Wer will wieder jung sein? Marcus Smaller macht’s durch seine Songs möglich. Der sympathische Wiener mit einem Fabel für Batman beschenkt die Welt nun schon seit über 16 Jahren mit Musik, die Großteils für gute Laune sorgt, manchmal aber auch nachdenklich macht.

Wer hatte sie denn nicht, seine Pop-Punk-Phase? Sein wir ehrlich, niemand kommt daran vorbei. Aber Songs aus diesem Genre gehen auch zu leicht ins Ohr, regen zum Mitsingen an und geben einen gewaltigen Energieschub. Sie sind einfach die ideale Mischung aus softer Mukke mit Anwandlungen von Werken der härteren Gangart – können also sowohl von Pop-Fans, als auch von Menschen, die Pop eigentlich nicht mögen, gehört werden. Während Amerika seinen Fat Mike haben und Kanada seinen Deryck Whibley, hat Österreich Marcus Smaller. Doch Österreichs Synonym für Pop-Punk und Punk-Rock sieht die Zukunft für diese Genres eher pessimistisch: „Zur Zeit würde ich kein Land auf der Welt als Punk Rock-freundlich bezeichnen. Die Leute scheinen lieber einem Laptop beim Musik-machen zuzuhören als echten Musikern. Ich hoffe, dass sich das bald wieder ändert. Nicht wegen mir, sondern weil es einfach traurig ist. Schwierig ist es aber mit jeder Musik in Österreich. Wir sind ein kleines Land. So viele Möglichkeiten gibt es da nicht, die man als Band nutzen kann, außer Live spielen.“ Der Wiener ist heute als Solo-Artist aktiv, hat jedoch über die Jahre hinweg verschiedene Projekte am Start gehabt.

Von Festivals bis zu Horrorstreifen

Seinen ersten großen Einstieg in die Welt der professionellen Musiker schaffte Marcus mit seiner Wiener Band 3 Feet Smaller, die 2000 gegründet wurde. Die Band verzeichnet über den Laufe der Jahre eine wechselnde Besetzung – die beiden konstanten Mitglieder sind bis heute Marcus Smaller selbst und der Drummer Roberto Franko. 3 Feet Smaller spielten auf über 400 Konzerten und Festivals, wie zum Beispiel auf dem Two-Days-A-Week-Festival, bereits im Jahr nach der Gründung. Auf dem Nova Rock Festival sind sie im Jahr 2005 als Vorband für Green-Day aufgetreten. In ihrer Bandgeschichte konnten 3-Feet-Smaller mehrere Erfolge verzeichnen und wurden unter anderem für den FM4-Alternative Amadeus Award im Jahr 2005 nominiert und gewannen selbigen im Jahr 2012. Für den österreichischen Kult-Horrorstreifen „In drei Tagen bist du tot“ steuerten die Jungs mehrere Songs zum Soundtrack bei. Bis heute haben 3-Feet-Smallerfünf Studio-Alben aufgenommen und 3 EPs herausgebracht. Die 2009 und 2011 veröffentlichten Alben „December 32nd“ und „3FS“ schafften es beide in die Top-Ten der österreichischen Charts. Auch den Nicht-Hardcore-3-Feet-Smaller-Fans sollten Songs wie das melancholische „Tonight“ oder der Track „Lie Baby Lie“, der ganz schön in die Füße fährt, im Ohr liegen. In den letzten Jahren ist es ruhiger um die Band geworden, dennoch wurde 3-Feet-Smaller noch nicht aufgelöst. Für die Fans der Punk-Band gibt es jedoch gute Neuigkeiten, denn es dürfen neue Projekte erwartet werden, wie uns Marcus verrät: „Wann, kann ich aber nicht sagen. Wir haben alle neue Bands und die haben mal Vorrang. Aber es wird irgendwann wieder was Neues geben.“

Bereits im Jahre 2006 veröffentlichte Marcus parallel zu 3-Feet-Smaller sein Solo-Projekt „Alone & Acoustic“. Auf dem Album präsentiert er sich ganz als Singer und Songwriter, mit nachdenklichen und ruhigeren Texten. Außerdem gründete er mit „17th Boulevard“ ein Electro/Rock Crossover-Projekt, mit dem er auch schon auf dem Frequenzy Festival auftrat und das nochmals in eine ganz andere Richtung geht. Seine vergangenen Projekte sieht er dabei als Weg zur Selbstfindung und Weiterentwicklung: „Alles hat mich auf die eine oder andere Weiße weiter gebracht. Ich hab viel neues über das Songschreiben und über mich gelernt. Wenn man ständig das selbe macht, kommt man nicht weiter.“

2014 schließlich veröffentlicht Marcus Smaller mit „Finally Home“ sein Solo-Debüt. Auf dem zwölf Nummern starken Album gibt Marcus Songs aus einer Mischung aus Folk, Rock und natürlich Punk zum besten. Im Gegensatz zu früheren Werken zeigt sich Smaller ähnlich wie bei seinem Akustik-Projekt auch auf Finally Home ruhiger und nachdenklicher. Auch wenn Songs wie „Desperation is a bitch“ oder „Through the night“ klar einen poppigen Einschlag haben, vermitteln sie doch einen gesetzteren Eindruck. Erschienen ist das Album bei dem Label „The Arcadia Agency“ und erreichte Platz 22 der österreichischen Charts.

Back to the roots

Seit diesem Jahr ist Marcus bei dem Labelgiganten Sony unter Vertrag, mit dem auch schon 3-Feet-Smaller zusammenarbeitet haben. Am 20. Mai veröffentlichte er sein neuestes Album mit dem Titel „I, Marcus Smaller“. Das Album erinnert an frühere Tage von Marcus, ist es immerhin wieder mehr in die Richtung Pop-Punk gehend, lässt jugendlichen Charme hervor blitzen und lädt ein sich altersvergessen auf die Tanzfläche zu schmeißen. Seine persönliche Lieblingsnummer auf dem neuem Album? „So eine Frage ist immer schwer zu beantworten. Ist so, als wenn man 11 Kinder hat und seinen Liebling aussuchen muss. Aber ich nehme ‚Sick To The Core‘.“
Schon am Anfang des Albums tritt Marcus mit Witz und einem Hauch Selbstironie auf mit der gleich wie das Album betitelten Nummer „I, Marcus Smaller“. Selbige wurde am 22. April bereits veröffentlicht – in ihr verkündet der Sänger, dass er ein neues Album am Start hat und es promoten muss „until it goes platinum“.

Wann und Wo?

Wer Marcus heuer noch gerne Live sehen möchte, hat dazu reichlich Möglichkeiten:

2016-08-22 – AND THERE COME THE WOLVES – Wiesen (AT)
2016-09-30 – Weekender – Innsbruck (AT)
2016-10-01 – Rockhouse – Salzburg (AT)
2016-10-07 – Carini Saal – Lustenau (AT)
2016-10-08 – PPC – Graz (AT)
2016-10-14 – Warehouse – St. Pölten (AT)
2016-10-15 – Gei – Timelkam (AT)
2016-10-16 – Flex – Wien (AT)

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