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„1000 Liebe“ – mit diesen Worten geht Yasmin Hafedh a.k.a. Yasmo derzeit durch die Welt. Es ist ein Motto, mit dem man viel bewegen kann. Steht nicht der Hass, sondern die Liebe im Vordergrund, gäbe es bestimmt einige Probleme weniger, aber das ist ein anderes Thema.

Es geht hier um Yasmo, eine Frau, die es in einer von Männern dominierten Szene geschafft hat sich durchzusetzen. Bislang ist es nach wie vor selten, Frauen in der Hip-Hop Szene auf der Bühne zu sehen. Daher ist die Karriere von Hafedh umso beeindruckender. Sie schaffte es nicht nur, sich mit der Musik einen Namen zu machen. Auch der Poetry Slam gehört zu ihren großen Stärken. Schon im Jahr 2009 konnte Yasmo Erfolge im deutschsprachigen Raum einfahren. In den darauffolgenden Jahren nahm sie an Slam-Touren teil, diese führten sie nach Deutschland und die Schweiz. Sogar in nicht-deutschsprachige Länder wurde Hafedh als Poetin eingeladen, wie zum Beispiel Slowenien, Polen, Tschechien, Luxemburg, Belgien und Ägypten.

Wenn die 25-jährige Wienerin mal nicht gerade auf der Bühne steht, dann beschäftigt sie sich auch mit der Materie. Aufgrund ihrer Leidenschaft für das Schreiben widmet sie sich auch auf journalistischer Ebene dem Poetry Slam, allerdings nicht nur dem. Die Autorin Yasmin Hafedh ist nämlich Kolumnistin der Zeitschrift „& Radieschen“; außerdem schrieb sie eine Kolumne für die Zeitschrift „an.schläge“. Unlängst führte Yasmo sogar ein Gespräch mit dem Justizminister Wolfgang Brandstätter, mit Unterstützung der Tageszeitung „Der Standard“. Themen bei dieser Auseinandersetzung waren Jugendkriminalität, die aktuelle Flüchtlingsdebatte, die Vorgehensweise der Polizei und zur Auflockerung wird der Minister auch über Poetry Slam befragt. Hafedh bewies hier mit gezielt guten Fragen an Brandstätter auch ihre journalistische Stärke. Gesellschaftskritische Fragen stellt sie aber nicht nur in Interviews, in ihren Songs weist Yasmo ebenfalls auf solche Themen hin. Es ist wirklich eine Kunst, solch sensible Themen in Tracks zu verpacken, ohne dabei belehrend zu wirken. Ob es für jemanden belehrend klingt, muss trotzdem jeder für sich selbst herausfinden, schließlich sind wir alle unterschiedliche Persönlichkeiten. Das ist auch ein wichtiger Punkt in Hafedhs Musik – eine vorurteilsfreie Welt. Eine Welt, in der man Menschen nicht aufgrund ihres Aussehens immer wieder dieselbe Frage stellt: „Wo kommst du her?“ Neben der stark aufkommenden Gesellschaftskritik in den Texten, kritisiert Yasmo aber auch die HipHop Szene. Die in den letzten Jahren immer größer werdende Szene will unterhalten werden. Der musikalische Wettbewerb endet hier oftmals in einer sinnfreien Musik, in dem nur noch zählt, wer die meisten Wörter innerhalb der kürzesten Zeit abliefert. Die Wienerin ist hier das Gegenteil, kein einziger ihrer Texte ist sinnfrei, denn ihre Texte sind verständlich an den Hörer formuliert. Man könnte meinen, Yasmo wäre die Vorzeigerapperin par excellence, um Hip-Hop den Menschen näherzubringen, die sich mit dieser Musik bislang nicht identifizieren konnten.

Zwei Alben hat Hafedh bereits veröffentlicht. In „keep it realistisch“ (2011) und „Kein Platz für Zweifel“ (2013) kann man die starken Texte der Wienerin nachhören. Die aktuellsten Veröffentlichungen von ihr gibt es in Kombination mit Klangkantine, die Songs heißen „Es ist Musik“ und „Eigentlich kein Hip-Hop“. Dass sie nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch rappen kann, beweist Yasmo mit ihrem zweiten Ego. Als „Miss Lead“ hat die Wienerin einen britischen Akzent, eine EP namens „It’s Tea Time“ ist im Jahr 2013 erschienen. Wir sehen also, mit Yasmin Hafedh haben wir eine sehr facettenreiche Person in der österreichischen Musikszene. Sie scheut sich nicht, sensible Themen innerhalb und abseits der Musik anzusprechen, und das polarisiert. Bitte mehr davon.

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