Drei Grazer Designstudenten lassen Traumwelten wahr werden.

Eigentlich könnten sie nicht unterschiedlicher sein. Und doch verbindet sie eine Leidenschaft, welche sie innerhalb weniger Jahre zu einer der renommiertesten Visual-Crews des Landes gemacht hat. Gemeint sind Attila Primus, Roland Mariacher und Werner Huber, alias MO:YA. Kein Wochenende vergeht, an dem man nicht zumindest an einem Standort die projizierten Kunstwerke des Trios bestaunen kann. Und doch gleicht keine Projektion der andern. Individualität steht im Mittelpunkt der Arbeit der drei Designstudenten und so wird jedes Projekt mit größter Sorgfalt genau auf den jeweiligen Abend abgestimmt. Wer schon mal in den Genuss kam, einen von MO:YA visuell gestalteten Raum zu betreten, wird diesen auch nicht so schnell vergessen. Ihre Werke hinterlassen einen bleibenden Eindruck und genau das war seit jeher eines ihrer Ziele war.

Die erste Bekanntschaft machten sie im Jahre 2008, als alle drei mit dem Informationsdesign Studium an der FH Joanneum begannen. Doch dauerte es bis zum Jahre 2011 bis der erste MO:YA-Gig über die Bühne ging. Durch eine glückliche Fügung befanden sich zu jener Zeit sowohl Attila als auch Werner auf Wohnungssuche, als in Rolands WG Zimmer frei wurden und so erlebte Graz die Geburtsstunde der MO:YA-WG.

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MO:YA

Der Name MO:YA war übrigens ein Mitbringsel von Rolands Zeit in Korea und bedeutet Umgangssprachlich übersetzt soviel wie „Echt jetzt?“. In den folgenden drei Jahren begann der rasante Aufstieg der noch jungen Grazer Visual-Crew. Durch den in dieser Zeit täglich stattfindenden Austausch entwickelten die drei ein blindes Verständnis für die Ideen des andern und ein außerordentlicher Workflow entstand. Zwar war diese Zeit nicht immer ein leichtes Unterfangen, sah man sich doch privat, auf der FH und auch an den Wochenenden bei diversen Gigs, doch brachte jeder die nötige Professionalität mit. Die Freude den eigenen Traum verwirklichen und sich technisch als auch künstlerisch weiterentwickeln zu können, waren zudem überwältigend und ließen alle kleineren Reibereien nichtig werden. Was ihnen schon früh beim gemeinsamen Arbeiten zugute kam, war ihr klares Verständnis wer für welchen Bereich zuständig ist. Liegen die Stärken des einen mehr im kreativen Bereich, bringt der andere mehr produktionstechnische Kenntnisse mit. Und dennoch ist jeder für jeden Bereich zuständig und kann den andern adäquat ersetzen. Auch hat jeder das gleiche Mitspracherecht und kann den andern zu Änderungen auffordern, vorausgesetzt er hat eine logische Begründung. Diese flache Hierarchie war jedem der drei stets ein großes Anliegen und führte wohl auch zu dem enormen Output, den die drei in den vergangenen Jahren lieferten.

Die Richtige Plattform

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MO:YA

Ein weiterer wichtiger Faktor, der die künstlerische Entwicklung neben dem Studium enorm förderte, war die Kooperation mit dem Betreiber des bis zu seiner Schließung wichtigsten Clubs der Stadt, Mathias Maurer. Dieser öffnete eigens für die Visualisten bereits am frühen Nachmittag die Pforten des Niesenbergers um ihnen genug Zeit zu geben verschiedene Installationen im ganzen Club zu testen. Eine solche Kooperation suchte man nach dessen Schließung damals in der restlichen Stadt vergebens. Und so sind es mittlerweile die niedrigen Standards der meisten Grazer Locations, welche Visual-Crews in ihrer wahren Entfaltungsmöglichkeit die Hände binden. Zu wenige Clubbesitzer verstehen die Bedeutung eines Audio-Visuellen Gesamtpakets und verzichten so auf die Installation von zumindest halbwegs tauglicher Beamer. Dabei übersehen sie, dass gerade die visuelle Komponente den Unterschied zwischen einer passablen und einer großartigen Party macht. Denn während die DJ’s früher oder später einmal in jeder Stadt zu Gast sind, macht das Gesamtkonzept der einzelnen Veranstaltung den Unterschied aus. Dieses Bewusstsein scheint noch nicht in den Köpfen aller Betreiber und Veranstalter vorhanden zu sein.

Liegen die Wurzeln von MO:YA zwar in der elektronischen Clubkultur, geht ihre Tätigkeit mittlerweile weit darüber hinaus. Auch international erregten die drei bereits mehrfach Aufsehen, so wurden sie beispielsweise bereits zum Mapping Festival in Genf, dem bedeutendsten Visual-Festival der Welt, eingeladen. Als weiteres Karriere Highlight könnte man weiters das Engagement bei der Red Bull Music Academy Stage im Rahmen des Distortion Festivals 2013 in Kopenhagen oder ihren Auftritt beim LPM in Rom nennen. Auf lokaler Ebene ist hier vor allem das seit wenigen Jahren in der Grazer Helmut-List-Halle durchgeführte Konzept MapLab zu erwähnen, bei welchem sich MO:YA von Anfang an künstlerisch und technisch engagieren konnte. Hierbei handelt es sich um ein Projekt inklusive Afterparty bei dem die Visuals im Mittelpunkt stehen. Besonders seit Schließung des Niesenbergers lieferte dieses Konzept einen neuen Spielplatz für die drei Grazer Künstler. So haben sie hier freie Hand um jegliche Veränderung im Raum nach ihren Vorstellungen zu verändern. Zudem geben MO:YA im Rahmen dieses Konzepts einen mehrtägigen Workshop auf der FH um bereits den nächsten heranwachsenden Designern ihr wissen zu vermitteln.

Das nächste MapLab findet wieder am 03.06.15 in der Helmut-List-Halle samt Headliner Pan-Pot statt. Wer also nun Interesse bekommen hat, die volle Bildgewalt von MO:YA einmal live in Aktion zu sehen, der sollte dieses Event auf keinen Fall verpassen. Die Bedeutung von MO:YA für die Grazer Elektro-Szene kann man jedenfalls nicht hoch genug einschätzen.

Fotocredits: MO:YA Visuals

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