Das Warten hat ein Ende. Mit der Single “Gone Fishing” gibt die Sängerin einen Vorgeschmack auf das kommende Album.

Roisin Murphy

Heiß ersehnt und lang erwartet ist dieses Album der irisch-britischen Sängerin. Nach fast acht Jahren meldet sich die Irin zurück. Bis heute hat niemand einen so zuverlässigen “Wir-machen-aus-dem-Sit-in-eine-Party”-Hit geliefert, wie Moloko im Jahr 2000. Auch jetzt noch, wissen alle, welches Lied da erklingt, wenn die ersten Noten von „The Time is Now“ erklingen. Für die Produktion hatten Moloko eigens ein Streicher-Quartett engagiert. Entstanden war ein Stück, dass nach Disco klingt, Pop ist und dabei analog entstanden ist. Auch jetzt noch, fast fünfzehn Jahre gehört das Stück in das Repertoire beinahe jeder WG-Party-Playlist und erfreut auch die, die noch zu jung waren, um sie zu feiern, als die Single veröffentlicht wurde.
2001 erklärte Murphys ehemaliger Moloko-Kollege dem Q-Magazine:
„We thought we’d try and make a track with the same structure as a dance record but keep it acoustic. There was this temptation to put on a big snare or something, but every time we did that it upset the balance. Being constrained by budget, we couldn’t really afford the full-on disco strings, so it’s not exactly Love Unlimited Orchestra. We got this quartet in to do more of a Curtis Mayfield thing. We think of them as ’street‘ strings.”

The Time is Now und Sing it Back – Klassiker der Popmusik

Auch “Sing it Back” hat ähnlichen Kult-Charakter. Auf welcher Studentenparty läuft das nicht früher oder später? Mit gutem Recht. Róisín Murphys, gesprochen (/roʊˈʃiːn/), jazzige Stimme zeichnet sich im Getümmel quietschender, hauchender lieblicher Popstimmchen deutlich ab und entwirft in Konstellation mit den klaren Pop-Beats einen vollkommen eigenen Stil.

Doch Róisín Murphy war längst nicht nur als Frontfrau von Moloko aktiv. Sie hat seitdem solo schon drei Alben veröffentlicht, trotz Schwierigkeiten mit ihrem EMI Management. “Overpowered”, von 2007, entstand in Zusammenarbeit mit Paul Dolby (Seiji) und Tom Elmhirst, die beide schon für diverse große Namen im Studio waren. Das Album hatte laut Murphy einen “sleepy, synthesized vibe”.

Neues Album mit Lead-Single „Gone Fishing“

Jetzt hat die Singer-Songwriterin via Twitter ihr neustes Solo-Werk angekündigt: “I’m back. Album coming. If you want news of live dates and the release first, sign up over at roisinmurphyofficial.com.”

Nach einem Ausflug ins Italienische, kommt Murphy zurück zu ihren Wurzeln

Letztes Jahr veröffentlichte die zweifache Mutter auch noch ein Mini-Album in italienischer Sprache. Auf “Mi senti” sind italienische Pop-Songs zu hören, denen Murphy mit ihrer rauchigen Stimme ihren persönlichen Stempel gibt. Und der ist ja bekanntermaßen ein zuverlässiges Gütesiegel.
Um zu überprüfen, ob das auch noch auf die neuste Arbeit der irischen Pop-Lady zutrifft, könnt ihr hier in ihre Single “Gone Fishing” reinhören:

Die Auskopplung klingt wie gewohnt nach Synthesizern und der tiefen Stimme der zarten Person Murphy. Trotzdem wird die Kombination nicht langweilig, eher greift hier das Sprichwort “Altbewährtes währt am längsten”. Denn Murphy hat einen soliden Sound für sich erarbeitet, der erprobt ist und gleichzeitig frisch. “Gone Fishing” klingt nach klaren Linien und Farben, wie das musikalische Pendant zu skandinavischem Design. Eine reduzierte Klangcollage, in der Stimme, Glockenspiele, Sirenenartige Sounds und Bässe, die an Trip-Hop erinnern ihren Platz finden. Ziemlich lässig, das Ganze.

Inspiriert durch Dokumentarfilm „Paris is Burning“

Inspiriert war der Song durch den Film „Paris is Burning“. In einer Pressemitteilung gab Murphy bekannt, was sie zu der Produktion von „Gone Fishing“ bewegte.

„This song was written after I watched the documentary film Paris Is Burning, having read an article which referenced it in a discussion about House music’s origins in black, gay culture. I was deeply moved by this film. ‚I had to run this far from home‘ – it’s about the outcasts who could never fit into mainstream society and how they created a safe place in the drag ‚Ball‘ scene of New York in the ‘80s. ‚Will we live on? The children of La Beija‘ refers to the ‚house‘ of Pepper La Beija, who was one of the most notable figures on the scene, Pepper is also quoted in Malcolm McLaren’s song on the same subject ‚Deep In Vogue‘. The culture was a flamboyant reaction to persecution and disillusionment, the imagination and bravery of these kids is simply awe-inspiring. I envisioned ‚Gone Fishing‘ almost as a song from a Broadway musical version of this story. The making of one’s own world, a safer world and the creation of a new, better family in music or youth culture is a theme I touch upon elsewhere on my album Hairless Toys.“

Falls ihr Róisín Murphy nicht nur auf euren Kophörern in der Bahn oder aus euren Laptop-Lautsprechern auf der Couch hören wollt, könnt ihr sie bald auch live erleben. Im Rahmen ihrer Tour macht sie zum Beispiel 30. Mai Halt in Hamburg und tourt davor und danach durch Großbritannien, Niederlande, Belgien und Irland.

Quelle Fotos: Róisín Murphy

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