Worauf andere ein halbes Leben hinarbeiten, hat der 23-jährige Österreicher Julian Heidrich, besser bekannt als Julian Le Play, innerhalb weniger Monate geschafft.

Der junge Mann ist nicht nur im Radio als Moderator zu hören, sondern ist auch äußerst erfolgreich als Singer/ Songwriter unterwegs. Le Play ist im Musikbusiness streng genommen kein Newcomer mehr. Bereits im jungen Kindesalter hat er beim Kiddy Contest von ORF teilgenommen und durfte sein Können unter Beweis stellen. Aber so ganz genau kann Le Play den Zeitpunkt, ab wann die Musik eine große Rolle in seinem Leben eingenommen hat, gar nicht bestimmen. Sie hat ihn irgendwie in allen Lebenslagen begleitet – ob im Kirchenchor, während Klavierstunden oder als Mitglied von Schulbands. Dass er seinen Lebensunterhalt damit verdienen will, wurde ihm bewusst, als er einen Talentwettbewerb an seiner Schule gewann: Er hatte einen Song für eine Mitschülerin geschrieben, die bei seinem Auftritt auch noch im Publikum saß. Eigentlich sah sein Plan für die Zukunft einmal ganz anders aus und Le Play zog mit 15 ein Jahr nach Australien. Die weite Entfernung zu seiner Heimat in Österreich und das Leben in einem komplett anderen Land haben den Sänger geprägt und ihm unglaubliche Erfahrungen beschert.

Wieder zurück in Österreich, beginnt 2010 dann aber Le Plays mediale Karriere: Er belegt bei der österreichischen Castingshow „Helden von morgen“ den siebten Platz und versucht sein Glück ebenfalls beim deutschen Contest „Guten Morgen Düsseldorf“. Ab jetzt geht es in Sachen Musikkarriere steil bergauf für ihn. Le Play unterschreibt 2011 einen Plattenvertrag beim Label GRIDmusic und veröffentlicht sein erstes Album, das den Titel „Soweit Sonar“ trägt. Die daraus ausgekoppelte Single „Mr. Spielberg“ wird zum Chartstürmer und hält sich wochenlang in den obersten Rängen, er wird sogar zum meistgespielten Titel des Jahres 2012. Le Play tourt durch Österreich und veröffentlicht weitere Songs. Seinen Erfolg untermauert er mit Musikpreisen: Ihm wird der „Amadeus Music Award“ in den Kategorien „Pop/ Rock“ sowie „Best Engineered Album“ verliehen. Kein Wunder, denn die Songs, die Le Play schreibt, sind so poetisch und gefühlvoll, dass sie im Handumdrehen in seine verträumte Welt entführen.

Julian le Play Press 01 Credits Kidizin Sane

© Kidizin Sane

Le Play schreibt seine Songs bewusst auf Deutsch, die Sprache in der er denkt und so seinen Gefühlen am besten Ausdruck verleihen kann. Die Intensität der Lieder ist beeindruckend. Le Play schafft es, seine Gefühle musikalisch darzustellen und die Melancholie, Freude oder Angst auf seine Zuhörer zu übertragen. Getragen werden seine tiefgehenden Texte von Klavier- und Gitarrenklängen. Le Play ist schon jetzt unglaublich erfolgreich und ein Ende seiner musikalischen Laufbahn scheint weit entfernt. Erst dieses Jahr hat der junge Musiker ein neues Album veröffentlicht, das den Titel „Melodrom“ trägt und damit sofort an das Wort „Melodram“ erinnert. Dieser Begriff kommt aus dem Griechischen und verbindet die Wörter „melos“ (Klang) und „drama“ (Handlung) miteinander. Vielleicht eine Anspielung auf die kleinen Geschichten, die Le Play uns mit jedem seiner Lieder mitteilt? Gut vorstellbar. Was aber sicher feststeht, ist, dass Le Plays Texte berühren, noch eingängiger als es in seinem Debütalbum der Fall war. Le Play singt über die Liebe, über Verlust und Leiden und verwendet dabei immer Metaphern. In seiner Hitsingle „Rollercoaster“ geht es um die Manege, um Clowns und um das ständige Umherziehen der Artisten. Doch singt er wirklich vom Zirkusleben? Sind Le Plays Texte nicht viel mehr Metaphern, die unsere eigenen Gefühle bildlich darstellen? Oder wenn Le Play in seinem Song „Wir haben noch das ganze Leben“ feststellt, dass es nicht hektisch und eilig zugehen muss, wenn man Glück zu zweit genießen will. Weil dann die Zukunft unendlich scheint und so gut wie alles möglich wird. Weil Sorgen und Ängste zusammen besser überwunden werden können und nicht einschüchtern. Wer mit 23 Jahren solche Überlegungen und Fragen aufwirft, sogar zu literarischen Auseinandersetzungen mit Songtexten anregt, kann zweifelsfrei von sich als Poet reden. Daher scheint es auch angemessen, dass Julian Heidrich seinen Künstlernamen an den französischen Sozialwissenschaftler Pierre Guilleaume Fréderic Le Play anlehnt, der unter anderem für sein Bestreben nach sozialer Gerechtigkeit und Idealismus bekannt ist.

Le Play ist schon jetzt unglaublich erfolgreich und ein Ende seiner musikalischen Laufbahn scheint weit entfernt.

Auch für seine neue Platte hat Le Play wieder den Amadeus Music Award erhalten, diesmal in der Kategorie „Album des Jahres“. Weil Le Plays Liveauftritte großen Erfolg verzeichneten, entschied man sich die Melodrom-Tour fortzusetzen. Le Play wird sich im Anschluss der Arbeit an einem neuen Album widmen, sodass Österreich in naher Zukunft live wenig vom Sänger hören wird. Am 03.06 wird Le Play in Wien auftreten, anschließend am 13.06 in Graz und schließlich am 28.06 in Imst. Bei seiner Bühnenperformance wird er vom österreichisch-isländischen Singer/ Songwriter Thorsteinn Einarsson supportet.

paradox_01_mn

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.