Genre? Welches Genre ?!Julian Copony, geboren 1988 in Graz, hat schon in der Volksschule begonnen Old School Hip Hop zu hören. Inspiriert durch seinen Bruder Raphael, der als DJ Raw auflegte, wollte Julian immer schon scratchen. Mit 15 Jahren bekam Julian seine eigenen Turntables und seine erste Platte, an die er sich erinnern kann, war ein Wunsch an das Christkind. Nämlich die Coldcut Compilation namens „Life:Styles“, die es als Vinyl gab und die 2004 released wurde. Auf dieser Platte ist ein Remix von „I want you back“ der Jackson 5 zu finden, den er heute noch gerne spielt.


Der Genremix & die Toastbusters

Diese Coldcut Compilation erklärt auch, warum Trashtray so gerne in verschiedenen Genres unterwegs ist. Wenn er auflegt, mischt er liebend gerne die Musikrichtungen. Da kommen feine Remixes von Klassikern ebenso zum Zug, wie Hip Hop und Breaks, wobei die Richtung in letzter Zeit eher in die House-Schiene tendiert. Seit 2010 gibt es die „Toastbusters“. Hier arbeitet Trashtray mit Reebone zusammen, ein feines Gespann gepaart mit Turntables und Posaune. Die „Toastbusters“ sind aber momentan auf Eis gelegt, sprich im Ruhestand.

Analog oder Digital

Diese Diskussion stellt sich für Trashtray nicht, denn er hat Analog angefangen und es hat einfach Style. Vieles hängt aber auch mit Songtiteln von Interpreten selbst zusammen, die es digital noch nicht gibt oder nie geben wird. Analog verlangt aber auch mehr Verständnis für die Musik selbst und ein besseres Gehör. Das Diggen nach seltenem Vinyl war früher besser, auch, was die „White Labels“ betrifft. Andererseits hat Digital seine Vorteile und mehr Möglichkeiten, eine körperliche Erleichterung im wahrsten Sinne des Wortes, das Schleppen von Platten fällt einfach weg. Ausserdem werden die Controller immer günstiger und es dauert, bis sich die Spreu vom Weizen trennt. So wird die Szene mit Deejays überschwemmt und somit kaputt gemacht. Im House Bereich gibt es die skurrile Situation, dass Laptop Deejays gedisst werden, weil USB-Deejays cooler sind.

Equipment, Interaktion und Tabus

Laut Trashtray erkennt man einen guten Deejay an dem, wie er das Warm-up spielt. Ob er das Publikum langsam aber sicher zum Kochen bringt, oder einfach nur Hit auf Hit auflegt und stur seiner Playlist folgt. Die Interaktion ist so wichtig, ein guter Deejay „liest“ das Publikum.
Es gibt außerdem viele, die keine Ahnung von ihrem Equipment haben, die nicht wissen, welche Knöpfe welcher Funktion dienen. Drogen und zuviel Alkohol sind auch tabu, es gibt nichts Schlimmeres, als wenn ein Deejay sein Equipment nicht mehr im Griff hat. Denn es ist immer noch ein Job, eine Dienstleistung.
Beim Auflegen sind für Trashtray Hardstyle, Hardtek und der HC Strache „Rap“ absolute Tabus.

„There is only one type of music and that´s good music. No matter what genre it is.“

EDM und Clubs

Wieder geht es hierbei um die geringe Interaktion zwischen dem Publikum und den Auflegenden.
In Amerika ist die EDM Maschinerie viel ärger, das hat Trashtray mitbekommen, als er für
drei Monate in New York war. Er selbst legt gern in großen und kleinen Clubs auf. Bei den großen gibt es einfach viel mehr zu sehen. In den kleinen Clubs kann Trashtray eine andere Art von Musik auflegen, die auf EDM Festivals gar nicht funktionieren würden. Dort genügt es „Put your Hands in the Air“ zu spielen, alle 30 Sekunden den Song zu switchen und Torten ins Publikum zu werfen.

New York und Graz

Seit 2010 produziert Trashtray und er war 2014 für drei Monate in New York an der Producing und Mastering School um seine Skills zu verbessern. Dort hat er einiges über die Clubszene gelernt. Über die Connections, den Vorteil die richtigen Leute zu kennen und das Netzwerken. Der Unterschied zu den Clubs in Graz ist recht einfach erklärt. Die Menschen zahlen gerne Eintritt weil auch mehr investiert und geboten wird. Es ist nicht so verklemmt und viel mehr Clubbesucher tummeln sich auf der Tanzfläche.
Auch die Tatsache, dass in den meisten New Yorker Clubs Rauchverbot herrscht, ist sehr angenehm.

Trashtrays Büro

Laut Facebook glauben viele er sei pausenlos unterwegs, das ist aber auch eine verzerrte Wahrnehmung. Ab Donnerstag hat er zu tun und legt an verschiedenen Orten auf. Wenn die anderen Menschen ihr Wochenende beginnen und mehr auf Facebook sind, arbeitet Trashtray an den Decks. Von der Sekretärin in Trashtrays Büro ist er noch lange entfernt, aber was nicht ist kann ja noch werden.

Die Zukunft

Neben dem Auflegen produziert Trashtray auch sehr gerne und macht Remixe. Doch Produzieren funktioniert nicht auf Knopfdruck, da kommen viele Faktoren hinzu. Wenn Trashtray die Chance hätte würde er am liebsten mit Flume zusammenarbeiten. Mitte August ist Julian nach Wien gezogen und Inspirationen werden nicht ausbleiben. So stay tuned.

Releases

2012 Remix & Edits
2012 Releases mit Toastbusters
2012 Mixtapes
2013 Electromashupbootlegwtf EP mit Toastbusters
2014 Free Tracks for Nu Blends Compilation

Anspieltipps

„Stuck in the Middle with you“,“Don´t tell me“, „Jetlag Dirt“, „Lean on“.

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