Songs, Texte, Videos – Left Boy entpuppt sich als Alleskönner.

André Heller ist ein begabter Mann. Er war einer der Gründer von Ö3, arbeitete als Chansonnier unter anderem mit Wolfgang Ambros, gründete den Zirkus Roncalli und inszenierte die Show „Afrika! Afrika!“. Mindestens genauso begabt ist sein Sohn, Ferdinand Sarnlitz. Ferdinand wurde 1988 als Sohn von Heller und Sabina Sarnlitz in Wien geboren, schrieb mit 16 seinen ersten Song, zog 18-jährig nach New York und machte sich in der Rap- und Hip-Hop Szene einen Namen als Left Boy.

Die Musik im Blut

Bereits als Jugendlicher arbeitete Left Boy als DJ, versuchte sich als Beatboxer und war Mitorganisator der ersten Beatbox-Weltmeisterschaften. In New York absolvierte er ein einjähriges Tontechnikstudium und knüpfte erste Kontakte in der Rap-Szene. Left Boy selbst beschreibt seine Musik als einen Mix aus „Jazz, Klassik, Elektro und Weltmusik“.
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Nach Veröffentlichungen einiger Mixtapes und Songs wie „Jack Sparrow“ und „Get It Right“ auf YouTube durfte sich der heute 26-Jährige bereits einiger Bekanntheit erfreuen. Vor allem in Hongkong liefen seine Tracks schon damals rauf und runter. Ein paar Single-Auskopplungen später erschien heuer endlich sein erstes Album „Permanent Midnight“.

Was das Album ausmacht, sind die Einflüsse vieler verschiedener Musikrichtungen. Angefangen von Pop, über Rap bis zu Elektro mischt Left Boy alles zu einem wilden Mix zusammen und lässt sich nicht so leicht in eine Schublade stecken. Die Songs auf „Permanent Midnight“ sind abwechslungsreich und überraschen selbst den langjährigen Left Boy-Fan. Wer hätte schon mit einer derart ruhigen Nummer wie „Everything Flows“ gerechnet? Vielleicht hat der kleine Yves Louis seinen Vater etwas zum Nachdenken gebracht. Seine Vaterschaft ist nämlich ein großes Thema in seinen Songtexten und auch im Video zu „10 a.m.“ sieht man Yves Louis durchs Bild huschen.

Apropos Videos: Left Boy beherrscht die Visualisierung seiner Songs meisterhaft. Einige sind lustig, andere ernster, aber originell sind sie alle. Veröffentlicht werden sie unter seinem Label-Namen Made Jour und werden weltweit millionenfach angeklickt. „Jack Sparrow“, einer der ersten Songs, zählt aktuell mehr als sieben Millionen YouTube-Aufrufe.

Die „Ich AG“

Left Boy vereint Können und Selbstdarstellung in einem authentischen Gesamtkunstwerk. Seine selbst komponierten, getexteten und produzierten Songs und Videos haben von Hongkong bis Wien Erfolg und bestätigen die eingeschlagene Richtung. Es ist auch die Vielfalt seiner Songs, die beeindruckt. Während sich ein Teil in Musik, Text und Video nur ums Party machen dreht, ist der andere Part eindringlicher, emotionaler und stärker in seiner Aussage. Eben diese Mischung spricht viele Menschen an und ist ein weiterer Faktor des Erfolgs.
Obwohl gebürtiger Wiener spricht Left Boy ausschließlich Englisch. Auch bei seinem Konzert im Grazer Orpheum kam dem 26-Jährigen kein deutsches Wort über die Lippen. Der Stimmung tat dies aber keinen Abbruch. Eine fantastische Lichtshow und die Beats seiner Songs brachte die BesucherInnen in Ekstase.

Ferdinand Sarnlitz hat das musikalische Talent seines Vaters allem Anschein nach geerbt und weiß es bestens für sich einzusetzen. Seine Musik geht ins Ohr, setzt sich fest und macht, zumindest mich, süchtig.

Fotocredits: Left Boy @Faceboook

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