Wir haben uns mit den Welsern unterhalten, viel über die Band und die einzelnen Mitglieder Erfahren. Als Bonus gibt’s noch ein kurzes EP-Review dazu.

Wir freuen uns immer, wenn wir euch junge, aufstrebende Bands aus Österreich vorstellen dürfen. Und wie lernt man eine Band besser kennen, als durch ein Interview? Ashes To Dust aus Wels haben gerade ihre zweite EP  „Take Shelter“ veröffentlicht und sprechen mit uns über Songwriting, Lieblingsbands, ihre ersten selbst gekauften Platten und vieles mehr .

www.music-news.at: Stellt euch doch mal vor, wer seid ihr, seit wann gibt’s euch als Band, woher kommt ihr?

Ashes To Dust: Wir sind Ashes To Dust – eine (Melodic) Deathmetal(core) Band aus Wels. Uns gibt’s seit 2010. In unserer jetzigen Besetzung gibt es uns seit Februar 2015 –  dem Releasetermin unserer zweiten EP. Wir bestehen aus unserem Sänger, Peter, unseren beiden Gitarristen, Didi und Max, unserem Drummer, Daniel und – seit Februar – unserem neuen Bassisten, Paul.

www.music-news.at: Wie funktioniert bei euch der Songwriting-Prozess? Wer schreibt die Lyrics, wer die Riffs?

Ashes To Dust: Einzelne Riffs oder Riffideen bringt bei uns jeder ein, aber wir haben kein Patentrezept, wie wir unsere Songs schreiben. Bei manchen wird das Fundament von einem einzelnen Bandmitglied gelegt und danach von der restlichen Band verfeinert. Andere Songs entstehen direkt als Gemeinschaftsarbeit. Das verbindende Element besteht am Ende des Songwritingprozesses darin, dass jedes einzelne Bandmitglied sich auch voll und ganz mit dem Song identifizieren können muss. Die Lyrics werden alle von unserem Sänger, Peter, geschrieben.

„Schlicht gesagt: wir würden uns nie verkaufen.“

www.music-news.at: Was hat euch dazu bewegt, Musik zu machen?

Ashes To Dust: Wir haben angefangen, weil wir Metal lieben und es uns einfach nicht mehr genug war nur zuzuhören. Wir wollten auch etwas beitragen und unsere Ideen verwirklichen. Es hat uns am Beginn auf Anhieb Spaß gemacht und das macht es auch immer noch. Musik im Allgemeinen und Metal im Speziellen ist eine wundervolle Art, sich künstlerisch und persönlich zu entfalten.

www.music-news.at: Was sind eure Einflüsse, habt ihr irgendwelche Lieblingsbands?

Ashes To Dust: Wir orientieren uns an Bands wie Heaven Shall Burn, Neaera, In Flames, Dark Tranquillity, Mastodon, Kataklysm, Parkway Drive, Fear My Thoughts, At The Gates, Baroness, und auch vielen anderen.

www.music-news.at: Was sind die Themen eurer Texte?

Ashes To Dust (Peter): Das ist ganz verschieden. Oft geht es um Soziales, Politisches und auch ein bisschen Philosophisches. Mir ist es wichtig, dass die Texte auch literarisch einen gewissen Wert haben. Unsere aktuelle EP folgt strukturell wie vom Inhalt der Texte her einem durchgängigen Konzept und auch die Songs die wir im Moment schreiben werden textlich in ein solches Konzept passen, aber natürlich auch einzeln genießbar und verständlich sein.

www.music-news.at: Was macht ihr als Vorbereitung vor einer Show, wie wärmt ihr euch auf?

Ashes To Dust: Die Gitarristen und unser Bassist wärmen sich gemeinsam auf, indem einige Passagen zusammen gespielt werden. Dani – unser Schlagzeuger – macht seine Aufwärmübungen währenddessen abseits für sich und unser Sänger redet motivierend auf uns ein (lachen).

www.music-news.at: Was war euer erster Auftritt?

Ashes To Dust: Das war Anfang Oktober 2010 im „The Rock“ Wels.

www.music-news.at: Was würdet ihr nie für den Erfolg tun?

Ashes To Dust: Schlicht gesagt: wir würden uns nie verkaufen. Wir werden immer nur Musik abliefern, die uns auch selbst gefällt.

www.music-news.at: Wie viel Zeit verbringt ihr am Tag/in der Woche mit Proben und Musizieren?

