Sein eigenes Ding machen und doch im Team zusammenarbeiten? Diesen Spagat schafft SOLOzuVIERT scheinbar ohne Mühen. Vier ganz eigene Musiker bilden zusammen Österreichs erste Liedermacherband, die wir einmal genauer unter die Lupe genommen haben.

Name ist Programm

Bei SOLOzuVIERT ist der Bandname Programm. Denn jeder Musiker ist zwar selbst für sich und seine musikalischen Werke verantwortlich, dennoch sehen sich die vier Männer als eine Gruppe. SOLOzuVIERT besteht aus den Mitgliedern Benjamin Hassler, Christian Watzik, Horst Klimstein und Uwe Hölzl. Neben dem Gesang spielen Gitarre, Percussion und Mundharmonika oder Akkordeon eine wichtige Rolle in der Band.
Aber wie finden Musiker zusammen, die eigentlich alle ihre eigenen Projekte verfolgen? Denn genau so war das vor SOLOzuVIERT: Jeder hatte verfolgte seine eigene Karriere und hatte eigene Ziele – jeder mit mehr oder weniger Erfolg. Und dann kam ein Abend, der alle zusammengebracht hat. Ein Liedermacherabend mit dem Untertitel „Solo zu viert“ hat alle vier Musiker eingeladen und eine halbe Stunde durfte jeder seine Songs zum Besten geben. Und weil dieser Abend so erfolgreich verlaufen ist und jeder Spaß am gemeinsamen Musizieren fand, entschlossen sich die Künstler ab sofort als Gruppe zu arbeiten. Dennoch hat jeder immer noch die künstlerische Freiheit, die er sich wünscht. Texte und Musik entstehen meist bei jedem alleine. Und doch finden alle ihre Inspiration in den kleinen Dingen des Lebens. Chris Watzik erklärt zum Beispiel, dass man sich sein Songwriting nicht als einen Act vorstellen darf, der heute geplant und morgen vollendet ist. Er hört zum Beispiel einen Reim oder ein Gedanke aus einem Gespräch geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Dann entsteht häufig gleichzeitig zum Text eine Melodie in seiner Vorstellung. Manchmal dauert es aber auch Wochen oder Monate bis ein endgültiges Ergebnis vorliegt.

SOLOzuViert

SOLOzuVIERT

Bewusst mit Dialekt

Während uns noch in der Schule beigebracht wird Hochdeutsch zu reden, quälen sich SOLOzuVIERT erst gar nicht mehr damit herum. In Facebook ordnen sie sich sogar dem Genre „Dialektiker“ zu. Zwar haben alle auch versucht, englische Texte musikalisch zu interpretieren, aber so richtig glücklich wurde keiner damit. Chris erklärt dazu, dass die eigenen Gefühle und Emotionen nur dann richtig beim Hörer ankommen, wenn sie so gesungen werden, wie man denkt. Aber werden sie dann auch im hohen Norden verstanden und können auch außerhalb Österreichs erfolgreich sein? Geplant ist auf jeden Fall auch eine deutschlandweite Tour. Angst, dass ihr Dialekt in Hamburg, Berlin oder Bremen nicht gut ankommt, haben sie dabei aber nicht. Denn wie oft singen wir denn bei Eros Ramazzottis „Amore per sempre“ mit, ohne wirklich zu wissen, was der Text bedeutet. Auch englische Titel verstehen wir oft erst dann, wenn wir genauer über den Text nachdenken. Bei guter Musik interessiert sich der Hörer nicht in erster Linie für die Aussagen in einem Song, egal ob er Spanisch, Italienisch oder mit Österreichischem Dialekt ist. Wer aber trotzdem genau hinhören möchte, darf das natürlich! Zwar glauben SOLOzuVIERT nicht, dass ihre Musik die ganze Welt verbessern kann, aber zu bestimmten Gedanken anregen kann sie sehr wohl. Für die Künstler ist es aber bereits Erfolg genug, wenn sie beim ein oder anderen Zuhörer für Gänsehaut sorgen und gekonnt Emotionen vermitteln.

Erfolg nicht um jeden Preis

Die Musiker möchten viele Menschen erreichen und freuen sich schon jetzt auf die anstehende Tour, die nächstes Jahr ihr Hauptprojekt sein wird. Dabei wollen sie sich immer treu bleiben und nicht für den Erfolg verbiegen lassen. Mit „Gute-Laune-Schlager“ können sie zum Beispiel gar nichts anfangen. Auch die Vertretung beim ESC ist kein Ziel, das die Gruppe verfolgt. Chris ist sogar der Ansicht, dass das bei vielen Musikern eher zum Ende einer Karriere führt. Und das ist genau das Gegenteil von dem, was SOLOzuVIERT momentan will: Nämlich jede Menge Spaß mit der Musik haben und Zuhörer begeistern.

SOLOzuVIERT_Guate Zeit

Album „Guate Zeit“

Austropop vom Besten – Guate Zeit

Die Platte „Guate Zeit“ ist am 11.09. erschienen und enthält 12 Lieder, bei denen jeder Künstler mal zum Zug kommen darf. Die Musik einem einzigen Genre zuzuordnen fällt schwer. Austropop ist das erste, was einem dazu einfällt, aber es gibt beispielweise auch Elemente aus dem Jazz-Bereich. Das Liebeslied „Guate Fee“ erinnert dagegen an eine Ballade, die zum Träumen und Nachdenken einlädt. Die Texte sind immer im Dialekt gesungen, Österreicher und Südbayern werden aber keinerlei Probleme beim Verstehen haben. Für alle Bewohner im nördlicheren deutschsprachigen Raum müssen einfach ein wenig genauer hinhören oder sich einfach von der Stimmung der Songs treiben lassen. Die Platte ist authentisch und nimmt einen gefangen. Die Männer schaffen ehrliche Musik und sorgen dafür, dass Austropop noch lange nicht gestorben ist.

Credits:
Bandfotos © Sony Music Marija Kanizaj
Albumcover © Ariola

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