Sie wollen einfach nur Musik machen, die sie mögen, Alben aufnehmen und so viele Shows wie nur möglich spielen – Vorhang auf für LastDayHere aus Slowenien.

Im Süden braut sich was zusammen – und dieses Etwas nennt sich LastDayHere. Die vierköpfige Alternative Metal Band aus Slowenien hat nicht nur durchdachte Riffs und großartige Vocals, sondern auch jede Menge Energie im Gepäck. Musikalisch sind die Jungs in den Gefilden von Disturbed oder Times of Grace anzusiedeln und standen bereits mit Papa Roach im Wiener Gasometer auf der Bühne. Derzeit arbeiten sie an ihrem dritten Studioalbum und spielen so viele Shows wie nur möglich, um ihre Musik in die weite Welt hinauszutragen. Wenn sie so weiter machen wie bisher, dürfte ihnen das auch ganz gut gelingen.

Grenzenlos

Ihren Ursprung haben LastDayHere im Jahr 2005, wo sie es zuerst zu dritt in der Formation Gesang-Gitarre-Schlagzeug versuchten. Diese Besetzung wurde allerdings ihrem Wunsch nach großen Live-Shows nicht gerecht. Letztendlich fanden sie die fehlende Komponente übers Internet und sind, einige Besetzungswechsel später, heutzutage zu viert unterwegs. Sich online zu finden hat allerdings auch seine Nachteile: „Wir kommen alle von verschiedenen Orten, sogar aus verschiedenen Staaten“, erzählen Marko, Jure, Saso und Uros. So sind sie schon sehr froh, wenn sie es hin und wieder zum gemeinsamen Proben nach Celje, Slowenien, schaffen. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass „Wo ein Wille, da ist auch ein Weg, um gemeinsam Musik zu machen“ zum Motto der Jungs geworden ist.

„Wo ein Wille, da ist auch ein Weg, um gemeinsam Musik zu machen“

In ihrer Umgebung fanden LastDayHere sofort Gehör: „In unserer Region war es ziemlich außergewöhnlich, Alternative Metal zu spielen. So bekamen wir gleich Aufmerksamkeit von Musikfans, der Presse, Radio- und TV-Sendern.“ Ihren ersten Auftritt feierten sie beim Small Fest, welches den Schwerpunkt auf die lokale Musikszene legt, – und wurden sogleich auf die Probe gestellt. Es regnete in Strömen, doch im Gegensatz zu der Band nach ihnen schafften sie es, ihren Gig mit voller Elektrizität zu beenden. Für jedwede Wetterverhältnisse auf Festivals sind sie somit also schon gewappnet.

Gehör und Gefühl als Richter

Musikalisch versuchen sich LastDayHere ständig weiter zu entwickeln. Ihre Songs basteln sie wie ein Puzzle zusammen: „Wir kreieren zuerst alle unterschiedlichen Teile – verschiedene instrumentale Riffs und Gesangsstimmen – und dann bauen wir die Teile zu einem einheitlichen Bild zusammen.“ Vor allem auf ihren Sänger Marko Duplisak sind sie sehr stolz und bezeichnen ihn sogar als „Trademark“ der Band. Auch ihre Musikvideos sind echte Hingucker und für eine noch relativ kleine Band durchaus beachtlich. Hier hat ebenso Marko seine Finger als Fotograf und Music Video Director im Spiel. Was sie aber letztendlich am meisten ausmacht, da sind sie sich einig, sind Energie und Ehrlichkeit: „Bei uns gibt es keine Alter Egos, keine erfundenen Namen und keine Maskierungen oder Make-Up – wir sind einfach wer wir sind und geben alles.“

Last Day Here live

(c) LastDayHere

Das trifft auch auf ihre musikalische Richtung zu. Beeinflusst werden sie von den unterschiedlichsten Genres wie Rock, Metal, Symphonic Metal, Ambient, Pop und Electro. Sie versuchen allerdings diese Kategorien beiseite zu lassen und einfach das heraus zu picken, was sich gut anhört und sie glücklich macht. „Wir haben uns nie wirklich dafür entschieden, eine bestimmte Richtung Musik zu spielen; wir tun es einfach“, so LastDayHere. „Unsere Ohren und Gefühle sind unsere Richter.“

Reich der Gegensätze

Auch inhaltlich versuchen sich LastDayHere nicht auf eine bestimmte Thematik einzugrenzen, sondern ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Das erste Album „From Pieces Created“ verarbeitet viele negative Emotionen und Erfahrungen und steht damit im Gegensatz zum zweiten Werk namens „A New Beginning“, welches hoffnungsvoll nach vorne blickt. Diesen Wechsel erklärt die Band in Bezug auf ihre Bandgeschichte: „Innerhalb und um die Band herum hat sich einiges verändert. Damit haben sich auch die Themen und Lyrics unserer Songs geändert.“

Sich nicht vor Veränderungen zu verschließen und alles Neue in sich aufzusaugen, propagieren LastDayHere bereits mit ihrem Bandnamen, der zwar im Vergleich zu den anderen Vorschlägen einfach am besten klang, aber auch eine Botschaft vermitteln soll: „Wir leben im Hier und Jetzt und wir sollten jeden Tag so leben, als wäre es unser letzter. Wir sollten unser Leben nicht mit Wut, Hass und Trauer vergeuden.“ Deshalb ist es ihnen auch sehr wichtig, immer wieder den eigenen Stil weiterzuentwickeln, neue Klänge und Ideen einzubauen und sich auch individuell zu entfalten.

LastDayHere packen also jede Gelegenheit beim Schopf und schätzen jede Erfahrung. Auch nach ihrer zehnjährigen gemeinsamen Zeit werden sie einander nicht überdrüssig, selbst dann nicht, wenn „der Tourbus schon mal wie eine alte Socke stinkt“ oder sie „komplett ausgezehrt und müde sind“. Neben den Plänen fürs neue Album, den einzelnen geplanten Live-Shows (unter anderem in Österreich als Finalisten des Rock The Island Contests am 19. März im AERA) und einer Tour im kommenden Jahr steht für sie vor allem eines an erster Stelle: „Making good music in good company.“

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