Fii ist der wohl bekannteste Beatboxer Österreichs. Er erzählt heute über peinliche Momente, Vorlieben und Schwächen.

Fii ist der wohl bekannteste Beatboxer Österreichs. Mit seinem Hit Power to the People hat er sich einen Namen in der Musikszene geschaffen. In seinem Interview erzählt er über sich selbst, seine Vorlieben und Schwächen und vieles mehr.

Was ist Fii denn so alles peinlich…

www.music-news.at: Was ist dein bisher peinlichster Auftritt, also was ist da passiert?

Fii : Die Frage hab ich schon mehrmals bekommen, peinliche Auftritte im herkömmlichen Sinne hab ich nicht. Ich empfind das nicht als peinlich, natürlich mach ich Fehler, aber ich hab immer den Spaß dran, den Fehler so zu korrigieren, als wäre es Absicht gewesen. Oder halt damit spielen, dass man auch Fehler macht. Mir ist zum Beispiel mal die Loop – Station ausgefallen, dann muss man eben versuchen so die Leute zu unterhalten. Ich spiel ja auch mit den Sachen, die peinlich sind, ich mach ja auch jedes Mal eine Tanzeinlage.

www.music-news.at: Welches Lied hast du im Schnitt am öftesten Live performt?

Fii: Also Power to the People hab ich oft performt, dann Humus und früher sehr oft das 3 Wörter Spiel. Also da krieg ich vom Publikum drei Wörter und mach daraus einen Song.

www.music-news.at: Singst du öfter auch mal mit anderen Musikern zusammen?

Fii: Ja, ich hab schon immer wieder ein paar Leute, mit denen ich gerne Musik mache. AY zum Beispiel, ein Rapper aus Wien. In den letzten Monaten Lukas Plöchl und verschiedenste Gitarristen. Wenn ich irgendwen mag, musikalisch, dann nehme ich ihn halt mal mit.

Und wie sieht es privat eigentlich aus?

www.music-news.at: Wenn du jetzt nicht auf der Bühne stehst, was machst du denn sonst so?

Fii: Also ich bin eigentlich sehr langweilig. Auf der Bühne ist es so: im Rampenlicht, im Mittelpunkt stehen. Das mag ich, weil da mach ich etwas, das ich kann und was irgendwie auch nicht was Alltägliches ist. Im Privaten bin ich nicht sehr spannend, geh ins Kino, manchmal Essen und beweg mich.

www.music-news.at: Was würdest du nie öffentlich auf einer Bühne machen?

Fii: Alles Extreme. Ich bin eher ein harmoniebedürftiger Mensch. Ich find es schon wichtig, dass man politische Äußerungen tätigt, aber ich würde nie provozieren. Egal, ob das jetzt politische Parolen sind, oder irgendwie zu sexuelle Dinge. Auch wenn TänzerInnen dabei sind, das muss alles auf einem ästhetischen Niveau sein.

www.music-news.at: Gibt es irgendetwas, das du unbedingt mal vor Publikum machen möchtest, einen speziellen Show-Act zum Beispiel?

Fii: Also, ich hab die meisten Sachen, die ich vorhatte, schon gemacht. Hab schon Auftritte mit kompletter Band gespielt, dann hab ich mit Comedy angefangen, ich hab schauspielmäßig immer wieder was probiert…das war nicht so gut, jetzt mach ich es nicht mehr. Es gibt noch ein paar Sachen, die ich schon noch gern machen würde, so wie eine echt geile amerikanische Show. Von Anfang an durchgeplant mit Tanz und lustigen Elementen, aber das ist halt eher unmöglich…da müsste irgendein Veranstalter auch dementsprechendes Budget zur Verfügung stellen. Aber lustig wär es schon.

Auch Stars haben Stars

www.music-news.at: Hast du ein musikalisches Vorbild?

Fii: Grundsätzliches ist es so, dass ich ein paar Musiker sehr viel gehört hab und auch gewisse Musikrichtungen sehr viel gehört hab. Aber das sind immer nur so einzelne Phasen, ich hatte einmal eine Björk-Phase, da ist auch der Wunsch entstanden, einmal ein Duett mit ihr zu machen. Es ist eher so, dass man ein Element hat, das man gut findet und es versucht, nachzumachen und wenn es dann nicht klappt, dann ist man nicht böse, weil es gibt ja schon jemanden, der das kann und macht. Aber dadurch, dass fast jeder Song eine andere Musikrichtung ist, ist es ja sehr viel Input, den ich versuche, umzusetzen. Wenn ich irgendeine Information bekomme, dann wandle ich sie sofort in eine interpretative Information um. Also ich kann faktisch nicht das gleiche machen, sondern ich wandle es gleich in eine persönliche Version um. Das ist halt bei Privatgesprächen manchmal anstrengend.

www.music-news.at: Gibt es eine Musikrichtung, oder Band, für die du dich schämst, weil du sie hörst?

Fii: Ich liebe Hannah Montana. Hannah Montana ist so gut produziert, es sind keine spannenden textlichen Sachen, aber die Lieder sind so gut gemacht, dass man einfach sagen muss: Ja, super. Ich war auch schon mal bei einem Justin Bieber Konzert. Dann hab ich bei meinem letzten Album Songs mit den Jungen Zillertalern gemacht, zum Beispiel. Wenn die Musik gut gemacht ist, dann kann das ja gar nicht peinlich sein.

www.music-news.at: Welche persönlichen Lebensziele hast du dir noch gesetzt?

Fii: Noch? (lacht laut los). Grundsätzlich, zielmäßig…ich glaub ich möchte weiter die Energie haben, das zu machen, was bei mir im Kopf passiert. Ein anderes Ziel ist, je mehr Erfahrung man hat, in dieser Branche, da wird man ein bisschen abgestumpfter und ich möchte weiterhin naiv sein und jeden Blödsinn machen. Das ist für mich ein wichtiges Ziel. Ein anderes Ziel ist auch, wenn es mal nicht so gut läuft, mit weniger im Monat auszukommen irgendwie und nicht zu sagen, jetzt schmeiß ich es hin.

www.music-news.at: Gibt es eine Band oder Musiker mit denen du mal gerne gemeinsam auf der Bühne stehen würdest?

Fii: Ja, Björk. Ich war ja dieses Jahr mit Jean Paul auf Tour, durfte zwar noch nicht auf die Bühne, das wünsch ich mir auch noch mal, und sonst bin ich immer mehr überrascht von den Sachen, die passieren. Dann ist man irgendwie immer überrascht von der Realität und das find ich super. Es fällt mir sonst keiner an.

www.music-news.at: Begegnest du Leuten anders als früher,

oder begegnen dir die Leute anders als früher?

Fii: Also ich hab den Vorteil, dass die Leute ganz normal Hallo sagen, kein Gekreische oder so. Das ist sehr angenehm und eigentlich ist es ein nettes, freundschaftliches Begegnen, nie so ein Gefühl, dass ich so auf einen Thron hinaufgestellt werde. Es ist einfach nett.

Foto: Fii

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