Bodenständig, ein bisserl verrückt aber auf den Punkt gebracht.

Folkshilfe, das sind Mathias Kaineder (Gesang, Gitarre), Florian Ritt (Gesang, Steirische Harmonika) und Gabriel Haider (Gesang, Schlagzeug) aus Oberösterreich. Folkshilfe, das ist ehrliche Musik.
Angefangen auf den Straßen Österreichs, über die Bühnen und das Fernsehen, bis in unser Herz, beschreiten die drei Burschen ihren Weg und sprechen nicht nur ihren Fans direkt aus der Seele. Für viele erst nach dem Vorentscheid des Eurovison Song Contest bekannt, schafften die drei allerdings schon 2013 ihren Durchbruch mit „Quetschn“, Gitarre, Schlagzeug und Mundart Gesang. Ihre Songs sind nicht überladen. Sie sind authentisch, mitreißend und voller Leben, genau wie ihre Live-Auftritte. Egal ob im Fernsehen, in kleinen Clubs, Modeläden oder auf großen Festivalbühnen, sie fühlen sich überall zu Hause und sorgen für Stimmung.

Ihre Songs funktionieren und animieren das Publikum regelrecht zum Mitsingen und -tanzen. Egal ob „Karl und Resi“ „Summersun“ oder „Seit a poa Tog“, das Publikum gibt sich dem Auftritt und der Harmonie der Band hin.
Viele Medien tun sich schwer was den Überbegriff für diese Musik angeht. Die drei Jungs ebenfalls: „Ich glaube einen Überbegriff in dem Sinn gibt es nicht. Mit einem Begriff unsere Musik zu erklären fällt eher schwer. Da müssten wir ja unsere ganze Musik in einem einzigen Begriff bündeln. Unsere Musik ist schon sehr speziell und hat es in dieser Art und Weise auch noch nicht gegeben. Es ist irgendwie alles dabei. Es ist einfach Folkshilfe.“

„Die Harmonika polarisiert.“

Die sympathischen Oberösterreicher sind auf dem richtigen Weg ihr Ziel zu erreichen. Folkshilfe ist längst keine kleine Straßenband aus dem Mühlviertel mehr, sondern bekannt, beliebt und gleichzeitig ein Begriff für die ehrliche Musik, die einem den Frohsinn zurück bringt, den man manchmal im Alltag doch schmerzlich vermisst. Beim Thema Inspiration scheiden sich die Geister. Die drei haben verschiedene musikalische Hintergründe, die sich natürlich auch was das Schreiben der Songs angeht, bemerkbar machen. Anders als viele andere Bands nehmen sie alle ihre Ideen mit in den Proberaum und feilen solange zusammen herum, bis eben so ein grandioses, ansteckendes Werk wie „Seit a poa Tog“ entsteht – ein gemeinsames Ganzes mit besonderer Mischung. „Die Harmonika polarisiert. Und uns fällt es immer schwer, weil auf der einen Seite ist bei uns Humor dabei, aber auf der anderen ist es uns auch wichtig, dass die Idee nicht in eine Richtung abgleitet, die wir vielleicht nicht wollen.“

© Kevin Rieseneder 02 loRes

© Kevin Rieseneder

Genregrenzen gibt’s für Folkshilfe nicht. Ihre allein schon ungewöhnliche Instrumentierung und das Ausleihen verschiedener Musikrichtungen in ihren Werken macht sie einzigartig und bewundernswert. Drei Videos gibt’s bisher zu drei außergewöhnlichen Songs, „Shake Your Body“, das im Zuge eines Flashmobs am Strand der kroatischen Insel Krk gedreht wurde, „Seit a poa Tog“, welches ebenfalls aus der Feder von Kevin Rieseneder stammt und zusammen mit Manuel Prammer und Ricarda Oberneder in der Tabakfabrik Linz gedreht wurde. Und „Loss da helfn“, bei dem LMmedia Kamera und Schnitt übernahm und welches im Zuge des Noppenair Musikfestivals entstand. „Bei „Seit a poa Tog“ war eigentlich ganz klar, dass wir ein Video wollten, was auf der einen Seite hochwertig produziert wird, eine Story hat, aber auch den Witz mitbringt.“
Einen Wunsch nach Veränderung: So eine Promotion könnte es öfters geben. Laut Folkshilfe geschieht so manches, aber der Wunsch nach mehr österreichischer Musik im Radio bleibt dennoch bestehen. „Es tut sich grad einiges. Es gibt eine Musikszene. Von Seiten der Medien ist sie manchmal nicht so gut beleuchtet. Wir haben als eine von wenigen Bands beim Vorentscheid des ESC auftreten dürfen. Es war cool, dass der ORF so einen Schritt gewagt hat. Es ist unglaubliche Werbung.“ Die drei Vollblutmusiker touren nicht nur durch Österreich, sondern auch mit ihrem sogenannten Tourlaub durch angrenzende Länder wie Kroatien, Italien, Deutschland und die Schweiz. „Österreicher, Deutsche und auch die Schweizer konsumieren heimische Musik der verschiedensten Facetten, ohne irgendwelche Werte. Die Leute finden es interessant was so gemacht wird.“ Anders als man erwartet treten die Drei aber nicht auf den Bühnen großer Konzerthäuser auf, sondern auf der Straße und schaffen es trotzdem, egal wo sie spielen, den Folkshilfe Funken überspringen zu lassen und durch ihre energiegeladenen Tracks neue Fans zu generieren. Das Altersspektrum der Fans reicht vom groovenden Opa bis hin zum tanzenden Baby, es ist einfach alles dabei.

„Auf der Straße musst du dir deinen Platz erkämpfen. Am Anfang kostet das wirklich Überwindung sich hinzustellen und Musik zu machen.“

„Auf der Straße musst du dir deinen Platz erkämpfen. Am Anfang kostet das wirklich Überwindung sich hinzustellen und Musik zu machen. Aber man kommt doch recht schnell rein in dieses ganze Konzertfeeling.“ Folkshilfe ist sich einig. Wenn man von dem überzeugt ist was man macht und es gern macht, und sich dessen bewusst ist, heißt es dran bleiben.
Das Musikerdasein ist nicht nur jeden Abend Bier trinken, sondern enormen Aufwand in Struktur und Organisation zu betreiben, sich Partner suchen mit denen man gerne arbeitet und das Ganze bis zu Ende denken. Genau das ist auch ihr Tipp für aufstrebende Bands, die in ihre Fußstapfen treten und selbst Musik machen wollen. Dieses Jahr soll sich der bereits im März erschienenen vier Track EP „Seit a poa Tog“ das Debütalbum anschließen. Wann das jedoch der Fall sein wird und welchen Titel das Werk trägt, steht laut Folkshilfe noch in den Sternen. Aktuell befindet sich das gute Stück in der Fertigstellung. „Andere Bands machen ein Album und gehen dann auf Tour. Wir spielen Live und machen daraus unser Album.“ Auch wenn Florian Ritt selbst keinen Plattenspieler hat, ist er doch stolz darauf, dass das Debütalbum mit dem Arbeitstitel „Folkshilfe Debütalbum“ ebenfalls als LP erhältlich sein wird. Unter anderem ist eine Album Release Tour im Zuge der Veröffentlichung geplant. Abschließend bleibt zu sagen, dass Folkshilfe nicht nur durchgehendes Hitpotential haben, sondern eine Vorzeigeband für alle jene sind, die ihren Traum von der Musik leben zu können wahr machen wollen.

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