Der steirische Sänger Peter Schwarz über seine Musik und den Austropop.

Wer kennt sie nicht, die Kultlegenden des Austropop – Ambros, Falco, Fendrich und Peter Schwarz möchte sich nun auch endlich in diese Reihe einordnen. Der Steirer ist eine der neuen Stimmen, die den Austropop auch in der Gegenwart wieder aufleben lassen, ohne den ganzen Plunder, den die moderne Musik so mit sich bringt. Zurück zum Ursprung, aber auf eine natürliche und herzerwärmende Art und Weise.

Musik die das Herz zum Lachen bringt

Seine Texte sind mit Herzblut geschrieben und handeln, im Gegensatz zu anderen Austropop Sängern der Neuzeit, vom einfachen Leben und dem Drumherum, das uns umgibt. Seine Musik ist poppig angehaucht, klingt aber trotzdem nicht nach Disco. Seine letzten Songs sind speziell und jeweils ganz anders, was den Groove angeht: Nimmt man zum Beispiel den Song Summa her, geht dieser im Vergleich zu den anderen eher in die Reggae und Ska Richtung. Groovig, frisch, etwas erdrückend, genau wie die Hitze an einem wirklich heißen Sommertag. Man merkt schnell, dass der Grazer Peter Schwarz keine Berührungsangst hat, was verschiedene Musikstile angeht, die auch jeweils zum Thema seiner selbst geschriebenen Lyrics passen. Er vermittelt mit seinen Lieder nicht die Schwere, wie so mancher anderer Pop Song, sondern eine Leichtigkeit, ja die Sonnenseite des Lebens. Immerhin muss man ja nicht immer von den negativen Seiten des Lebens oder Herzschmerz singen.

„Ich singe so wie mir der Schnabel gewachsen ist.“

Man kann sagen, dass Peter Schwarz die Musik bereits in die Wiege gelegt worden ist. Immerhin war er im Alter von neun Jahren bereits Mitglied der Wiener Sängerknaben, die dafür bekannt sind, dass sie nicht nur in großen Konzerthäusern singen, sondern auch die Welt bereisen. Die Wahl des Gymnasiums fällt natürlich für den musikalischen Peter auf eines der Musikgymnasien in Graz. Er wird Mitglied er sogenannten Singschule der Oper Graz und beginnt dort bereits früh mit seiner Gesangsausbildung. Da ihm das aber noch nicht reicht, ist es auch für die Eltern und die Freunde des jungen Manns nicht verwunderlich, dass er in der Schule bereits zu komponieren begonnen hat.

Musik schon in den Kinderschuhen

2008 startet der aufstrebende Musiker seine Solokarriere mit seinem Debütalbum „Willkommen in meiner Seele“, worauf eine Tour durch ganz Österreich, als auch Auftritte bei den deutschen Nachbarn folgen. Dann hört man lange Zeit nichts mehr von dem Steirer, der hauptberuflich Lehrer ist. Erst 2014 feiert er mit seiner Single „Bring mi ham“ sein Comeback.

peter_schwarz_002

Peter Schwarz – ein Musiker mit Herz

Peter Schwarz – Das Interview

www.music-news.at: Stell dich doch einmal vor, wer bist du, woher kommst du und seit wann machst du Musik?

Peter Schwarz: Ich heiße Stefan Gmoser. Ich wohne in der Steiermark. Ich mache seit meinen Kindestagen Musik. Professionell seit 15 Jahren.

www.music-news.at: Warum der Künstlername Peter Schwarz?

