniert oder verklebt ist, der Clubbesitzer trotz Themenabend dem Deejay sagt, was denn zu spielen sei und es zu wenig Getränke gibt. Wenn Elwood an den 1210ern werkt, ist übermäßiger Alkoholgenuss ein absolutes NoGo. Bei Musikwünschen wie Schlager und Co. sagt er definitiv nein, denn er spiele nichts, was ihn auf irgendeine Art selbst berührt.

Der perfekte Club

Ein mittelgroßes Lokal für etwa 300 Leute, gemütlich eingerichtet und einer Bühne für Konzerte. Tolle Leute sollten dort auflegen. Und es sollte wieder so sein, dass sich die Auflegenden nach den Clubs richten und nicht umgekehrt.

Mixcloud und Weisheit on Cut

Auf Weisheit on Cut #1 – „Menschen wie wir“ wird auf jeden Fall eine Fortsetzung folgen. Aussagen und Sprüche wie diese sind in einer großen Fülle jeden Tag und zu jeder Zeit zu finden. Bereits vier Mixe von Elwood sind auf Mixcloud zu hören. In den letzten Monaten fehlte ihm die Zeit um an etwas neuem zu arbeiten, die Turntables anzuwerfen und einen neuen Mix zu veröffentlichen. Die Inspiration kehre aber zurück und bald wird man etwas Neues zu hören bekommen. So stay Tuned und Ohren offen halten.

Termine:

Am 26. September bei „Golden Era – Raw Shit“ in der Thalia in Graz

Am 10. Oktober „Style2Style Battle“ in Salzburg im MARK. Freizeit. Kultur.

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