Die derzeit bekanntesten DJs Österreichs punkten mit elektronischer Musik zum Wohlfühlen.

Sonnenstrahlen auf der Haut, die Zehen im Sand, Salzwasser auf den Lippen – die Musik von Klangkarussell klingt nach Sommer. Unbeschwert, leicht und unbekümmert.

Liebe auf den zweiten Blick

Hinter Klangkarussell stehen die beiden DJs Tobias Rieser und Adrian Held. Ursprünglich stammen sie aus Salzburg, aber weil die Mozartstadt nicht gerade eine Hochburg der elektronischen Musik ist, zogen sie nach Berlin. Ihre Anfänge machten sie aber dennoch in Österreich. Adrian Held trommelte in jungen Jahren auf dem Schlagzeug und Tobias Rieser spielte die Posaune. Der Funke sprang damals aber noch nicht über, sondern erst mit den ersten Clubbesuchen.

Rieser trat zu Beginn seiner Karriere alleine unter dem Namen Klangkarussell auf, während Held seine Musik unter dem Anagramm herald and i produzierte. 2011 fusionierten die beiden, und traten zuerst als Heldenklang auf. Weil sie mit Salzburgs Partyszene nicht wirklich zufrieden waren, organisierten sie zuweilen auch ihre eigenen Abende. Um Verwirrung und Namensverwechslungen zu verhindern, beschlossen sie gemeinsam unter dem Namen Klangkarussell Musik zu produzieren und zu veröffentlichen.klangakrussell-porträt

Wohnzimmer in der Disco

Zu gesellschaftlicher Bekanntheit und ihrem großen Durchbruch gelangten sie ganz im Stillen. 2011 veröffentlichten sie die Single „Sonnentanz“ auf Soundcloud, aber erst im Sommer 2012 kam der Track auf den Markt und verhalf Klangkarussell zu internationaler Anerkennung und Erfolg. In zahlreichen Ländern Europas landete das Duo auf den vordersten Plätzen der Charts, in den Niederlanden erreichten die DJs sogar Platz eins. „Sonnentanz“ lief im Radio rauf und runter, jeder konnte zum Beat schnipsen und klatschen. Der Song und die Künstler wurden gefeiert und gehyped, aber plötzlich kam die große Ernüchterung: Ein niederländischer Moderator gab in einem YouTube Video bekannt, dass die meisten Elemente des Hits vom Samplepacket Nu Jazz City stammten und die Loops teilweise eins zu eins übernommen wurden. Universal Records sperrte daraufhin das Video seiner Schützlinge, während diese die Anschuldigungen völlig gelassen hinnahmen, denn dem Erfolg tat dies keinen Abbruch.

Mit ihrer Musik schlug das Duo einen gänzlich anderen Weg ein, entgegen dem Strom der internationalen Clubmusik. Kein Drum and Bass, kein Techno, sondern elektronische Musik mit Wohlfühlfaktor. Das Herz bleibt dabei im eigenen Rhythmus, nur der Körper bewegt sich zu den Beats.

Prämierter Debütant

Auch das Debütalbum „Netzwerk“ von Klangkarussell schließt sich dieser Philosophie an. Die Tracks sind vorwiegend instrumental, aber bei weitem nicht so einprägsam wie „Sonnentanz“. Auffallend ist, dass auf einigen Produktionen afrikanischer Gesang oder zumindest Laute zu hören sind. So auch auf einem weiteren bekannten Ohrwurm des Albums: „Netzwerk (Falls Like Rain)“. Es war wohl die Melodie des vergangenen Sommers, die bei jeder Strandparty auf der Playlist stand. Mehr als vier Millionen Klicks auf YouTube sprechen eine eindeutige Sprache. Im Video ist der ukrainische Freeclimber Mustang Wanted zu sehen, der in schwindelerregenden Höhen über den Dächern Belgrads waghalsige Stunts zeigt. Beim alleinigen Zuschauen bekommt man nasse Hände.

2013 erhielten Klangkarussell mit „Sonnentanz“ den Amadeus Award für den Song den Jahres. Außerdem erhielten sie vor kurzem den European Border Breakers Award. Mit diesem Preis werden jährlich zehn aufstrebende KünstlerInnen oder Bands für ihr erstes international erfolgreiches Album prämiert. Klangkarussell wurden für ihr Album „Netzwerk“ ausgezeichnet.

Fotocredits: Klangkarussell Facebook

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