Unaufdringlich und ein bisschen psychedelisch.

HVOB, kurz für Her Voice Over Boys, sind ein österreichisches Electropop Duo aus Wien. Gegründet wurde die Band 2012 von den beiden Köpfen Anna Müller und Paul Wallner. Gemeinsam sind die beiden für Komposition und Produktion zuständig, Müller verleiht den minimalistischen Songs außerdem ihre Stimme. Bevor sie mit Wallner HVOB gegründet hat, war Anna Müller Sängerin der Deutschrock Band Herbstrock, die dem einen oder andern durch ihre Songs „1-2-3“ oder „Die bessere Hälfte“, bekannt sein dürfte.

Kometenhafter Aufstieg

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HVOB live in Rom.

Im April 2012 tauchten erstmals vereinzelt Musikschnipsel auf der Soundcloud-Seite des Duos auf. Und dann ging es auch schon ganz schnell: Der deutsche DJ und Produzent Oliver Koletzki war von den Hörproben derart begeistert, dass er HVOB kurzerhand bei seinem Independent-Label Stil vor Talent unter Vertrag nahm.
Ihr erfolgreiches Live-Debüt gaben sie noch im selben Jahr auf dem Urban Art Forms Festival in Unterpremstätten bei Graz und kurz darauf beim Melt! Festival in Deutschland vor über 20.000 Menschen. Was daraufhin folgte, war der klassische Schneeballeffekt, denn beim Melt! wurde die Booking Agentur „Four Artists“ auf das Duo aufmerksam und nahm HVOB unter Vertrag.

Ebenfalls im Jahr 2012 veröffentlichten HVOB ihre erste EP „Dogs“, die Platz vier der Beatport Charts erreichte und im selben Jahr als musikalische Untermalung eines Werbespots des Designers Elie Saab fungierte. Das Debütalbum „HVOB“ erschien im März 2013, woraufhin eine Europatournee folgte.

Wie in Trance

HVOB soll für treibende, melancholische und anspruchsvolle elektronische Musik stehen. Und das setzt das Duo mit dem Debütalbum auch gut um. Jeder einzelne Song ist authentisch und hat das gewisse Etwas. Die Musik von HVOB wirkt beruhigend und fast ein bisschen hypnotisierend und psychedelisch. Im Gegensatz zu anderen Vertretern des Deep House, wie zum Beispiel Robin Schulz, sind die Songs von Anna Müller und Paul Wallner sehr ruhig und unaufdringlich. Aber gerade diese Unaufdringlichkeit macht die Musik bemerkenswert. HVOB liefern keine klassischen Charthits oder Ohrwürmer, aber dennoch bekommt man die Musik nicht so schnell aus dem Kopf.

Die Videos der Band bestehen aus Visual Art Elementen, Illustrationen und wirken oft wie ein Comic. In Kombination mit der Musik können die Videos einen tatsächlich fast in Trance versetzen.

Erst heute, vor wenigen Stunden, wurde die neue EP „Window“ mitsamt Video veröffentlicht. Hört rein:

Ein Korb für den Amadeus-Award

Anna Müller und Paul Wallner.

HVOB waren heuer für den Amadeus Award in der Kategorie „Electronic/Dance“ nominiert. An und für sich ist das ja eine große Ehre, HVOB jedoch baten die Veranstalter in einem offenen Brief auf ihrer Facebook-Seite ihre Nominierung zurückzuziehen. Der Grund: Um in dieser Kategorie abstimmen zu dürfen, verlangte der Medienpartner KroneHit die Facebook-Daten der User, also Email, Geburtstage und soziale Kontakte.
In ihrer Aussendung schreiben Anna Müller und Paul Wallner: „Es ist uns insbesondere unangenehm, für das Abgreifen von E-Mail-Adressen jener Leute missbraucht zu werden, die unsere Musik so sehr mögen, dass sie für uns voten möchten“. Sie wollten ein Zeichen gegen „plumpeste Marketingbedürfnisse“ des Radiosenders setzen. Der Entschluss von HVOB, die Nominierung zurückzuziehen, erregte natürlich viel Aufmerksamkeit. Geschadet hat sie dem Duo jedenfalls nicht, denn die beiden beendeten gerade ihre Tournee, die sie das ganze Jahr durch Europa geführt hatte.

Fotocredits: HVOB-Facebook, freiburg.subculture.de 

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