Das Warten auf den Durchbruch – davon träumen viele Musiker. Ob Gerard den Durchbruch bereits geschafft hat, darüber kann man diskutieren. Auf jeden Fall hat der gebürtige Welser es schon in das sogenannte Musikfernsehen geschafft. Ein Meilenstein, um den ihn sicher viele Musikerkollegen beneiden.

Mit der Single „Lissabon“ seines letzten Albums “Blausicht” schaffte er diesen Schritt. Belohnt wurde er von den Fans mit Platz 11 in den österreichischen Albumcharts. Nun im Jahr 2015 folgt ein neues Album plus Tour, und der Druck ist wohl so groß wie noch nie.
Bereits in jungen Jahren, was heutzutage nicht unüblich im Musikbusiness ist, beginnt der musikalische Weg von Gerald Hoffmann, so der bürgerliche Name von Gerard. Schon als Teenager machte der MC mit Singles und Mixtapes auf sich aufmerksam. Das erste Album ließ auch nicht lange auf sich warten. Rising Sun erschien im Jahr 2007, damals noch unter dem Namen Gerard MC. In der gleichnamigen Single „Rising Sun“ sieht man den damals 20-Jährigen noch komplett anders. Kaum mit dem heutigen Gerard zu vergleichen, wirkt er damals im dazugehörigen Musikvideo noch ziemlich hektisch und unbeholfen. Er wirkt aber auch hungriger und aggressiver als heutzutage. Dass diese Eigenschaft abgelegt wurde, liegt aber wohl in der Natur eines jeden Musikers. Man verändert sich ja schließlich mit den Jahren und kann nicht immer gleich klingen. Mit seinem ersten Album im Gepäck folgt anschließend auch ein Auftritt beim Splash 2007, und das mit gerade einmal 20 Jahren. Es gibt nur wenige Rapper, die Ähnliches in ihrer jungen Karriere erreicht haben. Die Vorzeichen für seine kommenden Projekte könnten also nicht besser sein.

Es wird oft gesagt, dass das zweite Album oft das schwerste ist, denn nun muss man Musikalisches bestätigen, mindestens wiederholen, wenn nicht sogar toppen. Letzteres hat Gerard MC mit seinem zweiten Studioalbum Blur geschafft. Prominente Unterstützung für das Album holte er sich mit Maeckes von den Orsons, der den Track „Dunkelblaugelb“ produzierte. Insgesamt wirkt der Rapper auf dieser Platte ruhiger als auf seinem Debütalbum, das beweist nicht nur die Videosingle „Was bleibt“. Der Musiker wirkt hier viel melancholischer und nachdenklicher, er schafft es mit seinen Texten Bilder in den Kopf zu malen, die einen selbst nachdenklich machen. Vergleiche mit Prinz Pi waren die Folge dessen, und wie der Zufall so will, dieser wurde auch auf Gerard MC aufmerksam. Anschließend nahm Prinz Pi den Musiker 2011 mit auf Tour, schließlich wurden auch die Medien auf ihn aufmerksam. Das spiegelte sich vor allem dadurch wider, als Gerard MC 2011 und 2012 auf CDs der Juice vertreten war. Das letztere Juice Exclusive gab es sogar mit seinem Namensvetter Thunderbird Gerard aus den USA, die beiden liefern auf „Keep Going“ einen guten Track ab. Das Sahnehäubchen war wohl der Auftritt bei der Juice Jam, bei der auch noch Rapper wie Marsimoto, Prinz Pi, Raf 3.0, Megaloh und Olson performten.

