Lia Pale vereint Kunstmusik mit Pop und schafft so anspruchsvolle Musik. Ihre neue Platte „my poet’s love“ bezieht außerdem Dichtkunst mit ein.

Pop mit Klassik zu verbinden, kommt beim Publikum sehr gut an. Das beweisen nicht nur Chartstürmer wie Clean Bandit oder David Garrett, sondern auch die österreichische Sängerin Lia Pale, die Popmusik mit klassischen Elementen versieht, einen Hauch Musical hinzufügt und damit Songs auf hohem Niveau produziert.

Lia und die Liebe zur Klassik

Lia Pale wurde am 6. November in Wels geboren und begann im Grundschulalter mit dem Erlernen des Klaviers. Wie andere Kinder die Klamotten ihrer älteren Geschwister übernehmen, so hat Lia das mit Musikinstrumenten gemacht. Da ihre Schwester nicht mehr Flöte spielen wollte, hat sie es kurzerhand übernommen. Obwohl Sie in einer Brass-Band spielte, hing ihr Herz am Klavierspielen, sodass sie stets weiterübte und gar nicht mehr von den Tasten wegzubringen war. Schließlich richtete sie ihre schulische Ausbildung musikalisch aus und besuchte das Adalbert-Stifter-Musikgymnasium in Linz. Nach der ersten Gesangsstunde erkannte Lia, wie sie ihre Stimme einsetzen konnte und wusste, was sie wollte: „Singen und nur singen“. Sie wollte Jazzgesang studieren, versuchte es an einigen Musikhochschulen, unterrichtete Kinder und nahm privaten Musikunterricht, bis sie sich, mit 22 Jahren, in die Wiener Universität für Musik einschreiben konnte. Dort war sie Mitglied der Pop-Band „Roh Lex“, denn privat hört die Sängerin auch gerne andere Genres außer Klassik. Aretha Franklin, Beyoncé, Paul McCartney, Frank Sinatra oder Etta James gehören zu ihren Favoriten. Lia verließ Wien und verbrachte ein Jahr in Gothenburg, ein Jahr, für das sie im Nachhinein sehr dankbar ist. Sie lernte sich und ihre Fähigkeiten besser kennen, verliebte sich in Billie Holiday und traf Mathias Rüegg, mit dem sie musikalisch zusammenarbeitet. Lia begann Franz Schubert zu interpretieren und wurde so erfolgreich, dass sie bei Universal ihren Plattenvertrag im Jahr 2012 unterschreiben durfte. Schon 2013 veröffentlicht sie dann ihr erstes Album „Gone Too Far“, das sie während Ihrer Tour live auf der Bühne präsentierte. Doch nicht nur die klassische Musik berührte ihr Herz, sondern auch die Sprache. Dies zeigt sich in Lias Begeisterung für Heinrich Heine sowie Rainer Maria Rilke. Und zwar so sehr, dass sie ein Album unter Verwendung lyrischer Texte dieser Autoren produziert: Im Februar 2015 erscheint ihr zweites Album „My poet’s love“.

Lia_Pale

Lia Pale

Die Verbindung von Kunst- und Popmusik in „my poet’s love“

Fragt man Lia nach ihren Lieblingskomponisten, so nennt sie neben Franz Schubert und George Gershwin auch John Lennon. Und genau diese Mischung findet sich auch in den Songs ihres neuen Albums „my poet’s love“, das am 06. Februar 2015 bei Universal Music erschienen ist. Es beinhaltet 16 Songs, alle geprägt durch Lias einzigartiger Stimme. Schon bei den ersten Tönen, bei denen es sich um Klavierklänge handelt, bemerkt man das hohe Niveau der Musik.

Alle Tracks werden musikalisch von klassischen Instrumenten begleitet, wie etwa dem Klavier, aber auch Trompetentöne werden eingesetzt. Bei den Musikern handelt es sich um erfahrene Profi-Spieler, die einst im Vienna Art Orchestra tätig waren (Ingrid Oberkanins, Hans Strasser). Außerdem durfte der Trompeter Mario Rom, Lia bei ihrer Arbeit unterstützen, sowie Thomas Gansch, Juraij Bartos, Matthieu Michel, Richard Köster und Dominik Fuss.

So wie Lia sich nicht zwischen traditionellen Musikkonzepten und modernen Pop entscheiden will, so hat auch ihre Platte verschiedene Facetten. Die Songs sind etwas zwischen Modern Jazz, Kammermusik und lyrischer Romantik – immer von Lias einzigartiger Stimme begleitet.

Die verschiedenen Richtungen geben jedem Song seinen eigenen Charakter. Der Song „Even If My Song Is Simple“ ist ganz im Gegenteil zu seinem Titel klassisch, niveauvoll ausgestaltet: Trompete und Klavier begleiten Lia kunstvoll. Der Track „Seven Pages Of Loneliness“ ist dagegen eher etwas für den Jazzliebhaber. Wiederholungen und typische Seufzer sind neben dem thematischen Inhalt des Titels dafür verantwortlich. Auch in „Between Day And Dream“ haucht Lia uns etwas vor, das eindeutig zur Jazzszene passt. Klagend und gefühlvoll singt die Österreicherin von Realität und träumerischen Vorstellungen. Der Track „Diamonds & Pearls“ ist etwas schneller, hat aber auch etwas von Jazz. Lias ausdrucksstarke Stimmer erinnert dabei ein wenig an Musicalgesang – jedoch auf sehr hohem Niveau.

Besonders interessant ist, dass Lia ihr Album mit dem Track „Dear Heinrich“ beginnt und es mit „Dear Rainer“ enden lässt. Eine persönliche Würdigung der beiden Poeten, die großen Einfluss auf Lias Arbeit haben.

Lia on tour

Der fleißige Konzertbesucher weiß natürlich, dass Klassik sich nur richtig entfalten kann, wenn sie live performt wird. Daher lohnt sich neben dem Hören des Albums, natürlich ein Besuch von Lias Auftritten! Folgende Termine sind in Österreich geplant:

22. AprilLinz, Lia Pale Solo – Festival 4020 Brucknerhaus
19. JuniHochneukirchen, tba
26. JuniPuchberg, Schloss Puchberg
03. JuliMillstatt, Musikwochen

In Deutschland wird die Sängerin am 03. April auftreten und zwar in Stuttgart, Internationale Theaterhaus Jazztage.

Credits:
Photos by Julia Spicker

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