Die Hard & Heavy Szene in Österreich ist ein sehr schnelllebiges Pflaster. Jährlich werden Bands gegründet, umgruppiert oder sie werfen einfach das Handtuch. Da ist es schon etwas Besonderes, wenn österreichische Musiker zehn Jahre lang gemeinsam an einem Projekt arbeiten.

Ecliptica ist so ein „Langzeitprojekt“. Seit Jänner 2016 mit ihrem neuen Album „Ecliptified“ am Start, nutzen sie den Frühling, um das neue Programm live zu spielen. PARADOX hat die Metal ‘n’ Roller zum Interview gebeten.
Ecliptica sollte Markus Winklers Soloprojekt werden. Doch 2005 suchte sich Markus Mitstreiter, die das Programm als Liveband performen sollten. Nach dem Live-Debüt vor 400 Zuschauern als Support von Dead Soul Tribe wurde im April 2007 die erste EP „The Awakening“ veröffentlicht. Ebenso konnte 2007 der „Metal Battle Austria Contest 2007“ gewonnen werden und die Band eroberte damit einen Slot am legendären Wacken Open Air. 2008 wurde das Album „Impetus“ veröffentlicht. 2011 war es wieder Zeit, ins Studio zu gehen und das Album „Journey Saturnine“ aufzunehmen. Die Singleauskopplung erreichte Platz drei in den Austrian Rock iTunes Charts. Vor über drei Jahren hat sich die derzeitige Besetzung gefunden und besteht aus Thomas Tieber (Vocals), Sandra Urbanek (Vocals), Van Alen (Guitars), Markus Winkler (Guitars), Petra Schuhmayer (Bass) und Roman Daucher (Drums). In dieser Zusammensetzung wurde auch „Ecliptified“ aufgenommen.

PARADOX: Ihr habt im Dezember zehn Jahre Ecliptica gefeiert. Wie ist es, zehn Jahre in der Band zu sein?

Markus Winkler: In der derzeitigen Besetzung sind wir seit drei Jahren unterwegs. Gründungsmitglieder sind nur noch Thomas und ich. Aber mit Alen und Sandra sind wir auch schon länger unterwegs. Es funktioniert nur, wenn man auch persönlich miteinander auskommt und gerade bei uns ist der Altersunterschied sehr groß, daher sind wir stolz, dass es als Bandgefüge funktioniert und jeder seine Aufgaben wahrnimmt, ohne, dass es zu offenen Konflikten kommt. Man motiviert sich gegenseitig und es ist eben die Musik das Gemeinsame, das uns hilft, zusammenzuhalten. Wir haben gemeinsam viel Zeit verbracht und das hört man auch an der neuen CD.

Van Alen: Es ist bei uns wirklich so, dass wir sehr wenige Kompromisse schließen müssen. Beim derzeitigen Album gibt es schon einige Parts in Songs, die ich alleine anders gemacht hätte, aber im Großen und Ganzen stehe ich hinter jedem Song, den wir gemeinsam arrangiert haben.

Thomas Tieber: Wir haben übereinstimmende Vorstellungen von der Musik, die wir machen wollen und unser Musikgeschmack ist sehr ähnlich, wir gehen auch gemeinsam auf Konzerte und unternehmen außerhalb der Bandproben gerne gemeinsam etwas.

PARADOX: Wie gestaltete sich die Arbeit am neuen Tonträger?

Roman Daucher: 2012 hat uns das Börsecrash-Festival nach Deutschland geführt und der dortige Manager hat das Album und speziell das Artwork kritisiert. Er hat gemeint: „Jung, daar mutten Titten up dat Cover un Draken.“ Da haben wir gedacht, gut, beim nächsten Album achten wir darauf und haben zwei unterschiedliche Sets an Songs geschrieben, das eine geht mehr in die Richtung Sex, Drugs & Rock ‘n’ Roll und das andere geht mehr in Richtung Metal, um den Drachen zu symbolisieren. Die Rock-Songs haben uns aber auch im Hinblick auf die Liveperformance mehr getaugt, daher ist „Ecliptified“ ein Hardrock-Album mit Metaleinflüssen. In der Hinterhand haben wir noch ein zweites Album mit Powermetalsongs vorbereitet, das wir vielleicht noch nachschießen. Wir lassen uns da nicht festlegen.

PARADOX: Wie läuft bei euch das Songwriting ab?

Winkler: Früher habe ich alle Songs geschrieben, auf dem neuen Album
sind aber auch Songs von Alen und Roman vertreten.

PARADOX: Was genießt ihr am meisten? Die Bühne? Das Studio? Das Songwriting oder das Proben?

Tieber: Wir sind dezidiert eine Liveband, für uns sind die Bühne und die Performance das Wichtigste am ganzen Ecliptica Projekt. Der Songwritingprozess ist für uns sehr spannend, aber die Präsentation im Live-Konzert ist das Wichtigste.

Winkler: Es bestätigen uns auch die Fans, dass wir als Liveband die größten Erfolge haben.

PARADOX: Wo habt ihr Musikmachen gelernt?

Winkler: Wir sind eigentlich alle Hobbymusiker und verdienen alle kein Geld mit Musik. Roman ist der einzige, der auf eine Musikschule gegangen ist.

Daucher: Ja, ich habe aber nicht abgeschlossen, ich war am Konservatorium, wo mir die Skills reingeprügelt wurden. Ich finde, gerade in der Rockmusik ist Technik nicht alles. Es ist natürlich notwendig, dass das Handwerk beherrscht wird, aber wir haben alle Jobs und Musik ist unser Hobby, wenn auch ein aufwendiges.

PARADOX: Was ist als nächstes geplant?

Winkler: Wir werden an der Promotion des aktuellen Albums arbeiten und für Herbst 2016 planen wir eine Österreichtour, auf der wir mindestens acht Konzerte spielen wollen. Also gibt es da noch viel zu tun und für die Festivalsaison 2017 ist auch schon einiges geplant.

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