Überall wo Mel Verez und „The funkiest Sax in Town“ – Alex Borek auftauchen ist Beachparty. Ob bei der Pressekonferenz, am Hafen Open Air, bei Radio Orange im Studio, sie verbreiten Funky Vibes.

Ihre gute Laune ist einfach ansteckend, gepaart mit musikalischer Professionalität wird alles Gordopac. „Das ist ein Kunstname, den man nicht so schnell vergisst!” fand das Soul-Pop-Hip-Hop-Duo. Eine weitergehende Bedeutung hat der Name nicht. Ist auch nicht nötig, man muss die Vision, die hinter Gordopac steht einfach auf sich einwirken lassen…. „Ich habe schon mit 12 Jahren angefangen Songs zu schreiben“, meint Mel und kommt ins schwärmen: „Ich brauche das Songwriting, wie andere Leute Tagebuch schreiben. Es ist für mich ein Ventil. Irgendetwas beschäftigt mich im täglichen Leben, eine Melodie entsteht in mir und ich muss die Idee einfach aufschreiben. Dann ist das abgeschlossen und das Leben geht weiter.“ Es ist schnell klar, Mel wusste schon früh was sie machen wollte, und wie sie es anpacken muss. Alex und Mel kennen einander bald 10 Jahre. Borek, untertags Zeichenlehrer an einem Wiener Gymnasium brachte sich als Autodidakt Saxofonspielen bei und spielte in seiner Freizeit bei der Band „Vienna Funkattack“. Er hatte damals die „Kapellmeisterfunktion“ in der Band und die Hobbymusiker suchten eine Sängerin. „Mel war damals erst 16, aber ihre Präsenz und ihre einzigartige Stimme überzeugten uns sofort”, erinnert sich Alex heute noch. Man hat natürlich immer Zweifel, wenn sich eine junge Sängerin vorstellt, ob das gut geht. Ein Bandgefüge ist ja ein sehr sensibles Soziotop. Musikalisch verstanden sich die beiden aber sofort, und bald schon erkannten die beiden, dass sie sich als Songwritingteam gut ergänzen konnten. Mel schreibt die Texte und steuert auch die auf einem Midikeyboard vorproduzierten Songideen bei, während Alex Ideen fürs Arrangement und seinen SaxofonLines mitbringt. Aber auch umgekehrt funktionierte es sehr gut. „Ich hatte eine Idee für eine Bass-Linie und eine Stunde später schickte Mel einen Text für den Song.“ zeigte sich Alex begeistert.

Wie es oft in Hobbybands ist, das Leben der Mitmusiker änderte sich und die Prioritäten verschoben sich. Die Band löste sich auf, aber Mel und Alex wollten mehr. „Damals gab es ja in Wien noch einige Soul-Sessions. Wir waren jede Woche im Luftbad oder im Ost-Club und trafen dort Musiker, die uns im ersten Moment unglaublich beeindruckten. Rund um den New Yorker Bassisten Kris Jefferson und dem Soulsänger aus Oklahoma Big John Whitfield spielten auch viele Wiener Musiker, die ein unglaubliches internationales Niveau hatten.“ Aber auch die Musiker zeigten sich von Mel und Alex beeindruckt, denn bald durften sie die Sessions als Opening-Act eröffnen. Hier trafen sie die Musiker, die heute bei Gordopac spielen. Engel Mayr (guitar), Georgie Gruber (keys), Rue Kostron (bass) und Hermann Aigner (drums).

„Die Musiker bei Gordopac spielen bei uns nicht, weil bei uns das große Geld zu verdienen ist, sondern weil es ihnen am Herzen liegt, und das macht uns stolz. Das sind absolute Profis, die ihr Einkommen aus ihren Band- und Studiojobs haben. Auch bei unserem neuen Album haben die Musiker für ihre Mitarbeit kein Honorar verlangt.“ sagt Mel. „Gerade wenn wir live spielen verzichten Mel und ich oft auf unsere Gage, damit die Musiker wenigstens eine kleine finanzielle Anerkennungsgage bekommen.“ fügt Alex hinzu.

Mit Crowdfunding zum Tonträger

Die Finanzierung ist ja oft ein kritischer Punkt, wenn es um musikalische Projekte geht. Das neue Album, das wahrscheinlich doch erst im Frühling herauskommen sollte, wurde über die Crowdfundingplattform startnext.de finanziert und ist bereits eingespielt. Das Problem ist nun das richtige Label und einen Vertrieb zu finden. „Wir sind mit mehreren möglichen Partnern in Verhandlungen, aber es ist sicher das Problem, dass unsere Musik in Österreich nicht auf den Markt trifft, den wir gerne hätten.“ meint Alex. Die Lokale, die die Soulszene in den letzten Jahren beherbergt hat, dürfen wegen Anrainerbeschwerden nicht so wie früher weitermachen. Daher ist wieder ein hochprofessionelles Umfeld für Musiker weggebrochen. „Wir lassen uns aber nicht unterkriegen.“ sagt Mel. „Wir planen auch für nächstes Jahr wieder mit einer Soul-Session anzufangen. Wir sind hier auch mit einigen Lokalen in Wien im Gespräch, damit die Soulmusiker wieder eine „Heimat“ haben.“
Mel ist aber nicht nur mit Gordopac unterwegs, sondern verdient ihren Lebensunterhalt als Vocal Coach bei Vocasa Music. Mit ihrem CoverProgramm aus Jazzstandards ist sie jedes Wochenende unterwegs und kann für Privat- und Firmenevents als Mel Verez Jazz-Trio gebucht werden. „Ich bin ja froh, dass man in Wien wenigstens als Musiker leben kann.
Wenn ich da an die Kollegen in London oder in den Vereinigten Staaten denke, die können zwar an jeder Straßenecke spielen, aber etwas verdienen können damit nur sehr wenige“, meint Mel. „Aber unser Akku ist schon sehr im roten Bereich, weil wir wirklich jedes Wochenende, gerade im Sommer, unterwegs sind.“ Jedes Wochenende ein anderes Event: „Ich bin aber auch mit dem Wiener Gitarristen Thomas Palme als Duo live auf der Bühne. Wir haben gemeinsam einige jazzige Songs geschrieben und die bringen wir akustisch mit einigen Covers auf die Bühne.“ sagt Mel. Dieses Pensum an Auftritten ist aber nur mit einer fundierten Ausbildung möglich. Mel hat am Vienna Conservatory Jazzgesang studiert und hat drei Jahre lang Privatstunden bei Shelia Michellé genommen. „Bei ihr habe ich sicher am meisten Lernen können. Besonders dankbar bin ich, dass sie mir viel zum Thema Bühnenperformance beigebracht hat. Ich bin damals drei Mal in der Woche zu ihr nach Linz gefahren und sie hat mich richtiggehend „geschliffen“. Wir haben da drei bis vier Stunden gearbeitet. Das hat mir aber auch gezeigt, wie fit man sein muss, wenn man regelmäßig auf der Bühne stehen will.“

Dass Mel auf der Bühne nicht nur fad herumsteht, sondern auch ordentlich Gas gibt, davon kann man sich bei jedem Auftritt überzeugen. PARADOX ist jedenfalls schon sehr auf das neue Album und die Soul-Session in Wien gespannt und wird berichten.

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