Shiny Crack Gordon? Klingt irgendwie ganz griffig, aber was soll das heißen? Gordon wie die Comicfigur Flash Gordon oder gar wie Gordon Shumway (besser bekannt als „Alf“)? Und Crack wie die Droge? Fragt man die Band selbst, bekommt man folgende ernüchternde Antwort: „Es handelt sich um einen Kunstbegriff, der in einem kreativen Prozess entstanden ist. Bleibt also viel Platz für Interpretation“. Damit muss man sich dann wohl vorerst auch zufriedengeben. Wer steckt aber hinter diesem Namen?

Shiny Crack Gordon ist zwar eine Band, wirkt aber eher wie ein Konglomerat aus Producern. Tatsächlich bezeichnen sich die sechs selbst gerne als Kollektiv, das aus vielen verschiedenen Besetzungsvariationen und Solokünstlern besteht. Die Grundlage ihrer Musik bildet definitiv der Hip-Hop und auf diesem werden dann Klanggerüste aus verschiedenen Musikrichtungen konstruiert. Ausflüge in den Funk oder Soul sind genauso vorhanden wie Elektronikelemente und Rap. Eindeutig einem Genre zuordnen lässt sich diese Vielfalt kaum, aber Hip-Hop trifft es in diesem Fall am ehesten.

Shiny Decks und Graue Lines

Gegründet wurde das Projekt Shiny Crack Gordon jedenfalls im Jänner 2012. Zwei Jahre später veröffentlichten sie ihre erste EP, die sie ganz schlicht und einfach „Shiny Crack Gordon“ tauften. Die vier Songs starke Platte ist darüber hinaus durch und durch hausgemacht. Nicht nur Recording und Mastering nahmen die sechs Grazer selbst in die Hand, sondern auch das Coverartwork und den Dreh des Videos zu „Surprise“. Im Video selbst sieht man Szenen von den Recordingsessions der EP. Schon bevor „Shiny Crack Gordon“ erschien, hatte sich der erste Ableger der Band herauskristallisiert. Es handelt sich dabei um das DJ-Kollektiv Shiny Decks Gordon. Vier der sechs Bandmitglieder sind darin involviert und jeder hat sich auf ein anderes Genre spezialisiert. So ist Dob Jylan (Drums) für Old School Hip-Hop, Funk und Soul zuständig, während beispielsweise FX Techno und House bedient. Neben diesem DJ-Set existiert auch eine abgespeckte Version der Hauptband, nämlich die Shiny Crack Gordon Micro Session. Hierfür werden die meisten Instrumente durch das passende elektronische Pendant ersetzt. Also Sampler statt Drums und Synthesizer anstelle eines Pianos. Im Übrigen sind auch die einzelnen Mitglieder der Band als Solokünstler tätig. Besonders Clemens, der in der Band als Pianist tätig ist, sticht dabei hervor. Unter seinem Künstlernamen Clemobil produziert er Songs und übernimmt gleichzeitig die Rolle des MCs. Erst Ende letzten Jahres hat er Videos zu den Singles „Graue Lines“ und „Planschen In Diesem Meer“ veröffentlicht. Beide Videos kommen übrigens mit nicht ganz ernstgemeint wirkenden Inhalten und Texten und letzteres mit einem Feature von MC Micki Mikey Johnson daher. In diesem Frühjahr kam schließlich das Video zum neuen Track „Crypto Coinz“ heraus.
Auf die Frage, wie sein Soloprojekt zusammen mit der Band Shiny Crack Gordon funktioniert, antwortet Clemens folgendermaßen: „Wir haben bei den letzten Gigs auch Clemobil Nummern mit der Band gespielt. Dabei wechseln wir die Instrumente quer durch: Sänger Andi wird zum Pianisten, ich zum Rapper und bei einer anderen Nummer bedient der Rapper der Band „Zauto” den Synth und das Piano und ich rappe wieder. Also sehr spannend für uns und ich hoffe, auch für Zuhörende. Die Tracks von mir sind alle in Eigenproduktion entstanden und erst dann für die Livesituation auf die Band umgelegt worden, was unglaublich gut funktioniert hat und eine ganz neue Facette in die Band gebracht hat.“

The Next Big Thing: Autonomie

„In der Band kommen alle Einflüsse zusammen, wobei Hip-Hop die große Basis bei allen bildet.“

Momentan arbeiten Shiny Crack Gordon daran, sich ein eigenes Studio aufzubauen. Das hätte jede Menge Vorteile und würde den Arbeitsfluss der Band ungemein unterstützen. Clemens meint dazu: „Der Großteil der Musiker in unserer Band sind Produzenten und haben ihre Soloprojekte am Laufen. Das geht von Old-School Beats über UK-Grime/Trap und Techno bis hin zu Folk und Singer/Songwriter. In der Band kommen alle Einflüsse zusammen, wobei Hip-Hop die große Basis bei allen bildet. Unsere Produktionen entstehen deshalb in einem Umfeld zwischen Komponieren, Proben, Improvisieren, Recorden und Produzieren, wobei die Phasen fließend ineinander übergehen. Man kann sie nicht trennen. Deshalb ist es für uns so wichtig, ein Studio zu haben, in dem all das zur gleichen Zeit stattfinden kann. Das bedeutet, dass einfach alles zu jeder Zeit aufgebaut, mikrofoniert und verkabelt sein muss.“ Auch eine neue EP ist in Planung, die dann im neuen Studio umgesetzt werden soll. Das größte Projekt, das momentan in Arbeit ist, scheint aber wohl eine Tour quer durch Deutschland zu sein: „Wir haben einige Kontakte nach Hamburg, Berlin und Stuttgart und uns kam die Idee, eine Deutschlandtour zu machen. Eben mal eine Woche mit dem Bus durch Deutschland zu fahren und in fünf oder sechs Städten zu spielen – also ein richtiger Roadtrip. Auch, wenn das unser gesamtes bescheidenes Bandbudget auffressen wird, erwarten wir beste Zeiten und Erlebnisse. Einen genauen Zeitplan gibt es allerdings noch nicht.“

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