Da sich im Bereich Cannabis weltweit viel bewegt, und die Medien jeden Tagvor Schlagzeilen über das Kraut förmlich platzen, wollen wir Euch gern ab und zu über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden halten. Da Music News aber ein Musik-Magazin ist und nicht die Tagesschau, liegt uns sehr viel daran, diese Verbindung zwischen Hanf und Musik, die sich besonders unter kreativen Menschen als hervorragende Symbiose zeigt, auch in den Nachrichten wiederzuspiegeln. Unser „Rapdakteur“ MC Kern setzt diese Symbiose nun auch Inhaltlich um, in unserem neuen Format, den RAP NEWS, die auf unserem Music News Youtube Kanal als Video veröffentlicht werden. Die erste Ausgabe der Rap News ist bereits für Euch online. Freut Euch also auf dicke Beats und tighte Rhymes mit hanfigem Inhalt. Um den Mann hinter den Rap News etwas besser kennenzulernen und Euch die Hintergründe unseres neuen Formats näher zu bringen, haben wir MC Kern mit einigen Fragen gelöchert, die er uns frei von der Leber weg beantwortet hat:

music-news.at:Wie kamst Du zur Musik allgemein, und wie zum Hip-Hop/Rap?

MC Kern:Also zur Musik im Allgemeinen kam ich eher spät, im Alter von ca. 10 jahren. Die Jahre davor erinnere ich mich noch daran, wie komisch ich es fand, wenn meine Mama beim Autofahren Musik gehört hat. Ich drängte sie dann immer relativ schnell dazu meine Märchenkassetten von „Erzähl mir was“ einzulegen. Aber irgendwann hat es mich dann doch erwischt und Musik wurde nicht nur interessant für mich, sondern auch ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens. Mein erster Rap-Song war, glaube ich, „Ice Ice Baby“ von Vanilla Ice. Danach hatte ich auch mal eine Fanta-4-Phase. So richtig zum Rap kam ich aber erst 1997 mit Blumentopf. Das Album hieß „Kein Zufall“. Zuerst konnte ich gar nichts damit anfangen, aber nach einiger Zeit fand ich doch einen Zugang und hörte es dann rauf und runter. Irgendwann konnte ich alle Texte auswendig und habe sie immer mitgerappt. Bald darauf kam der erste Text und 1999 auf dem Splash lernte ich Freestyle kennen. Zu der Zeit haben wir uns einen Kellerraum mit Turntables eingerichtet, zum Hip-Hop machen und chillen.

music-news.at:Bist Du musikalisch aufgewachsen, wer waren Deine musikalischen Vorbilder?

MC Kern:Also musikalisch aufgewachsen bin ich nicht wirklich, aber mir wurde immer viel vorgelesen und ab der Grundschule las ich auch selbst sehr viel. Die Sprache war meine Musik. Den Zugang zur „richtigen“ Musik habe ich mir im Lauf der Jahre selbst erschlossen. Vorbilder gab es schon viele in meinem Leben. Früher Hans Söllner und Nirvana, die Beatles und als ich mit Rap in Berührung kam waren es Samy Deluxe, Blumentopf, Dendemann, Wu Tang Clan und einige mehr.

music-news.at:Wann wusstest Du, dass Du selbst aktiv Musik machen willst, und bestand einmal die Überlegung das beruflich machen zu wollen?

MC Kern:So im Alter von 16-17 Jahren habe ich damit angefangen und ja die Überlegung es zum Beruf zu machen war schon oft da. Früher waren es halt die typischen Superstar-Träume, wobei ich heute froh bin, dass ich nicht mit jungen Jahren „groß“ rausgekommen bin. Ich wäre dafür nicht reif genug gewesen. Auch jetzt beschäftigt mich diese Überlegung wieder sehr stark. Ich kann es auch einfach nicht lassen und es ist definitiv mehr als nur ein Hobby.

music-news.at:Welchen Bezug hast Du zu Hanf?

MC Kern:Hanf riecht gut :) Nein im ernst, mich fasziniert diese Pflanze schon immer. Aussehen und Geruch und ja früher hab ich auch viel gekifft, aber diese Zeiten sind lange vorbei. Jetzt ist es ein anderer Bezug. Mich interessieren eher die medizinischen Aspekte und das Heilpotential von Cannabis. Heilung ist ein wichtiges Thema in der heutigen Zeit. Die Welt und viele einzelne Menschen sehnen sich danach. Ich glaube es wäre falsch das Heil allein in einer Substanz zu suchen, aber sie kann dabei unterstützen „heil“ zu werden. Wovon ich mich aber distanziere ist die kritiklose Verherrlichung von Cannabis. Es ist nicht für jeden das Richtige. Gerade wenn man sehr jung ist und noch dazu psychisch labil, kann es auch nach hinten losgehen potentes Dope zu konsumieren. Und bewusstseinserweiternd wirkt es auch eher nicht, wenn man 5 Gramm am Tag  vernichtet ;) Dann wirkt es mehr als Betäubungsmittel.

music-news.at:Nutzt Du Hanf? Wenn ja, auf welche Weise?

MC Kern:Ich nutze seit einiger Zeit CBD-Hanf. Ich habe mit CBD-Ölen angefangen und auch schon Kristalle oder Blüten verwendet. Es vermittelt mir ein Gefühl der Glückseligkeit und innerer Ruhe. Am Morgen nach der Verwendung fühle ich mich klar, ausgeruht und frisch, als wäre mein Akku aufgeladen worden.

music-news.at:Wie stehst Du zur Legalisierung? Was wäre für Dich die richtige Drogenpolitik?