Peter Schwarz: Seit zwei Jahren singe ich auf Mundart. Ab diesem Zeitpunkt bin ich unter Peter Schwarz aufgetreten. Mir ist er durch das Kartenspiel eingefallen. Wenn man dort den schwarzen Peter zieht, ist das ja nicht so gut. Das habe ich als Symbol für mein Musikschaffen genommen. Als Musiker geht´s ja auch nicht immer bergauf und manchmal fühlt es sich an, als ob man den schwarzen Peter gezogen hat. Trotzdem stehe ich zu meiner Leidenschaft. Ich kann gar nicht anders als Musik machen. Nachdem viele meiner Musikerkollegen das Musik machen aufgegeben haben bin ich mit meiner Leidenschaft übrig geblieben. So bin ich zu den Namen gekommen.

www.music-news.at: Warum singst du deine Lieder im Dialekt? Hätte Hochdeutsch oder Englisch nicht mehr Reichweite?

Peter Schwarz: Ich seh‘ ihn aber nicht negativ. Im Gegenteil. Für mich bedeutet er auch: Es lohnt sich „dran zu bleiben“.
Reichweite ja. Tiefe nein. Ich singe, so wie mir der Schnabel gewachsen ist. Ich hab lang herum probiert, wie man Popmusik geil auf Dialekt singen kann. Gerade beim Dialekt laufen beim Zuhörer immer ganz viele Stimmungen und Assoziationen mit. Aber das ist natürlich geschichtlich bedingt. Im Dialekt singen bedeutet in Österreich gleich immer Austropop oder volkstümliche Musik á la Gabalier. Ich versuch mit meiner Musik eine kleine Nische aufzureißen. Popmusik die international klingt kombiniert mit Mundart Texten.

www.music-news.at: Wie läuft bei dir der Songwriting-Prozess ab?

Peter Schwarz: Ich hab ein hohes kreatives Output und schreib sehr viel. Manchmal kommt zuerst der Text, dann wieder die Musik. Mein Songwriting ist eine eigene kleine Welt. In meinem Schädel fliegen Textfetzen und Riffs herum. Ich setze mich zum Klavier oder jamme auf der Gitarre. Viele Songideen bleiben skizzenhaft nur die Wenigsten bekommt mein Publikum zum Hören. Für einen Song, der es zum Beispiel auf das Album schafft, schreibe ich zehn fertige Songs. Man mag es nicht glauben aber Songwriting ist nicht nur Muße, sondern auch Arbeit.

www.music-news.at: Welche Themen behandelst du in deinen Texten?

Peter Schwarz: Bei manchen Songs steht ganz klar die Musik im Vordergrund, da will ich nur einen Vibe vermitteln. Bei anderen wiederum versuche ich wirklich neue Sprachbilder hineinzubringen. Das ist auch mein Anspruch, dem man gerecht werden muss, wenn man auf Deutsch bzw auf Mundart singt. Ein Thema das immer wieder bei mir kommt ist Heimat und Unterwegs sein.

www.music-news.at: Was beeinflusst dich am meisten, wenn du Songs schreibt?

Peter Schwarz: Meine Lebenswelt. Song schreiben ist immer auch ein Ventil diese zu verstehen, zu verarbeiten und vielleicht zu ändern.

www.music-news.at: Beschreib uns doch deinen Musikstil in ein paar Worten! Was macht deine Musik besonders?

Peter Schwarz: Ich mache Popmusik und singe diese auf Mundart. Ich versuche mit meinen Songs Mädels zum Tanzen und Jungs zum Nachdenken zu bringen.

peter_schwarz_001

Peter Schwarz – seine Texte sprechen Bände

www.music-news.at: Was steht in naher Zukunft an?

Peter Schwarz: Das Crowdfunding für das Album Release ist angelaufen. Gleichzeitig laufen auch die Verhandlungen mit Plattenfirmen und Produzenten. Der Fokus liegt jetzt im Frühjahr auf der Realisierung des Albums. Es gibt dann auch eine kleine Promotionstour vor allem für das Radio in Österreich und Süddeutschland und ein paar Live Gigs, wo die Songs präsentiert werden.

www.music-news.at: Gibts für deine Promotion Tour schon Termine und Orte?

