Parov Stelar macht House-Musik salonfähig.

Eine glasklare, kraftvolle Stimme unterlegt mit Electrobeats ist heute nichts mehr, was einen aufhorchen lässt. Wenn das ganze dann aber noch mit Jazzklängen aus den 1920er und 1930er Jahren gemischt wird, wird man doch hellhörig. Das Endprodukt nennt sich Electroswing und entstand um die Jahrtausendwende. Einer, der als einer der wichtigsten Vertreter dieses Genres gilt, ist Parov Stelar.

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Parov Stelar live in Los Angeles

Der österreichische DJ und Produzent wurde 1974 in Linz als Marcus Füreder geboren. In seiner Heimatstadt absolvierte er an der Kunstuniversität ein Studium für Angewandtes Design, ehe er unter seinem bürgerlichen Namen oder dem Pseudonym „Plasma“ seine ersten Songs veröffentlichte. 2003 gründete Füreder sein eigenes Label Etage Noir Recordings mit Standort in Linz und veröffentlicht seither als Parov Stelar.

Königlicher Durchbruch

In Österreich wurde als erstes der Radiosender FM4 auf ihn aufmerksam. Zu dieser Zeit spielte Parov Stelar bereits in den geheimen Underground Clubs in New York. Mit seinem Album „Rough Cuts“ verschaffte er sich deutlich Gehör, der breiten Masse blieb der Linzer aber weit hingehend unbekannt. Es sollten noch drei weitere Alben bis zum endgültigen Durchbruch folgen. Das Doppelalbum „The Princess“, das 2012 erschien, beschaffte ihm diesen. „The Princess Part I“ wartet mit ruhigen, melancholischen und besänftigten Tönen zu Klavier-, Trompeten- und Streichklängen auf. Den Einstieg und ersten Höhepunkt bietet als allererste Nummer „Millas Dream“, die einen tatsächlich träumen lässt. Fast düster klingt „Dust In The Summer Rain“. Dem Song verleiht Parov Stelars Frau, die Sängerin Lilja Bloom, ihre Stimme.
Part II hingegen steht im starken Kontrast zum ersten Teil des Albums. Die melancholischen Klänge weichen lebhaften und tanzbaren. Außerdem ist der elektronische Einfluss stärker als auf Part I. Von dieser zweiten CD stammen unter anderem „Jimmy´s Gang“ und „All Night“, die bis heute auch zahlreiche Werbespots musikalisch untermalen.
Heuer veröffentlichte Parov Stelar die EP „Clap Your Hands“ mit fünf Songs, darunter auch die Single-Auskopplung „The Sun“.

Gemeinsam statt einsam

Seit 2005 tritt Parov Stelar mitsamt seiner meist fünfköpfigen Band auf. Zu dieser zählen die Sängerin Cleo Panther, der Saxophonist Max the Sax, der Trompetenspieler Jerry Di Monza, der Bassist Michael Wittner und der Drummer Willie Larsson Jr. Herr Füreder ist für das Programming zuständig und steuert die Auftritte vom DJ Pult aus.

Parov Stelar Band

Parov Stelar mit seiner Live-Band

Konzerte der Parov Stelar Band sind sowohl für das Ohr als auch für das Auge etwas Besonderes. Auf einer riesen Videowall laufen passend zur Musik Illustrationen. Die Band bringt währenddessen das Publikum zum Tanzen, Springen und Mitsingen. Parov Stelar Band trat bei zahlreichen Festivals auf, darunter in Mexico City, New York, Istanbul und heuer zum zweiten Mal als allerletzter Act, parallel zu Placebo, auch beim FM4 Frequency Festival auf.
Für seine Live-Perfomance erhielt Parov Stelar 2013 und 2014 den Amadeus Award. Den größten österreichischen Musikpreis erhielt er 2013 außerdem für sein Album „The Princess“ und in der Kategorie „Electro/Dance“ und setzte sich somit auch gegen Klangkarussell durch.

Zusammenarbeit mit Lady Gaga und Tony Bennett

Im Oktober spielte Parov Stelar mit seiner Band große Konzerte in Moskau, St.Petersburg und Marseille. Auf seiner Tour, die noch bis Mitte Dezember geht, macht er unter anderem noch in Paris, London und Rom Halt.
Im Sommer wurde dem Dj und Produzenten die Ehre zuteil, den gemeinsamen Song von Lady Gaga und Tony Bennett zu mixen. Kritiken bekam diese Zusammenarbeit sehr gute, aber hört selbst:

Fotocredits: wiesen-festivals.at, Rainer Hosch

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