MC Kern:Ich finde Hanf ist eine wunderbare und vielseitige Pflanze, die man auf den verschiedensten Ebenen sinnvoll einsetzen kann. Ich sehe keinen Sinn darin eine Substanz zu verbieten, da jeder, der sie nutzen möchte, dies sowieso tut. Aber dann ist man schnell auf der kriminellen Schiene. Ich bin auf jeden Fall für eine Legalisierung und ich würde eine aufklärende und informative Drogenpolitik begrüßen, von Menschen die eine Ahnung von Marihuana und dessen Wirkung haben.Es sollte schon früh in den Schulen aufgeklärt werden, nicht erst wenn die Kids  16 sind. Diese Aufklärung sollte durch Menschen erfolgen, denen junge Menschen vertrauen können. Wer geht schon zu einem Polizist und sagt: „Ich bin mir nicht sicher ob ich mal Extasy ausprobieren soll, könnten sie mir  da vielleicht helfen?“ Ich würde es auch gut finden, wenn man sich im Laden beraten lassen könnte und vor allem auch mildere Sorten mit einem höheren CBD-Anteil erhältlich wären. Ich weiß wirklich nicht ob es so gut ist, wenn 12-Jährige ein Gras mit 20 Prozent THC-Anteil konsumieren. Auch harte Drogen sollte man legalisieren, allerdings mit einer staatlichen Kontrolle. Je schärfer die Verfolgung, desto mehr Konsum. Durch Zwang und Kontrolle erreicht man keine nachhaltige Veränderung. Die Motivation und Erkenntnis müssen von Innen heraus kommen.

music-news.at:Wie kamst Du zu Music-News und dem Hanf-Magazin? Wie kamst Du dazu Audioaufnahmen für das Hanf-Magazin zu machen?

MC Kern:Ich habe mit Lucas Nestler schon vor einigen Jahren auf Facebook geschrieben. Damals kam es aber zu keiner Zusammenarbeit und ich stürzte mich wieder in die Soziale Arbeit. Der Wunsch nach einer beruflichen Veränderung lies mich aber nie ganz los. Ich wollte meine kreativen Fähigkeiten auch in meinem beruflichen Alltag verwirklichen. Dieses Jahr, ich glaube im Frühling, habe ich den Lucas dann wieder angeschrieben. Er sagte mir, dass er  Jemanden für Sprachaufnahmen braucht und ich schickte ihm ein paar Sprechproben. Daraufhin habe ich einige Artikel vom Hanfmagazin eingesprochen. Das hat schon Spaß gemacht, aber ich bin halt doch mehr Nachrichtenrapper als Nachrichtensprecher ;)

music-news.at:Rap News ist das neue Format auf dem ebenfalls neuen Youtube Kanal von Music-News. Wie kam es dazu?

MC Kern:Lucas hatte auch schon  so was im Hinterkopf, dass man so was Ähnliches wie Blumios „rap da news“ machen könnte, nur eben auf Hanf bezogen. Ich habe ihn dann immer tüchtig genervt, dass wir jetzt doch mal starten sollen, ja und irgendwann hab ich mir einfach einen Newsartikel vom Hanfmagazin vorgeknöpft und einen Text daraus gemacht. Dann nahm ich ein Demo auf und schickte es Lucas. Er war ziemlich angetan und so nahmen die Dinge langsam Gestalt an. Ich hatte einige Zeit davor einen Fotografen kennengelernt und ich fagte ihn, ob er Lust darauf hätte ein Videoformat zu produzieren. Zuerst wollten wir es ganz einfach halten und nur an einem „Nachrichtentisch“ drehen, wir haben uns aber dann doch für ein richtiges Musikvideo entschieden, da die Basis des Formats Musik ist.

music-news.at:Gibt es ein festes Konzept für die Rap News?

MC Kern:Ja es gibt einige rote Fäden, die sich durch die Folgen ziehen, zum Beispiel das Intro und Outro des Videos am Tisch. Außerdem trage ich IMMER mein grünes Rap-Cap, das ist gaaanz wichtig ;) Ansonsten geht es inhaltlich natürlich  um Hanf aber mir ist es auch wichtig persönliche und wenn es passt auch politische Statements mit einzubringen. Zum Beispiel, die  zweite Folge haben wir zum Teil  auf dem Münchner Oktoberfest gedreht und ich wollte dabei auch das verzerrte Verhältnis von Marihuana/Alkohol in unserer Gesellschaft aufzeigen. Bisher sind die Themen/News international aber ich versuche trotzdem einen Allgemeinen bzw. nationalen Bezug herzustellen.

music-news.at:Auf was dürfen sich die Leser und Zuschauer in Zukunft freuen? Wie geht es weiter?

MC Kern:Auf ein erfrischendes Format, Neuigkeiten über Hanf, auf eine ungewöhnliche Weise, auf Beats und Raps und Statements. Wie sich das Ganze entwickeln wird kann man jetzt noch nicht sagen. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig. Ich hoffe aber, dass sich das Format etabliert und wir damit etwas Gutes an die Menschen bringen können und uns dabei immer weiter verbessern.

Schaut Euch also die ersten Rap News direkt an, abonniert den Kanal und Daumen hoch für MC Kern und seine kreative Crew, mit denen er das Projekt auf die Beine gestellt hat. Wir wünschen ihnen dabei viel Erfolg und Spass, und Euch natürlich auch, wenn Ihr Euch zukünftig mit gerappten News über Cannabis up to Date halten werdet. 

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