Peter Schwarz: Nein. Das macht mein Promoter. Radiotechnisch wird das eine fünf Tagestour, wo die wichtigsten Stationen im Land angefahren werden und die 1. Single des Albums vorgestellt wird. Live kriegt man mich dann bei verschiedenen Festen zu hören. Da sind verschiedene Konzepte in Planung, wovon ich aber noch nicht sprechen kann. Es wird aber definitiv eine Release Party in Graz geben. Die muss sein.

www.music-news.at: Wie siehst du die Zukunft von österreichischem Pop?

Peter Schwarz: Gemischte Gefühle. Es gibt wirklich sehr viel gute Musik in Österreich. Eine bunte Bandbreite an Musikstilen und tolle Bands, die coole Mukke machen. Wie in jeder anderen Branche gibt es natürlich auch Trash. Will man wirklich davon leben muss man sich über ein paar Dinge klar sein:
Der Musikmarkt ist in Österreich sehr klein und jeder will etwas von dem Kuchen haben. Der kleine Markt bedingt Neid, andererseits schielen wir Österreicher gerne nach Deutschland. Was wir meiner Meinung nicht müssten.
Hinzu kommt das sich der Musikmarkt in den letzten zehn Jahren durch das Internet mit all seinen Vor- und Nachteilen komplett verändert hat. Und mit ihm hat sich natürlich auch das Berufsfeld des Musikers gewandelt. Album und Tour sind schon lange nicht mehr das, was sie einmal waren. Will man als Musiker (über)leben hat man sieben verschiedene musikalische Einnahmequellen.

www.music-news.at: Hast du Austro – Pop Vorbilder?

Peter Schwarz: Vorbilder in dem Sinne nicht. Aber man sollte, wenn man österreichische Musik macht, seine Hausaufgaben machen. Von Falco über Kreisler bis hin zu Kruder und Dorfmeister und die ganzen Liedermacher Bande habe ich mich schon viel mit der Vergangenheit beschäftigt. Und ich hör die Musik auch gerne.

www.music-news.at: Zwischen deinem letzten Debütalbum und deiner Single „Bring Mi Ham“ ist einiges an Zeit vergangen – was hast du in der Zwischenzeit, was deine Musik angeht, gemacht?

Peter Schwarz: Ich habe Musicals und Songs für andere Künstler geschrieben. Ich habe aber auch viel Vocal Coaching gegeben. Leute für eine Studiosession oder für ein Casting vorbereitet. Das letzte Jahr habe ich viel Zeit in meine eigene Karriere investiert. Networking, Branding aber auch einfach musikalisch viel ausprobiert: was geht und was nicht.

www.music-news.at: Wo findet man dich im Internet?

Peter Schwarz: Am Besten auf meiner Fb Seite. Aber auch auf allen anderen gängigen Social Media Plattformen. Meine Internet Seite lautet peterschwarz.at.

www.music-news.at: Gibt es noch etwas, dass du gern den Lesern von www.music-news.at mitteilen willst?

Peter Schwarz: Ja unbedingt. Ohren steifhalten jetzt kommt bald der Frühling. Bleibt bei der Musik.

Crowdfunding

Wie auch viele anderen Künstler hat sich auch Peter Schwarz dafür entschieden ein Crowdfunding Projekt zu starten, dass du noch bis zum 08. März 2015 auf startnext.com/peterschwarz unterstützen kannst. Bei seinem Projekt, dass man mitfinanzieren kann, geht es um die Umsetzung als auch Vermarktung einer CD-Produktion seines ersten großen Albums. Fördere jetzt die österreichische Musikszene und gib einem Künstler, der auf handgemachte Musik und ehrliche Texte setzt, eine Chance, sich und seinen musikalischen Traum zu verwirklichen. Was er ganz genau vorhat, erzählt dir der Steirer natürlich auch persönlich in einem Video:

Wir drücken Peter Schwarz und seinem Projekt die Daumen!

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.