Die Erfolgsstory des österreichischen Drum & Bass geht weiter!

Obwohl flächenmäßig gesehen eines der kleineren europäischen Länder, durfte sich Österreich seit jeher einer lebendigen und intakten Drum & Bass Szene erfreuen. Lange Zeit galt D.Kay als der einflussreichste Producer der heimischen Szene, doch wurde ihm dieser Rang bis zu seinem Abschied im Jahre 2012 von einem gewissen Duo namens Camo & Krooked bereits mehr als strittig gemacht. Just in diesem Jahr ging auch der Stern eines anderen österreichischen Drum & Bass Producers namens Martin Schober, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Mefjus, auf. Diese Namen lieferten ohne Frage einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der internationalen Drum & Bass Szene. Allerdings unterscheiden sich ihre Werke doch stark von denen des ehemaligen Aushängeschilds D.Kay.

Von Rio bis Moskau

Begibt man sich also auf die Suche nach Kays legitimem Nachfolger, so wird man dennoch schnell fündig. Die Rede ist von Roy Green & Protone alias Thomas Mondel und Mathias Rauter. Wurden die beiden anfangs noch als Geheimtipp gehandelt, gehören ihre Werke mittlerweile zum Standardrepertoire zahlreicher DJs rund um den Planeten. Von der brasilianischen Legende DJ Marky bis zum russischen Aushängeschild Enei, von den dunklen, verrauchten Kellern Londons bis zu den sonnigen Stränden Sardiniens, überall wo qualitativ hochwertiger Drum & Bass gespielt wird, sind auch die Werke der beiden Produzenten zu hören. Sie vereinen sowohl jazzige, entspannte Lounge, als auch düstere, klassische Drum & Bass Elemente. Genau diese Mischung ist es wohl auch, die den beiden seit dem Start ihrer Zusammenarbeit im Jahre 2009 zu zunehmender Bekanntheit verhalf.

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Roy Green & Protone

Begonnen hat alles durch ein Treffen im Ehrwürdigen Wiener Club Flex. So verstanden sich die beiden sowohl musikalisch als auch menschlich auf Anhieb und die ersten Produktions-Sessions ließen nicht lange auf sich warten. Mittlerweile stehen eine Vielzahl an Releases auf einigen der renommiertesten Labels der Szene zu Buche, darunter etwa Dispatch, Innerground, Fokuz oder IM:Ltd, um nur ein paar zu nennen. Die musikalischen Einflüsse der beiden waren seit jeher breit gefächert, so hört man bereits in ihren frühen Werken Elemente des Jazz, Hip-Hop als auch anderer Breakbeat Richtungen bis hin zu dessen Königsdisziplin, dem Drum & Bass. Die Inspiration von Werken eines Calibre oder Marcus Intalex ist spürbar und so wurde über die Jahre aus dem Schüler der Meister. Erscheint dieser Tage ein Release von Roy Green & Protone, sind es die verdientesten DJs der Szene, welche als erstes reinhören möchten. So bedient sich DJ Marky in seinem letzten Boiler Room Set einem Track der gebürtigen Villacher und Klosterneuburger, um die Crowd erst so richtig zum Kochen zu bringen. Der erwähnte Track, mit dem Namen „The Storm“, zeugt auch von der unglaublichen Raffinesse der beiden talentierten Producer. Ist es normalerweise fast ein Ding der Unmöglichkeit einen Klassiker wie „Riders On The Storm“ stilvoll und ohne das sich Jim Morrison im Grab umdrehen muss, zu samplen, so gelang ihnen mit diesem Werk einer der groovigsten und gelungensten Tracks des vergangenen Jahres. Ein persönliches Highlight der beiden dürfte wohl auch ihr Gig vergangenen Sommer bei keiner geringeren Veranstaltung als Fabriclive in London gewesen sein. Wer einmal dort gespielt hat, darf sich schon zu den ganz Großen zählen.

Der Weg von Roy Green & Protone scheint jedenfalls auch in Zukunft weiter steil bergauf zu gehen und man darf gespannt sein, was neben einigen bald erscheinenden Releases noch von ihnen kommen wird. Zuletzt arbeiteten sie auch an einigen Hip-Hop Produktionen von denen demnächst etwas erscheinen könnte. Die Blicke der Szene richten sich jedenfalls schon wieder neugierig auf Wien.

Fotocredits: Roy Green & Protone

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