The Beth Edges sind mit ihrem neuen Album „The Beth Edges“ gerade auf Siegeszug in der österreichischen Musikszene. Wir haben mit ihnen über ihre sechsjährige Musikbeziehung, Crowdfunding und die aktuelle Österreichtour geplaudert.

www.music-news.at: Wie habt ihr euch kennengelernt?

The Beth Edges: Wir haben uns ganz klassisch in der Schule kennengelernt. Anfänglich waren wir nur zu dritt und haben zum Spaß Coversongs gespielt, weil in der Nähe der Schule ein Proberaum frei wurde. Dave am Schlagzeug, Gabs am Bass und Toby an der Gitarre. Ein bisschen später ist dann Flo als Bassist mit in die Band eingestiegen und Gabs hat zur Gitarre gewechselt. Gabs hat jedoch vor einem Jahr die Band verlassen und Fö, den wir schon von früheren Auftritten kannten, ist eingestiegen.

www.music-news.at: Wie schafft man es, als Band eine sechsjährige „Musikbeziehung“ aufrechtzuerhalten?

The Beth Edges: Man erlebt, wie in jeder Beziehung, Höhen und Tiefen. Wir haben großen Respekt voreinander und versuchen, größere Probleme durch gute Kommunikation erst gar nicht entstehen zu lassen. Wir sind auf persönlicher Ebene und auch musikalisch über die Jahre echt zu einem sehr eingespielten Team gewachsen und das ist sicher auch mit der Grund, dass es uns mehr Spaß macht denn je, The Beth Edges zu sein.

www.music-news.at: Ihr habt eure aktuelle Platte komplett über Crowdfunding finanziert. Wie ist es zu der Idee gekommen, die Produktion auf diese Weise anzugehen?

The Beth Edges: Es gab zwei Aspekte, die uns dazu gebracht haben, Crowdfunding für dieses Album zu probieren. Erstens sind wir eine Band, die gerne neue Wege beschreitet, und es hat uns sehr gereizt, auch mal zu sehen, wie Leute zu uns stehen und ob dieses Konzept des Crowdfundings auch für Musik funktionieren kann. Auch war es eine richtig spannende Erfahrung, die Distanz zwischen Band und Fans direkter zu gestalten.

Wir finden’s einfach gut, wenn der Funke überspringt und man eigentlich gar nicht mehr fürs Publikum spielt, sondern eigentlich gemeinsam mit dem Publikum eine verrückte Zeit hat.

wollten wir einfach mal ein Zeichen setzen. Es existieren kaum mehr Förderungen für populäre Kunst in Österreich und natürlich muss man sich gut überlegen, wie man das Album finanziert, schließlich kostet so eine Produktion auch richtig Geld. Aber einfach nur rumsitzen und jammern, wollten wir auch nicht. Lieber mal die Zügel selbst in die Hand nehmen und das tun, was uns wichtig und richtig erscheint, das war für uns sicher eine Hauptmotivation.

www.music-news.at: Würdet ihr noch einmal Crowdfunding nutzen? Was habt ihr dabei gelernt? Gibt es von eurer Seite Tipps für Bands, die Crowdfunding eventuell auch nutzen möchten?

The Beth Edges: Crowdfunding ist schon eine wunderbare Sache. Man darf jedoch nicht unterschätzen, wie viel Arbeit und Zeit man in die Planung, Realisierung und Wartung stecken muss. Es kostet sehr viel Energie, ein Projekt wie dieses auf die Beine zu stellen und auszuführen. In unserem Fall hat sich das allemal gelohnt und es war ein Riesenspaß. Wir haben ja zum Beispiel als Package angeboten, dass wir ein Akustik-Konzert im Wohnzimmer spielen. Das ist sehr gut angekommen und war für uns eine extrem positive Erfahrung und für solche Momente macht man das alles dann umso lieber.
Was wir jeder Band mitgeben können, die auch andenkt, so etwas auf die Beine zu stellen, ist sich im Voraus ein Bild davon zu machen, wie Leute und Fans zu einem stehen. Wir sind beispielsweise sehr aktiv auf unseren Social Media-Kanälen und auch unsere Fans sind sehr engagiert im Internet. Wir haben da eine gute Grundbasis auf unserer und auf Fanseite, auf der wir aufbauen können. Das war für uns der Grund, warum wir gesagt haben, das könnte funktionieren. Eine gewisse Basis ist auf jeden Fall notwendig, um so ein Projekt auch durchziehen zu können. Wir haben viel Herzblut in die Sache gesteckt und wir denken, dass jeder, der gewillt ist das zu tun, mit Crowdfunding erfolgreich sein kann.

www.music-news.at: Was hat euch während der Produktion der Platte inspiriert?

The Beth Edges: Uns haben bei diesem Album unzählige Dinge stark beeinflusst. Erstens haben wir das Album allein und abgeschottet in einem Haus, unserer „Ranch“ in Oberösterreich aufgenommen. Die Umgebung und die Arbeitssituation an sich haben uns stark inspiriert. Wir waren wie vier Outlaws, die sich mal für eine Weile wegsperren, um einfach mal ohne äußere Einflüsse ihr eigenes Ding durchzuziehen. Musikalisch und auch visuell waren alte Western und Tarantino-Streifen eine große Inspirationsquelle und das kann man auch sehr gut am Album hören.

www.music-news.at: Inwieweit unterscheidet sich das aktuelle Album von euren vorherigen Alben?

The Beth Edges: Dadurch, dass wir eben an dem Ort produziert haben, an dem die Songs ein halbes Jahr vorher entstanden sind, wurde sozusagen jeder Song in der Umgebung aufgenommen, die ihn geprägt hat. Wir haben uns für jedes Lied sehr viel Zeit genommen und viel mit der gegebenen Akustik der Räumlichkeiten herumprobiert, um es auch nach unseren Vorstellungen umzusetzen. Wir hatten diesmal einen ganz anderen Zugang zur Arbeit im Studio und das hört man auch. Musikalisch war es uns wichtig, dass es jedem von uns auch zu 100 Prozent gefällt. Erst in dem Moment, in dem jeder mit dem Song und dem Sound zufrieden war, haben wir ihn als fertig befunden. Wir haben sehr wenige Meinungen von außen eingeholt und zugelassen, da es uns diesmal einfach wichtig war, für uns alleine zu arbeiten und unseren Spirit, den wir im Schaffensprozess entwickelt haben, so direkt wie möglich auf Platte zu übertragen.

www.music-news.at: Ihr seid gerade auf Tour, um eure neue Platte zu promoten. Was waren für euch bis jetzt die Highlights auf der Tour?

The Beth Edges: Wir haben schon wirklich viele schöne Momente erlebt. Jetzt da ein Highlight rauszupicken ist gar nicht so leicht. Wir finden’s einfach gut, wenn der Funke überspringt und man eigentlich gar nicht mehr fürs Publikum spielt, sondern eigentlich gemeinsam mit dem Publikum eine verrückte Zeit hat. Manchmal funktioniert das von Anfang an.

www.music-news.at: Was steht nach der Tour auf dem Plan?

The Beth Edges: Nach der Tour ist vor der Tour. Wir werden sehr viel spielen dieses Jahr. Bis zum Sommer noch einige Clubshows und dann Festivals. Dazwischen bleibt noch Zeit, um weitere Videos zu drehen und vor allem Pläne fürs Ausland zu schmieden.

Wer The Beth Edges live sehen möchte, hat gleich diesen Freitag die Möglichkeit dazu – am 28. März kommen The Beth Edges nach Graz ins P.P.C.!

Mehr Infos findet ihr wie immer auf www.music-news.at

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