Mit ihrem Debütalbum Trust legen The Loranes ein saftiges Stück Rockmusik ohne Schnickschnack vor. Wir empfehlen, die Berliner Dreierformation genauer kennenzulernen.

Die Geschichte der Loranes ist noch kurz und entsprechend schnell erzählt: Vor etwas mehr als einem Jahr fanden sich ein Bassist namens Mammut, der bereits mit einer Formation – bekannt unter dem Namen Kadavar – einige Bekanntheit erreichte, sowie ein Schlagzeuger namens Elias und ein Sänger und Gitarrist namens Pat zusammen, um unter der Bezeichnung The Loranes für energiegeladene Rockklänge zu sorgen. Heuer im Frühling lies man dann erstmals mit einer Single von sich hören, die stilecht auf einer 7″-Platte erschien. Auch danach wurde keine Zeit verschwendet und man spielte ein Album namens „Trust“ ein, das in Eigenregie produziert wurde und im Oktober bei Noisolution erschien. Dementsprechend klingt das Ergebnis auch roh, schnörkellos und verströmt diesen speziellen Keller-Proberaum-Flair.

Laut und umtriebig

Seit Ende Juli legte das Trio auch umfangreiche Tour-Aktivitäten hin, die nach Österreich, Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen und Belgien führte. Wer nach der Lektüre dieses Artikels das dringende Bedürfnis verspürt, The Loranes live zu erleben, hat dazu nächste Woche auf einer österreichischen Bühne noch einmal die Chance dazu: Am 19.11.2015 gibt es einen Gig im Weekender in Innsbruck. Dieser Auftritt stellt auch gleich für zwei Drittel der Loranes einen Besuch in der Heimat dar, handelt es sich doch bei Mammut und Elias um Exil-Österreicher.

Rock in Reinform

TRUST2

© Noisolution

Doch wie klingt jetzt dieses erste Album mit dem vertrauenweckenden Titel? Verzerrte Gitarren, knackig-saftige Riffs, eingängige Melodien, treibende Drums und ein kräftiger Griff in die Plattenkiste vergangener Tage finden sich darauf. Damit gelingt den Loranes ein grundsolides Rockalbum, das schon nach kurzer Zeit wie ein guter, alter Bekannter klingt, mit dem man immer wieder gerne herumhängt. Hin und wieder winken da Black Rebell Motorcycle Club ein bisschen um die Ecke, mit Mammuts Ex-Band Kadavar haben The Loranes allerdings nicht sonderlich viel gemeinsam. Auf „Trust“ wird das Rad des Rock-Vehikels nicht neu erfunden, doch der Spirit, den das Trio heraufbeschwört, verbindet sie mit den ganz großen in diesem Geschäft.

Die gute, alte Lederjacke

Bildlich gesprochen erinnert uns die Musik der Loranes wieder ganz deutlich daran, dass das Leben ohne die grindige, alte Lederjacke und dem Gefühl, leicht einen sitzen zu haben, ein freudloser Ort wäre. Dabei klingen die Berliner nie abgestanden oder fad, sondern vielmehr frisch und prickelnd wie ein frischgezapftes Bierchen. Besondere Aufmerksamkeit verdient sich der letzte Track auf dem 40 Minuten unterschreitenden Album, der auch der titelgebende ist. Die elfte Nummer ist ruhiger und atmosphärischer angelegt als die restlichen zehn Songs und die Stimme von Pat darf sich deutlich mehr Raum erobern. Das steht dem Dreiergespann durchaus gut, vielleicht gibt es in Zukunft ja auch mehr davon.

Fortsetzung folgt…

Ja, die Geschichte der Loranes ist noch nicht lang und ihr Sound ist relativ schnell beschrieben. Doch ihr Zugang hat definitiv Potenzial: Eine klassisch knappe Besetzung präsentiert uns hier Rocksongs ohne Firlefanz, dafür mit dem guten, alten Garagen Spirit. Die Melodien sind eingängig, die Gitarren ordentlich angezerrt. Das funktioniert auf Platte, das funktioniert live und verspricht auch für die Zukunft noch so einiges. In diesem Sinne könnte man den Albumtitel auch als Glaubensbekenntnis interpretieren: In Rock We Trust.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.