Die Wahl-Hamburger BRETT waren am 31. Jänner als Support der Rogers in der Arena Wien zu Gast. Trotz einer zwölfstündigen Busreise, haben sie eine tolle Show abgeliefert. Vor ihrem Auftritt haben sich Sänger Max und Gitarrist Stacki Zeit für ein Gespräch mit uns genommen

Zwei EPs haben sie schon veröffentlicht und das Debütalbum „WutKitsch“ steht schon in den Startlöchern. Wir haben mit den Jungs über ihre Ursprünge, die Hebebühne in Hamburg und ihre Texte gesprochen.

music-news.at:Ihr wohnt ja mittlerweile alle in Hamburg, wo kommt ihr ursprünglich her?
Stacki:Wir kommen beide aus dem wunderschönen Harz, ich aus dem Ostharz, Max knapp aus dem Westharz. Da haben wir uns hauptsächlich in Wernigerode getroffen, gelegentlich zusammen Musik gemacht und wir sind vor allem abends um die Häuser gezogen. (lacht)
Max:Völkerverständigung zwischen Ost und West quasi. (lacht)

music-news.at:Wie kam der Rest der Band dazu?
Stacki:Stefan kam irgendwann reingeschneit und Laurenz aka Lippe ist noch gar nicht so lange dabei, seit zwei Jahren ungefähr.
Max:Genau, seit es das Projekt BRETT eigentlich gibt.

(c) Phillipp Annerer / Bühnenbild Fotografie

music-news.at:Hat jeder von euch eine festgelegte Rolle in der Band?
Max:Ich glaub es gibt Regeln, die werden aber sehr selten eingehalten. (lacht) Nein, es ist schon so, dass man den Fähigkeiten entsprechend Aufgaben erledigt.

music-news.at:Wer ist bei euch für die Texte zuständig oder ist das gemeinsame Arbeit?
Max:Genau. Also wir schreiben immer zuerst die Musik, und dann geht’s mit unserem Produzenten ins Studio und da mach ich mit ihm dann das Vocal-Zeugs.

music-news.at:Ich habe gelesen, dass ihr euch nicht gerne in Kategorien oder Genres stecken lassen wollt. Woher kommt das?
Max:Eigentlich haben wir da nichts dagegen. Es ist nicht so, dass wir Kategorien scheiße finden, aber ich wüsste gar nicht, wo wir uns einteilen würden? Wenn man das aber für sich selbst erfassen kann und dadurch die Leute besser erreicht, ist das doch super.
Stacki:Wie gesagt, das wüssten wir selbst auch gar nicht. Schlager vielleicht? (lacht)

music-news.at:Ihr habt in Hamburg einen tollen Kunstraum geschaffen, wie kam es zur „Hebebühne“?
Max:Komm mal vorbei! Ja genau, wir haben vor zweieinhalb Jahren angefangen ein altes verrottetes Gebäude in einem Hinterhof zu renovieren, also eigentlich komplett zu sanieren. Renovieren ist fast zu schwach dafür, das war komplett im Arsch. Wir haben es komplett entkernt, alles wieder reingezimmert und es sind jetzt zwei Etagen oben. Kreativräume, Werkstätten, Proberäume, Büros – 20-25 feste Parteien. Unten haben wir uns einen Club eingebaut, in dem wir unsere eigenen Live-Geschichten machen können. So wie es jetzt ist, funktioniert’s super und ist wirklich ein Leuchtturm geworden. Das muss ich jetzt natürlich so sagen. (lacht)
Stacki:Für die ganze Region. Und es macht wirklich Spaß.

music-news.at:Vor dem Debütalbum habt ihr ja zwei EPs rausgebracht, wieso nicht gleich ein Album?
Max:Das ist Stackis große Frage. (lacht)
Stacki:Warum wir nicht gleich ein Album gemacht haben, weil naja uns kannte halt keiner. Wenn wir da ein Album rausbringen, kriegt das halt keiner mit. Wenn wir Promo und Co. machen, verdampft das dann alles. Außerdem waren wir noch gar nicht so weit. Und die zweite EP ist auch völlig anders, als die erste. Es fühlt sich jedenfalls so an. So hatten die Leute auch die Möglichkeit, uns kennenzulernen und mit uns zu wachsen. Die Leute die jetzt da sind, haben auch wirklich Bock auf unser Album.
Max:Das Projekt ist mit der EP #1 erst richtig gestartet. Wir haben da angefangen uns mit deutschen Texten zu beschäftigen und sind selbst daran gewachsen. Die Platte ist jetzt auch ein Querschnitt von diesem Zeitpunkt und eigentlich finden wir es gut, so wie es jetzt ist.

music-news.at:Einige eurer Songs sind eher gesellschaftskritisch. Ist euch das ein Anliegen?
Max:Der erste Song, den wir auf Deutsch gemacht haben, war „Kollisionen von Millionen“ und das ist schon ein „Ich-kotze“-Song. Das hat mit dem gut funktioniert und deshalb ist das auch die DNA der Band geworden.
Es geht uns auch gar nicht darum, einen Finger zu heben, sondern eigentlich um die Selbstreflexion. Das betrifft nicht nur andere, sondern vor allem uns selbst und bringt unsere eigene Blase, in der wir durch das Leben gehen, zum Platzen.

music-news.at:Warum habt ihr euch für deutsche Texte entschieden?
Stacki:Wir haben fast ausschließlich englischsprachige Helden in der Musik, wobei sich das jetzt wieder etwas geändert hat, aber weil wir Englisch einfach nicht so gut können, haben wir uns für Deutsch entschieden. Man will ja mit seiner Musik etwas ausdrücken und wenn man‘s nicht kann, kann man’s auch gleich wieder lassen. Deshalb Deutsch. Wir haben’s auf Deutsch versucht und das hat sofort funktioniert.
Ich kann dieses Phrasen-Gedresche auf Englisch einfach nicht mehr hören, die meisten haben eh nichts zu sagen.
Max:Und wenn du’s niemals auf dem Niveau eines Muttersprachlers kannst, macht es einfach wenig Sinn. Die dreschen Phrasen auch viel schöner, als wir das jemals könnten. (lacht)

music-news.at:Habt ihr Erwartungen an das Jahr 2018?
Max:Unser Ziel ist es, sehr viel zu spielen. Wir hatten letztes Jahr schon die Möglichkeit auf einigen Festivals auftreten zu können und es wäre schön, dieses Jahr dort weiterzumachen. Darum geht’s bei unserer Musik auch. Dass wir viel herumkommen, viel sehen und neue Leute treffen. Also wir müssen nicht unbedingt 1000 Alben verkaufen.
Stacki:Naja es ist schon wichtig, dass wir was verkaufen. Es muss ja auch weitergehen. Wir sind sehr zufrieden mit der Platte. Es wäre aber schön, wenn das Album einen gewissen Grad an Relevanz erreicht.

Das Album „WutKitsch“ erscheint am 23. Februar. Es gibt jetzt schon die Möglichkeit, sich die Songs des Albums vorab online anzuhören. Die Band hat die „WutKitsch LiveSessions“ aufgenommen und diese werden von allen Streaming-Partnern angeboten. Bis zur Veröffentlichen werden alle Lieder zu hören sein.

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