Triptonus zaubern mit ihrem Mix aus psychedelischen und progressiven Klängen ein Kopfkino, aus dem wohl keiner so schnell entfliehen möchte. Alles über die sechs Jungs gibt es hier.

Sie erzeugen Klänge, die mehr sind, als nur aneinandergereihte Akkorde und treffsichere Soli. Verführerische Gitarrensounds, mal leise, mal kräftig, durchmischen sich mit tiefen Basslinien und hüllen einen in eine einzigartige Klangwolke, die die Sicht auf den Horizont vernebelt. Entfernungen lösen sich auf, Afrika kommt nach Wien, die Musik ist überall, grenzenlos. Während dieser musikalischen Explosion drängt sich kein Wort in den Vordergrund, kein Text will verstanden, geschweige denn interpretiert werden. Triptonus lassen den Rhythmen und Melodien ihren Lauf. Wir haben ihre Laufbahn inspiziert.

Afrika und die heimische Rockszene

Seit 2012 geben sich die sechs Jungs von Triptonus ihrer Leidenschaft für die Musik hin. Sechs Jungs in einer Band – das mag zuerst recht viel erscheinen, doch wer ihre Songs kennt, der weiß, dass jedes einzelne Mitglied voll ausgelastet ist. Neben den klassischen Band-Komponenten wie zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug kommen nämlich noch zwei besonders interessante Instrumente hinzu: Einerseits ist das Max an der Djembe, einer einfelligen Bechertrommel mit einem Korpus aus einem ausgehöhlten Baumstamm, und Wanja an der Wavedrum und dem Samplepad, zwei vielseitigen und klanglich experimentellen Konstrukten, die bei Triptonus nicht wegzudenken sind.

Triptonus

(c) Psychosomic Rocks, Club Daos, Kape Illustration

Stilistisch kann man Triptonus mitunter in Anbetracht dieser instrumentellen Vielfalt in eine Mischung aus Psychedelic Rock, Percussion Groove und Experimentellem Elektro einordnen. Auf ihrer Facebook-Seite haben sie einen zusammenfassenden Begriff für diese unterschiedlichen Einflüsse gefunden: Psychedelisches Kopfkino. Damit treffen es Max, Clemens, Fabian, Jakob, Niki und Wanja auf den Punkt. Dieses Ziel erreichen sie gerade aufgrund ihres Verzichts auf die verbale Komponente. „Unsere Musik dreht sich weniger um lyrische Themen als um Emotionen und Zustände, die jenseits des mit Worten Erfassbaren liegen“, erklärt Clemens den Grund für die Text-Abstinenz.

Inspirieren lassen sich Triptonus neben Psychedelic Sounds auch von diversen Rock und Metal Richtungen, Doom, Stoner Rock und progressiven Klängen sowie von sogenannter Weltmusik, Jazz, Blues, Funk und Goa. Es ist also eine bunte Mischung, die den Weg für die in verschiedenen österreichischen Städten lebenden Mitglieder ebnet. Ein großes Thema in ihrer Musik sind auch afrikanische und arabische Rhythmen sowie Melodien. „Diese Kulturkreise sind nicht nur musikalisch unglaublich reich und faszinierend. Wir versuchen mit Songs wie ‚Lorenz von Arabien‘ eine Brücke zwischen diesen Einflüssen und unserer heimischen Rockszene zu schlagen“, beschreibt Clemens unter anderem die Aufgabe der Djembe.

Die Geheimzutat „Groove“

Auch eine Band ohne Sänger befindet sich in ständigem Wandel. Insgesamt sind Triptonus seit ihrer ersten EP, die im April 2013 erschien und auf den Namen „Sprout“ hört, um einiges härter und progressiver geworden. „Wahrscheinlich sind wir auch etwas tighter und trippiger als zu unserer Anfangszeit, wo sich der Bandsound erst entwickeln musste“, so Clemens. Spätestens auf ihrem im September dieses Jahres erschienenen Longplayer „Triptonus“ scheinen sie ihren Sound nun gefunden zu haben. „Psychotomimetikum“, der erste Song auf diesem Album, ist nur ein Beispiel für die Weiterentwicklung in eine noch präzisere und kräftigere Richtung.

„Groove ist essentiell“

Manche Zutaten sollte man aber auch unverändert belassen. „Tribalhafte Percussions, psychodelische Echolandschaften, erdige, aggressive Riffs und das ganze kreuz und quer in progressiver Songstruktur vermischt“ – so lautet das Rezept, dem Triptonus Folge leisten. „Groove ist essentiell“, fügt Clemens noch hinzu und führt somit die wohl bedeutsamste Geheimzutat in den Psychedelic Rock-Landschaften an.

Eine Live-Band

Triptonus live

Triptonus live (c) Psychosomic Rocks, Club Daos, Kape Illustration

Der Name Triptonus ist eine Konstruktion, deren Grundstein Clemens‘ letzter Mitbewohner legte. Das Wortspiel bestehend aus Tritonus, dem als dissonantestes Intervall bekannten Zweiklang, in dem Mythen zufolge der Teufel wohnt, und Trip, auf welchen Triptonus ihre Zuhörer schicken wollen, hat sich rein klanglich in der Auswahl der Bandnamen durchgesetzt. Ein ähnliches Auswahlverfahren durchlaufen die Songs der Band in ihrem Entstehungsprozess. Mit den ersten Ideen experimentieren die sechs Jungs so lange, bis sich „songhafte Strukturen“ heraus bilden. „Songwriting war bei Triptonus immer ein gradueller Prozess. Bei unserem Album wurden manche Parts und Soli noch wenige Tage bis Stunden vor den Aufnahmen geschrieben“, erklärt Clemens.

Vor allem Live macht sich diese Flexibilität und ständige Neuentdeckung bemerkbar. Triptonus sind eine Live-Band. Das wissen sie selbst, und das wissen vor allem ihre Fans. „Auf der Bühne durchzudrehen ist für uns das Größte“, beschreibt Clemens die Affinität zu Live-Shows. „Dazu kommt, dass wir immer wieder Stellen improvisieren und Variationen in unsere Songs einbauen. Die Tracks erwachen live dadurch erst richtig zum Leben.“ Zu den Highlights ihrer Konzert-Geschichte zählen Triptonus unter anderem ihren Auftritt beim Electric Circus, einem selbstorganisiertem Konzert, und ihre Album-Release Tour mit THE:EGOCENTRICS dieses Jahr.

Upcoming

Dieses Jahr könnt ihr Triptonus noch am Feed Your Head Festival in der Arena Wien erleben. Das Festival dauert von 11. bis 12. Dezember, Triptonus werden am 11. Dezember vertreten sein. Ihr Album „Triptonus“ werden sie dann auch erstmals auf Vinyl dabei haben. Grundsätzlich gilt, wer psychedelischen Klängen, afrikanischen Sounds und progressivem Rock nicht abgeneigt ist, der sollte diese Chance und alle weiteren, die sich in den kommenden Jahren noch bieten werden, auf keinen Fall verpassen.

Links rund um Triptonus:

www.triptonusband.bandcamp.com
www.facebook.com/triptonus
www.soundcloud.com/triptonusband

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