Die Antwort: Ein energiegeladenes Kopenhagener Quartett mit New Yorker Wurzeln, das irgendwo zwischen Blues und Punk angesiedelt ist.

Reverend Shine Snake Oil Co. mit ein paar locker hingeworfenen Sätzen hinreichend zu beschreiben ist kaum möglich. Ihre Ursprünge sind ebenso in ein dichtes Netz aus Vermutungen gehüllt wie der Bandname, der sich einem nicht so einfach erschließen will. So viel steht jedoch fest: Nach langer Vorgeschichte zogen Claudius Pratt und Justin Moses Gunn gemeinsam von New York nach Kopenhagen, wo sie auf Matthias Klein am Schlagzeug und Martin Olliviierre am Standbass trafen.

Reverend Shine Snake Oil Co.

Wer ist hier der Reverend?

Einflüsse des „Big Apple“

Was daraufhin entstand setzt sich laut eigenen Angaben aus „Punkrock, afrikanischen Drumrhythms, frühem amerikanischen Blues und all dem dazwischen zusammen“. Prägend für den Sound sind dabei auch die New Yorker Wurzeln, deren Einflüsse deutlich hörbar sind. Dabei ist das musikalische Schaffen der vier Musiker so vielseitig, dass einen die Beschreibung schon mal etwas ins Schwitzen bringen kann. Anleihen von Gospel, Spirituals und Soul werden ebenso hörbar wie Rockabilly, Jazz, Folk und Indierock.

Aufnahmen im Gefängnis

Nach drei bereits erschienen EPs entschied man sich Ende 2013 dafür, das neue Werk in Göteborg/Schweden aufzunehmen. Die Wahl fiel dabei auf das Härlanda-Gefängnis, das 1997 seinen letzten Gefangenen entließ. Diese Erfahrung brachte die Bandmitglieder teilweise zwar an ihre Grenzen, sorgte aber auch dafür, dass das aus 5 Songs bestehende „Anti-Solipsism pt.1 Creatures“ an einem Tag aufgenommen werden konnte. Dieser erste Teil erschien bereits dieses Jahr als limitiertes Vinyl. Zusammen mit dem zweiten Teil namens „Anti-Solipsism pt.2 – Totems & Familiars“, der im Frühling 2015 erscheinen soll, wird dieser auch als reguläres Album erhältlich sein.

Von Solipsismus und Kreaturen

Die fünf Songs von „Anti-Solipsism pt.1 Creatures“ alleine dehnen sich allerdings schon auf eine halbe Stunde aus. Dabei wird klar: Bei Reverend Shine Snake Oil Co. wird jede Sekunde jedes Songs zelebriert und ausgekostet, beginnend mit dem rasenden „The Candidate“. Die treibende Energie des Rhythmus und der an Tom Waits erinnernde Gesang sorgen für eine fulminante Eröffnung. Etwas ruhiger aber nicht weniger einnehmend geht es dann mit „The Truth“ weiter, das sich mit dem mehrstimmigen Gesang gleich mal so in die Gehörgänge schmiegt, dass es auch nicht mehr so bald von dort verschwinden will.

Im Anschluss daran gibt es ein schön blues-lastiges „Mrs. Brown“, wobei das Quartett den Energielevel aber ebenso kontinuierlich steigen lässt wie beim darauf folgenden „Hey Now“, das eine spezielle Coolness verbreitet. Vollendet wird „Anti-Solipsism pt.1 Creatures“ dann noch von „Home“, das atmosphärisch dicht daherkommt und nicht nur durch die, wiederum eine wichtige Rolle spielende, Dynamik einen würdigen Abschluss bildet.

Eine musikalische Messe

Damit im Gepäck tourten die Vier heuer bereits durch Deutschland, die Niederlande sowie Österreich und legten auch einen Zwischenstopp in Norwegen ein. Auf der Bühne können Reverend Shine Snake Oil Co. ihre Stärken besonders ausspielen. Sie zelebrieren eine musikalische Messe, die höflich und elegant startet, dann aber immer intensiver, schweißtreibender und hemmungsloser gerät. Bei der nächsten Tour sollte man das energiegeladene Vierergespann also besser nicht verpassen. Um sich die Wartezeit bis dahin etwas zu verkürzen gibt es ja „Anti-Solipsism pt.1 Creatures“ auf Vinyl und das Rätsel darum, was das Quartett seinen Fans mit folgendem Satz auf ihrer Homepage genau sagen will:

„Social music for people of moderate intelligence and fair health.“

Fotocredit: Reverend Shine Snake Oil Co. Facebook

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