Ja, Lovecat alias David Haering gibt zu, es mag naiv klingen, in Zeiten von Terror und anderen Gefahren von Liebe als Allheilmittel zu reden. Aber dennoch ist der Electro-Pop-Musiker der Meinung, dass unsere Welt ein bisschen mehr Liebe nicht schaden kann: „Natürlich löst das die bestehenden Probleme nicht, aber ich glaube, unsere Zeit ist so von Angst, von Panik und Stress geprägt, dass es kein Fehler sein kann, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und Liebe wieder zuzulassen.“

Aus dieser Idee entwickelte sich sein Debütalbum „The Great Catsby“, nachdem er zuvor jahrelang in Punk- und Rockbands (Dave’s Nightmare, Side Effect) als Gitarrist mitgewirkt hatte. Allerdings erreichte der Wiener irgendwann den Punkt, an dem er eine Änderung wollte: „Ich wollte komplett weg vom Bandgefüge und der Gitarrenmusik. Das hat als Wunsch- und Spaßprojekt begonnen, ich habe mit Musikprogrammen und Synthesizern herumprobiert. Zum Schluss war ich selbst ganz positiv überrascht, wie gut das funktioniert hat.“

Lovecat hat sich Zeit gelassen

Bis Haering sein Soloprojekt wirklich durchgezogen hat, sind viele Jahre vergangen. Darf man sich im Musikbusiness, in dem täglich zig neue Singles und Alben erscheinen, wirklich so lange Zeit lassen? „Ich denke eigentlich überhaupt nicht über Zeit nach. Für mich zählt der Befreiungsschlag. Ich war sehr verwurzelt in der Punk- und Rockszene und auch ein Stück weit dort gefangen. Da traut man sich nicht einfach auszubrechen. Trotzdem glaube ich, dass ich noch genug Zeit habe.“ Vielmehr ist Haering stolz auf seine gesammelte Erfahrungen, die ihm heute extrem helfen: „Wenn es etwas Positives am Älterwerden gibt, dann, dass man Dinge schneller durchschaut und erkennt. Unabhängig von der Musik, weiß ich heute einfach besser, was ich weiß. Ich kann mich viel schneller entscheiden und weiß, was ich will.“

„Love is all you need…“

Für Haering ist seine Musik nicht nur Unterhaltung, sondern eine Art Katharsis für ihn selbst, in der er intime, persönliche Dinge musikalisch verarbeiten kann. Dazu gehört neben Weltschmerz, Hoffnung oder Melancholie natürlich auch die Liebe. Ein Thema, das bereits unglaublich oft besungen worden ist – gibt es da überhaupt noch etwas zu sagen? „Ob ich jetzt neue Erkenntnisse für die Welt liefern kann, kann ich nicht sagen. Mir hilft meine Musik allerdings: Beim Songwriting entstehen oft Dinge, die man erst im Nachhinein bemerkt. Ich habe persönlich sehr viel daraus gewinnen können.“

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