Das finnisch-französische Duo lässt wieder elektronisch angehauchte Pop-Hymnen erklingen und erobert nach Frankreich jetzt auch Österreich und Deutschland.

Zugegeben, das neue Album von The Dø hat es schwer, denn das Erstlingswerk A Mouthful des französisch-finnischen Duos hatte die Latte relativ hochgelegt. Das war nämlich besonders in Frankreich ausgesprochen erfolgreich und machte das Duo zu dem ersten französischen, englischsprachigen Musicact, der die französischen Charts getoppt hat.

The Dø, das sind die Sängerin Olivia Merilahti und Dan Levy. Die Instrumentals teilen sie sich. Im Laufe der Zeit haben sie außerdem Unterstützung von verschiedenen Drummern für Live-Auftritte gehabt. Seit 2009 ist Pierre Belleville der Mann an den Drums für sie.

Von Filmmusik an die Chartsspitze

Kennengelernt hat sich das Duo bei den Produktionen der Filmmusik für den französischen Film “Empire of the Wolves”, die sie gemeinsam produziert haben. Danach folgten erste Releases unter dem aktuellen Bandnamen und schließlich die Veröffentlichung erster Tracks von ihrem ersten Album “A Mouthful” auf ihrer Myspace Seite im Jahr 2007. Erstmals komplett veröffentlicht wurde das Album dann 2008 und die Single “On My Shoulders” war nicht nur in sämtlichen Indie-Online-Radiosendern zu hören, sondern auch musikalische Untermalung für Werbefilme.

Das zweite Album der Band erschien 2011. “Both Ways Open Jars” schlug nicht ganz so hohe Wellen wie das Erstlingswerk der beiden Musiker, konnte sich aber sehen und hören lassen.
The Dø zogen dann eine Weile über die Festivalbühnen Europas, um sich jetzt für ihr aktuelles, drittes Album wieder in die Aufnahmen zu stürzen. Erste Auskopplungen haben sie bereits im Laufe des Sommers 2014 veröffentlicht. In Frankreich war das Album dann seit September zu kaufen. Dort ist es inzwischen auf Platz sieben der Charts gelandet, in den digitalen Charts sogar auf Platz eins. In Deutschland, Österreich und Australien ist es auch schon zu haben, global soll es ab Anfang 2015 zu kaufen sein und wird auch weltweit sicher für einige Begeisterung bei den Fans sorgen.

Pop-Hymne „Sparks“

Beim Hören ist mir besonders ein Track im Ohr geblieben. Nummer vier auf dem Album, obwohl ich mir schon oft habe sagen lassen, Titel acht sei meist der rundeste. Dieses Album funktioniert da anders. Nummer vier, “Sparks”, hat einen guten Beat, schönen Synthesizer-Sound, einen Refrain zum Mitschmettern und viel Potential für Autofahrten und Festivals. Olivia Merilahtis singt darin: “We like to keep, some places wild, like battlefields, where noone fights.” und lässt mich mit dieser Melodie nicht mehr los.

Die anderen Songs sind alle mal mehr mal weniger wild, ruhig, ernst oder traurig.”Despair, Hangover & Ecstasy” ist zum Beispiel eine der schrägeren, wilderen Nummern, zu der auch gut mitgesprungen werden kann.

Die, wie vom ersten und zweiten Album schon bekannt, auffällig mädchenhafte und durchdringende Stimme von Olivia Merilahti dominiert auch den Klang dieses Albums. Sie scheut sich nicht vor stimmlichen Höhen und Tiefen, klingt allerdings um einiges entspannter, als noch auf Album Nummer eins. Vielleicht auch ein wenig erwachsener. Das gefällt mir, obwohl der ein oder andere Track auf “Shake, Shook, Shaken” als Kombination aus den tragenden Synthesizer-Melodien und der elektrisierten Stimme von Merilahti bisweilen etwas anstrengend wird. Mit dem Hype, den das Album in Frankreich derzeit erlebt gehe ich darum nicht ganz d’accord. Insgesamt würde ich aber sagen, dass alle Fans von melodiösem Synthesizer-Elektropop mit eingängigen Texten hier auf ihr Kosten kommen. Dieser Longplayer wird uns sicher durch Frühling und Sommer begleiten und live ist die Band sicherlich ein lohnenswertes Erlebnis.

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