Ashes To Dust: Wir versuchen, zumindest einmal pro Woche gemeinsam im Proberaum zusammen zu kommen. Das ist manchmal garnicht so einfach, da sich unser Proberaum in Wels (OÖ) befindet, aber mehrere Bandmitglieder zur Zeit ihren Lebensmittelpunkt zwecks Studium hauptsächlich in Wien haben.Wenn wir an neuen Songs arbeiten und diese dann einstudieren, versuchen wir jedoch so viele gemeinsame Termine wie möglich zu fixieren.Individuell steckt jeder von uns neben dem gemeinsamen Proben noch einiges mehr an Zeit in Musik, einige sogar noch in anderen Bands.

www.music-news.at: Was wünscht ihr euch für die Zukunft der Musikszene?

Ashes To Dust: Wir wünschen uns, dass weit verbreitete Praktiken wie Buy-in-Touren oder Kartenverkauf, der allein den Bands auferlegt wird, möglichst ein Ende finden. Wir verstehen die Veranstalter, die es auch sehr hart haben, jedoch sollten diese nicht ihr finanzielles Risiko auf die Bands abwälzen. Wir stecken bereits sehr viel Zeit, Geld und Herzblut in unsre Musik und wollen dann nicht auch noch dafür bezahlen müssen auftreten zu „dürfen“.

It’s getting personal…

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Ashes To Dust Bandmembers

www.music-news.at: Kommen wir jetzt zu den Fragen, die jeder von euch einzeln beantworten darf. Gibt es irgendeine Band/Artist/ein Lied, das du als „guilty pleasure“ bezeichnen würdest?

Peter: Placebo.
Daniel: David Bisbal – Silencio.
Max: Jan Delay.
Didi: Zack Hemsey.
Paul: Dada Life – Kick Out The Epic Motherf**ker.
www.music-news.at: Erste CD oder Platte, die du dir selbst gekauft hast?

Peter: Heaven Shall Burn – Antigone.
Daniel: Dream Theater – Octavarium.
Max: Linkin Park – Hybrid Theory.
Didi: Lordi – The Arockalypse.
Paul: KoRn – Issues.

www.music-news.at: Erste Metal Show, auf die du gegangen bist?

Peter: 2005 Hell on Earth Tour in Salzburg (Cataract, Fear My Thoughts, Maroon, Heaven Shall Burn).
Daniel: In Marchtrenk auf der Jam Night vor zig Jahren.
Max: 2008 As I Lay Dying, Neaera, Replica im Posthof Linz.
Didi: 2010 Abbadon Party in Steyr mit Mandatory und Forever Blind.
Paul: 2002 Alter Schl8hof Wels. Cannibal Corpse, Dew-Scented, Severe Torture und Viu Drakh.

Vielen Dank an Ashes To Dust für das Interview! Wenn ihr die Band live erleben wollt, habt ihr dazu schon morgen (26.4.) die Chance:
Die Jungs treten im Viper Room in Wien beim Wacken Metal Battle Finale an und freuen sich über jede Unterstützung!

Online findet ihr Ashes To Dust auf Facebook, Youtube (aktuelle EP) und Bandcamp.

Kurzes EP Review

Wir haben uns natürlich die aktuelle EP Ashes To Dust auch zu Gemüte geführt, hier der erste Eindruck:

Einen dramatischen Einstieg liefert das Intro „Hold On“ mit Spannung aufbauenden Klängen und Regen- und Donnergeräuschen, sowie den Worten „The Storm Is Coming“. Das macht neugierig auf die folgenden Songs. Mit „Take Shelter“ und „For I’m Alive“ geht’s gleich mit Vollgas in den Metal(core) hinein, sehr solide Riffs und Gitarrensoli machen die Lieder abwechslungsreich, die ein bisschen Death Metal-lastigen Vocals passen gut zum Rest.

Take Shelter

„Take Shelter“ CD Cover

Eine Verschnaufpause bietet das vier Minuten lange Instrumentalstück „Serenity“, das einen, passend zum Titel, nur mit Gitarrenklängen sofort in angenehme, beruhigte Stimmung versetzt. „Breath In“ holt einen dann mit einem Schlag zurück in die Metalwelt, das Lied zeichnet sich durch brutale Vocals und einen ziemlich heftigen aber kurzen Breakdown aus, in der Mitte kommt dann ein ruhigerer Part. Mit fast sechs Minuten ist es der längste Song der EP, ist aber definitiv alles andere als langweilig und eintönig. Die letzte Nummer nennt sich „My Wrath“, und startet gleich mit einem schönen, zornigen „BLEAGH“. Das zornige Thema zieht sich durch, man merkt die Wut und Aggression im Song. Die Clean Vocals kamen etwas überraschend, passen aber auch gut ins Gesamtkonzept.

Im Großen und Ganzen erkennt man den roten Faden des Konzepts sehr gut, die Songs passen gut zusammen und ergeben ein abwechslungsreiches Hörerlebnis.

Fotocredits: Ashes To Dust

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