Fragt man Robinson, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen, erhält man eine klare Antwort: „Einen Schritt vor den anderen, und dann die Welt erobern.“ In ihrem bodenständigen Optimismus ist diese Aussage bezeichnend für die Art, wie das Trio aus Wien und Vorarlberg sich selbst und seine Musik betrachtet.

„Robinson“, das sind Sänger, Gitarrist und Hauptsongwriter Patrick Fahser, Schlagzeuger Konstantin Kräutler und Bassist David Ambrosch. Seit 2013 machen die drei gemeinsam Musik, die sich jeglicher Genre-Zuordnung entzieht. Egal ob Pop oder Folk, Blues oder Indie, Rock oder Jazz – Robinson machen, was sie wollen. Ihre Einflüsse reichen von Eric Clapton über Matt Corby bis hin zu John Mayer und Jeff Buckley. „Was uns irgendwie taugt, das wird genommen. Und dabei kann dann rauskommen, was halt rauskommt“, erklärt Fahser den Stil seiner Band.

So selbstbewusst ein solches Statement auch klingen mag, wäre es doch falsch, Robinson Arroganz oder eine verzerrte Selbstwahrnehmung zuzuschreiben: „Viele Leute und Labels können, glaube ich, nicht wirklich was damit anfangen, was wir machen, weil es noch nicht so richtig einzuordnen ist. Von dem her ist halt alles ein bisschen schwieriger – zumindest für den kommerziellen Erfolg“, gibt der Sänger bereitwillig zu. Dass dieses bunte Potpourri aus Genres und Einflüssen auf Außenstehende mitunter etwas verwirrend wirken kann, nimmt das Trio dennoch immer wieder bewusst in Kauf: zuletzt bei der Produktion ihres Debütalbums „Climbing For A Better View“, das am Freitag, den 11. November veröffentlicht wird.
Ihr Debüt wollten Robinson ursprünglich im Alleingang aufnehmen – ohne Plattenlabel, das der Band den Rücken hätte stärken können, sondern nur mithilfe eines Produzenten. Letzteren fand das Trio in Georg Gabler, der im 23. Wiener Stadtbezirk zwei Tonstudios betreibt und außerdem der Labelchef des etablierten Wiener Labels GAB Music ist. Er war es auch, der Robinson letztlich einen Plattenvertrag beim GAB-Sublabel Kleio Records vermitteln konnte. Seit Anfang Januar stehen Robinson nun bei der jungen Plattenfirma unter Vertrag. Angst, dass die stilistische Vielfalt des Trios das Label langfristig abschrecken könnte, hat Fahser dabei jedoch nicht. „Ich glaube, die wissen schon ganz genau, was sie sich da eingeladen haben“, zeigt er sich selbstsicher.
Den Aufnahmeprozess zu „Climbing For A Better View“ hat Fahser ausschließlich positiv in Erinnerung: „Eine bessere Zeit hätten wir im Studio eigentlich nicht haben können. Es war einfach herrlich“, schwärmt er.

Aber wie kann man sich eine Studio-Session mit Robinson genau vorstellen? „Man sitzt im Studio drin, arbeitet von morgens bis abends und am Schluss sind dann alle schon ein bisschen drüber, weil sie zu lange gearbeitet haben. Dann drehen alle ein bisschen durch“, erzählt der kreative Kopf des Trios schmunzelnd, „es war einfach unglaublich. Unglaublich cool.“
Allerdings hat der Hauptsongwriter auch kein Problem damit, zuzugeben, dass es durchaus Momente gegeben hat, die nicht ganz so „unglaublich“ gewesen sind: „So am dritten Tag, da haben wir alle mal kurzzeitig gedacht, okay, das wird überhaupt nichts. Da sind wir so angestanden bei einem Song, und dann haben wir das irgendwie umschreiben müssen.“ Ganz besonders schwer sei es ihm gefallen, Produzent Gabler bis ins kleinste Detail zu erzählen, wovon seine Songtexte handeln: „Da habe ich das schon gemerkt: Okay, jetzt drückst du dem die Texte in die Hand und der schaut dir mal so richtig in die Seele, so richtig ins Innerste. Und er hat eben auch nicht locker gelassen, er hat immer nachgefragt: Worum geht es da? Sag mal konkret? Und das sind dann eben schon so Dinge, wo man sich denkt: Puh, okay, dann rede ich einfach mal mit jemandem, den ich vielleicht seit einer guten Woche kenne, über alles. Dann haben wir das hinter uns.“

Das Ergebnis dieser intensiven Zusammenarbeit sind zehn Songs, mit denen das Trio nun vor allem eines tun möchte: auf Tour gehen. Robinson legen großen Wert darauf, keine reine Studioband zu sein, sondern ihre Zuhörer auch live zu überzeugen. Wichtig ist ihnen dabei ein harmonisches Miteinander auf der Bühne. „Da gibt es manchmal Momente, in denen ich merke, dass wir uns alle drei richtig gut verstehen. Man weiß genau, was die anderen wollen – alle wissen, wann es ruhig werden soll und auch, wann mal Vollgas gegeben werden darf“, versucht Fahser, seine Faszination für das Auftreten vor Publikum zu erklären. „Das sind diese Augenblicke, in denen man dann denkt: Okay, jetzt ist’s gerade echt richtig cool.“

Mit ihrem neuen Album im Gepäck möchten Robinson nun in Österreich und in Deutschland auftreten und „einfach ein paar Leute erreichen, ein bisschen Aufmerksamkeit gewinnen“, wie es der Kopf des Trios ausdrückt. Denn „alles andere wäre wahrscheinlich ein bisschen Träumerei“ – eine Aussage, die gut zum Selbstverständnis dieser eigenwillig-bescheidenen Band passt: Schließlich haben Robinson vor, die Welt zu erobern – und bleiben dabei dennoch ganz bodenständig.

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