Die Singer-Songwriterin beeindruckt mit einer Verwandlung, die das Erwachsenwerden musikalisch beschreibt. Ihr Album „Wirewalker“ ist seit Kurzem erhältlich

Pop, Italien, Alternative, Songwriting, Orchester… Stopp Stopp Stopp! Um was geht es denn nun? So viele Begriffe, die irgendwie nicht zusammenpassen wollen, aber es bei MissinCat doch unglaublich gut tun.

MissinCat sollte man nicht verpassen

MissinCat

MissinCat

Aber wer ist denn nun diese MissinCat? Für alle, die sie noch nicht kennen, folgt eine kleine Biographie, die es in sich hat. Angefangen hat die junge Italienerin, die mit bürgerlichem Namen Caterina Babieri heißt, mit Musik, die eine Mischung von Pop, Alternative und Indie war. Damit war die Musikerin durchaus erfolgreich und veröffentlichte zwei Alben. Ihr erstes erscheint im Jahr 2007 und widmet sich in erster Linie Indie-Klängen. „Back On My Feet“ wird ein Erfolg und die ausgekoppelte gleichnamige Single wird zum Liebling von Radiosendern. MissinCat entschließt sich, ihr Leben in Deutschland fortzuführen und zieht nach Berlin. 2010 folgt ihr zweites Werk „WOW“, für das sie sich nach Schweden begeben hat und dort Sonny Boy Gustafsson zusammengearbeitet hat. Ihr Stil verändert sich, ihre Stimme wird nun von anderen Instrumenten untermalt, wie Banjo, Streichern oder Klavierklängen.

Nach fünf Jahren verliert Caterina keineswegs die Balance

MissinCat hat eine ganze Weile musikalisch nichts Neues von sich hören lassen, dafür ist ihr mit dem neuen Album „Wirewalker“ ein tolles Kunststück gelungen! Das Album wurde am 27.02.2015 unter dem Label „Revolver Distribution Services“ veröffentlicht. Caterina beschreibt ihre Arbeit mit den Songs als Akt des Erwachsenwerdens, bei dem sie zur Erkenntnis kam, dass sie kein Mädchen mehr sein konnte. Sicherlich kennen viele von uns das Gefühl, ewig das unschuldige Mädchen von nebenan zu sein, obwohl man sich in der Rolle schon lange nicht mehr wohlfühlt. Genau diesen Emotionen und Gedanken hat MissinCat mit der neuen Platte Ausdruck verliehen. Sie selbst sagt, dass sie die Kontrolle verlieren musste, um sich den Geschehnissen voll hingeben zu können.
Wichtig war für mich zu lernen, die Kontrolle zu verlieren
Schon beim Cover des Albums wird klar, dass es sich bei der Künstlerin um kein Kind, sondern eine junge Frau handelt. Eindringlich blickt sie uns an, während nur ein wenig Bodypainting ihren Körper ziert. Klappt man das Softcase dann auf, wird klar, wie viel Gefühl und Gedanken Caterina in ihren Songs verarbeitet. Ein Bild der Musikerin ist zu sehen, auf dem sie nachdenklich und in sich gekehrt wirkt, beinahe melancholisch.
Und musikalisch? Da hat sich natürlich ebenfalls einiges getan. Caterinas Musik wird instrumental von einerseits klassischen Instrumenten wie Streichern, Klavier oder Pauken untermalt, es sind jedoch ebenso unkonventionelle Beats und eindringlicher Bass zu hören. Ihre leichte Stimme kommt immer klar und deutlich zur Geltung, sodass ihre Aussagen unsere Seele berühren und zum Nachdenken und Träumen verleiten.
Erste ausgekoppelte Single der zehn Tracks ist „Pirates“. Der Song versprüht Leichtigkeit und zeigt, wie sich MissinCat entwickelt hat. Sie mischt lebhafte Melodien mit interessanten Beats und erzählt von Unschuld und Verlangen.

Auch der Song „Bitter“ klingt musikalisch nach Fröhlichkeit, handelt aber von Zweifeln und stundenlangem Liegen im Bett, wenn man wieder nicht einschlafen kann („I couldn’t sleep all night…Doubt and disappointment in my head“). Der Titel „Wolf In A Sheepskin“ ist ruhig gehalten und Caterina verwendet zahlreiche Widerholungen, die von Abbrechen und der letzten Existenz auf der Welt erzählen. Tiefgründiger können Lyrics kaum sein. Im letzten Song der Platte „Wirewalker“ geht Caterina dann scheinbar näher auf Thema des Albums ein. Die Musik ist sehr melancholisch konzipiert und lässt Gedanken beim Hören schweifen. MissinCat erzählt vom „Seiltanz“, der zwischen Suchen der Wahrheit und dem Erleben von Liebe vollzogen wird.
Sicherlich kann man beim erstmaligen Hören nicht sofort erkennen, wie viel Potential in Caterinas Texten steckt, aber sobald man beginnt die Tracks mitzusingen, wird deutlich, wie erwachsen die Musikerin in den letzten Jahren geworden ist. Die Musik der Singer-Songwriterin ist für all diejenigen etwas, die Musik nicht nur zum Abschalten genießen, sondern sich zusätzlich inspirieren lassen wollen.

MissinCat vollzieht den Drahtseilakt auch live

„Wirewalker“ bedeutet auf Deutsch Seiltänzer. Und wer gerne mehr von der gebürtigen Italienerin hören möchte, der sollte sie auf einem ihrer Konzerte besuchen. Im April startet nämlich ihre Tour durch Europa:

Datum Stadt Ort
09.04.2015 Verese, Italien Twiggy
10.04.2015 Mailand, Italien Auditiorium Demetrio Stratos Radio Popolare
15.04.2015 Crema, Italien Il Paniere
18.04.2015 Seregno Monza E Brianza, Italien Tambourine
23.04.2015 London, UK THE GARAGE
06.05.2015 Berlin, Deutschland Privatclub
07.05.2015 Münster, Deutschland Hot Jazz Club
08.05.2015 Köln, Deutschland Wohngemeinschaft
09. 05.2015 Hamburg, Deutschland Prinzenbar
10. 05.2015 Erfurt, Deutschland Museumskeller
11. 05.2015 Dresden, Deutschland Jazztonne
12. 05.2015 Würzburg, Deutschland Cairo
14. 05.2015 Augsburg, Deutschland Kantine
15.05.2015 Magdeburg, Deutschland Moritzhof
16. 05.2015 Leipzig, Deutschland Horns Erben

Credits:
Photos © Ralf Kanitz, Zoe Vincenti

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