Bisher galten sie nur als Geheimtipp, doch als Gewinner des Rock the Island Contests ist zu hoffen, dass die langjährige Arbeit in den Probekellern Simmerings nun endlich von Erfolg gekrönt ist.

Die Formation um Peter Rosner an Mikrofon und Gitarre verfolgt schon seit dem Jahr 2000 das Ziel die wienerische Muttersprache mit funkigen Rhythmen verbinden. Diese ungewöhnliche Kombination macht es vielleicht gerade in Österreich schwierig die musikalische Anerkennung, sowohl der Funk-, als auch der Austropop-Szene zu erringen. Die Kombination dieser beiden Genres ist aber dennoch außergewöhnlich frisch und unverbraucht und kommt sehr unbekümmert daher.

Die Band ist nach dem ehemaligen aber noch immer legendären Café Herta gegenüber der Remise Simmering benannt und besteht neben dem Vokalakrobaten Peter Rosner aus Stefan Angel, der sich und seine Stromgitarre in Szene setzt. Bernhard Vosicky hat sich dem Trommeln verschrieben und auch der Harmoniegesang fällt in seinen Aufgabenbereich. Stefan Miller sorgt am Bass für den nötigen Groove. Mehr braucht es nicht für eine Funk-Rockband.

Vom Café Herta aufs Donauinselfest

Da Rosner und Angel einander schon seit der Schule kennen, kann man bei Herta11 von einem kontinuierlichen Arbeit und vielen Aufs und Abs reden, in der dieser eigene Stil gewachsen ist. Die Textideen kommen aus dem Alltagsleben der Burschen und beschreiben das Leben, zwischenmenschliche Beziehungen und die daraus resultierenden Erlebnisse mit der dazu gehörigen zynischen Sozialkritik:

„Host kuaz Zeit fia mi
du bist do jetz da Präsident
vom Club, den wos a jeda kennt

I dua a wos fia di
waßt eh, do obn in mein Verein
do kenntast du im Vorstand sein

Heast, mei Freind i check da wos
i glaub i kenn da wen
mei Hand, die woscht die deinige
des is do ka Problem…“
(aus Freunderl)

Nun haben die Bemühungen Früchte getragen und Herta11 freut sich zum ersten Mal in der Bandgeschichte auf der Hauptbühne des Donauinselfests spielen zu dürfen. Man kann nur hoffen, dass dieser bisherige Höhepunkt der Band nur der Auftakt zu vielen weiteren Meilensteinen in der Karriere der jungen Simmeringer wird.

Wienerischer Funk-Rock

Verdient hätten sich Herta11 allemal mehr Aufmerksamkeit, denn neben den Texten ist auch der Bandsound hörenswert. Vielleicht ist es die Kombination, die die Fans bisher noch etwas abgeschreckt hat. Gerade ihre gefühlvolle Ballade an die Heimatstadt Wien sollte sowohl bei Funk-Rock-Gitarrefans als auch bei Austropopliebhabern Anklang finden. Auch Ausflüge in den Reggae, immer kombiniert mit einer mal härteren, mal anschmiegsameren Stromgitarre, sind bei den Jungs zu finden.

2014 haben Herta11 ihr erstes Album „Café Herta“ herausgebracht, das über die Homepage zu bestellen ist. Doch auch bei ihrem Gig auf der Hauptbühne beim Donauinselfest werden sie einige Exemplare dabei haben.

Fazit

Herta11 ist sicher eine der unterschätztesten Wiener Bands der letzten Jahre, wenn sie sich auch durch ihren stilistischen Grenzgang ein wenig zwischen die Stühle setzen. Durch den Gewinn des Rock the Island Contests ist ihnen zu wünschen, dass sie ab jetzt einer größeren Zahl an potentiellen Fans bekannt werden. Sie beweisen, wie viele andere weniger beachtete Bands in Österreich, dass man Dialektrock auch mit Hirn und musikalischem Können machen kann. Es wäre zu hoffen, dass sich Qualität zumindest manchmal durchsetzt.

Wann? Samstag, 25. Juni 2016, 17.00 Uhr
Wo? Wien Energie/Radio Wien/Hitradio Ö3 Festbühne

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.