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@ Kidizin Sane

Das MC fällt weg, was übrig bleibt ist Gerard. Nun startet der Musiker so richtig durch. Ungefähr zeitgleich beendet er auch sein Studium für Rechtswissenschaften an der Universität Wien, welches bestimmt auch in einer Laufbahn als Musiker seine Wichtigkeit hat. Außerdem kann es nie schaden, eine Option B zu haben, falls es mit der Musik nicht klappen sollte. Aber diese Phase sollte Gerard schon lange überwunden haben. Im Sommer 2012 kommt dann eine der bislang bekanntesten Singles ,„Lissabon“, und kurz darauf auch „Manchmal“. In beiden Songs dreht es sich um eine Beziehung mit ihren Höhen und Tiefen. Sicherlich jeder Mensch, der schon einmal eine längere Beziehung hatte kann sich gut in diese Lieder hineinversetzen. Der Musiker schafft es mit seinen Texten, dass man sich in seiner Musik verliert. Ein Beispiel dafür ist „Ich fühl mich wohl bei dir/ falls du die nächsten Jahre noch nix fix geplant hast dann wohn bei mir/ seitdem läuft alles rundum rund/ seitdem bist du mein wunder Punkt“. Durch die beiden Videosingles werden diverse Musikmedien auf den Österreicher aufmerksam, er wird zu diesem Zeitpunkt als einer der besten Newcomer im deutschen Hip Hop gehandelt. Es folgen Vergleiche mit Casper & Prinz Pi. Wenn wir mal unsere Augen nicht auf Deutschland richten, sehen wir zu der Zeit eine gewisse Ähnlichkeit zu Chakuzas Musik. Dieser hat sich zu der damaligen Zeit ebenfalls wie Gerard auch zum ruhigeren und melancholischeren Künstler entwickelt. Darum war es auch nicht mehr so überraschend, als der eine Oberösterreicher Gerard den anderen Oberösterreicher Chakuza auf dessen Album Magnolia im Track „Stehenbleiben“ featured. Dieser Song ist vorerst die letzte Zusammenarbeit der beiden Musiker, von der wir gerne auch noch mehr gehört hätten.
Schließlich erscheint im Herbst 2013 das Album Blausicht. Neben den schon bekannten Videos zu „Lissabon“ und „Manchmal“ bekommt das Album im Laufe der Zeit noch zwei weitere Videoauskopplungen. „Irgendwas mit Rot“ und „Alles jetzt“ bekommt ebenfalls noch ein Video verpasst, generell kann man sagen, dass alle Videoauskopplungen sehr ansehnlich geworden sind, sowohl optisch, als auch akustisch. Für die Akustik des restlichen Albums hat Gerard mit DJ Stickle und Patrick Pulsinger ein Team gefunden, welches es geschafft hat, dass Blausicht einen musikalischen roten Faden besitzt. Dadurch kann man die Platte sehr gut in einem durchhören, ohne Songs skippen zu müssen. Auf dem Album gefeatured wird nur die Band OK KID, die einen ähnlichen musikalischen Stil pflegt, wie den des Oberösterreichers. „Atme die Stadt“ heißt das Ergebnis deren Zusammenarbeit auf Gerards Album. Eine weitere Zusammenarbeit gab es auch auf OK KIDs Album aus dem Jahr 2014, welches den Titel des Bandnamens hat.

„…weil es gerade im Moment so erfolgreich ist“

Es wird oft behauptet, dass diese Art von Musik, die die vorher erwähnten Musiker auszeichnet, gezielt produziert wird, „weil es gerade im Moment so erfolgreich ist“. Oft wird den Künstlern hier nachgesagt, sie klingen wie Casper oder wie Marteria. Natürlich brauchen die Hörer Vergleiche, um Musik zu kategorisieren. Aber dann zu behaupten, jemand macht das nur aus dem Grund, weil es sich gerade gut verkauft, geht zu weit. Jeder Musiker, so auch Gerard, lässt persönliche Geschichten in Texte einfließen. Würden diese Texte komplett aus erfundenen Geschichten bestehen, merkt das die Hörerschaft. Bei Gerard ist das eben nicht der Fall, man kauft ihm auf Blausicht seine Lyrics ab, was sich gut durch seine Musikvideos zeigt. Denn dort muss man schon ein verdammt guter Schauspieler sein, um ein Image zu verkaufen, das man nicht selbst ist. In der Gegenwart angekommen sind seit Blausicht zwei Jahre vergangen. Wer bis heute die Lieder noch nicht auswendig kann, ist selbst schuld. Aber noch bleibt etwas Zeit bis zur nächsten Tour des Musikers, zu viel Zeit haben wir trotzdem nicht mehr. Es soll noch dieses Jahr ein Album und eine Tour geben. Gerard selbst hat bisher nur verraten, dass das Album wunderschön wird. Er ist aktuell fleißig am Aufnehmen, wie es auf seinen Facebook-Bildern ersichtlich ist. Auf jeden Fall wird seine kommende Platte heiß erwartet, zählt er doch zu den erfolgreichsten österreichischen Rappern. Bis dahin heißt es fleißig Texte aus seinem letzten Album lernen, auf zukünftigen Konzerten werden diese sicherlich gebraucht. Der sympathische Musiker aus Wels arbeitet schon eifrig an Neuen.

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