Interview mit Deasel Weasel

www.music-news.at hat sich bei Bier und Soda-Zitron mit der Grazer Band Deasel Weasel über Harmonie, Bandurlaube, den Schaffensprozess ihrer Songs und das neue Album unterhalten.

Music-news.at: Wie seid ihr auf den Namen Deasel Weasel gekommen?
Alex: Der Name Music-News war schon vergeben. (lacht)
Christian: Es war eine riesige Liste. Begonnen hat’s mit ausgestorbenen Tierarten.
Tom S.: Genau genommen wissen wir’s einfach nicht mehr. Wir sind am nächsten Morgen aufgewacht und haben uns gefragt: „Hey, haben wir gerade eine Band gegründet, die „Deasel Weasel“ heißt?!“

Music-news.at: Was tut ihr für die Harmonie innerhalb der Band?

Wenn eine Band funktionieren soll, dann muss sie vor allem freundschaftlich funktionieren

Markus: Das ist bei uns ganz außergewöhnlich. Wir sind vier sehr verschiedene Leute, die in sehr verschiedene Richtungen ziehen – da reibt es halt hin und wieder. Wenn wir merken, es passt nicht mehr so richtig, gibt’s dann Bandmeetings, wo wir uns treffen und einfach einmal wieder schauen in welche Richtung wir wollen, was unsere Ziele sind und wo’s hingeht. Einfach wieder gemeinsam Zeit verbringen, auf einer freundschaftlichen Basis, abseits der Musik.

Alex: Ich bin stark der Meinung, dass, wenn eine Band funktionieren soll, dann muss sie vor allem freundschaftlich funktionieren.
Tom S.: Wir haben auch immer wieder einmal Bandurlaube.

Music-news.at: Bandurlaube – Gibt’s da vielleicht auch ein paar lustige Geschichten?
Markus: Ich denke da an den Italienurlaub mit der Fahne…
Tom S.:  Wir waren in Caorle, Alex hat Geburtstag gehabt ….
Alex: Das war in der Zwischensaison und es war nichts los. Bis auf diesen einen komischen Club, in den wir dann gegangen sind.
— Geschichte von Redaktion gekürzt —
Tom S.: Schlussendlich ist er dann in der Europafahne aufgewacht und hat sich voll gefreut, weil er’s nicht mehr gewusst hat.

Music-news.at: Was war euer bisheriges Konzerthighlight?
Tom S.: Ich weiß nicht mehr, wann das war, aber da gab es ein paar Leute, die haben bei einem Konzert wirklich mitgesungen.
Alex: Es war der allercoolste Moment. Es war sehr viel los. Du fängst an die ersten Takte zu spielen und auf einmal fängt das „gefühlte“ ganze Lokal an unseren Song („Joker“) zu singen.
Christian: Bei einem Konzert im Wakuum war einmal ein Typ, der Stage gedived hat. Da hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass mich was durchkommt, was man dann nicht mehr ganz im Griff hat.
Markus: Eigentlich hat jedes Konzert seine klassen Momente. Ob wir jetzt in Graz spielen, wo wir die Leute kennen, oder in Leoben beim Laufevent.

Music-news.at: Habt ihr, wie so viele Bands, auch als Coverband angefangen?
Alex: Wir haben eigentlich schon immer nur unsere eigene Musik gemacht. Sicher covert man zu Hause ein paar Songs, die einem gefallen, aber bei Konzerten spielen wir eigentlich immer eigene Songs. Es hat zwar ein bisschen gedauert, aber jetzt sind wir auch da, wo unsere Musik von ein paar Leuten geschätzt wird.
Tom S.: Für uns war das eh so ein komischer Moment, an dem wir draufgekommen sind: „He, da sind fremde Leute und denen taugt unsere Musik.“ Das ist eine ganz eigene Sache.

Music-news.at: Wie war es für euch, herauszufinden, dass die Leute eure Musik wirklich gut finden?
Tom S.: Also am Anfang war’s ja so, dass einfach Freunde und Bekannte unsere CDs kauften und zu den Konzerten kamen. Aber irgendwann einmal passiert’s dann, dass fremde Leute herkommen, dir auf die Schulter klopfen und sagen: „Hey, bist du nicht der und der von der Band?!“ oder: „Geiles Konzert letztens!“ Das musst du dir einmal vorstellen… Das war in unserem Denken gar nicht drin!
Markus: Man geht einfach nicht davon aus, dass es den Leuten gefallen könnte, sondern man spielt es einfach, weil es einem selbst gefällt. Deswegen ist es hauptsächlich am Anfang erst einmal ein überraschendes Gefühl.
Tom S.: Ich geh‘ mit dem Wort „unfassbar“.

Music-news.at: Wie entstehen bei euch die Songs?
Tom S.: Eigentlich unterschiedlich. Oft ist es der Fall, dass ich zu Hause mit der Gitarre klimper‘ und mir vielleicht schon einen Text und Gesang überlegt hab‘.. Ich nehm‘ das meistens auf, geh‘ dann zur Probe und jeder gibt seinen Senf dazu ab.
Es gibt aber auch die Arbeitsweise, dass wir vier zusammen jammen und sich daraus coole Sachen ergeben. Bei dieser Hütten-Session zum Beispiel sind wir aufgestanden, haben uns hingestellt und haben einfach gejammt.
Alex: Wir proben Nummern über Monate hinweg und erst wenn sie uns selbst nach Monaten noch gefallen, dann spielen wir die dann auch live. Bei uns ist das ein recht langer Prozess.
Tom S.: Zum Beispiel der Mandolinen-Song. Bei dem haben wir irrsinnig lange gebraucht, bis wir den so für uns spielen konnten.
Markus: Das war übrigens einer der „Magic Moments“ auf der Hütte.
Christian: Wenn wir jammen, ist das wie so ein Zaubertrank – jeder schmeißt seine „Zutaten“, Ideen dazu und man schaut, was dabei rauskommt.

Music-news.at: 2014 ist ja ein neues Album geplant – Auf was darf man sich gefasst machen? Wird es sich typisch nach „Deasel Weasel“ anhören?
Alex: Was ist „typisch Deasel Weasel“? (lacht) Unser größtes Problem und unser größtes Glück ist, dass wir uns nie in eine Schublade stecken haben lassen. Wir waren auf Metal-Konzerten oder auf Singer-Songwriter Festivals und eigentlich hat’s den Leuten immer gefallen. Aber zurück zur Frage: Es wird ein kleines bisschen rockiger als die vorherige Platte.
Tom S.: Es gibt ’ne Mandolinen-Nummer, es gibt die verzerrten, harten, fast schon Metal-artigen Riffs, es gibt 70’s Disco-Funk, genauso wie es jetzt auch ruhige Balladen und sphärische Klänge gibt.

Music-news.at: Was sind eure Ziele für 2014?
Alex: Das klingt jetzt blöd, aber es ist echt das Album.
Tom S.: Die totale Weltherrschaft. Nein, dass wir zumindest einmal überall in Österreich gespielt haben.
Markus: Für mich wäre ein Ziel, mit dem Album ein bisschen im Radio gespielt zu werden.
Alex: Ein Ziel wäre für mich auch, dass wir in 2014 immer noch Spaß haben, Musik zu machen. Uns macht es im Moment irrsinnig Spaß und so lange das so bleibt, machen wir auch weiter.

Deasel Weasel im World Wide Web

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.