Die oberösterreichische Metalband Cannonball Ride hat sich mit über 200 Live-Shows in Europa schon einen Namen gemacht – uns standen Sänger Siegi, Gitarrist Gertsch und Drummer Michi Rede und Antwort.

PARADOX: Stellt euch doch mal vor, wer seid ihr, seit wann gibt’s euch als Band?
Siegi: Die Band gibt es seit 2009 – sie besteht aus fünf Mitgliedern und einem Manager (Mani). Wir haben letztes Jahr unsere erste LP „Emerge&See“ nach zwei EPs rausgebracht und spielen im Jahr zwischen 20 und 30 Auftritte. Wir versuchen so gut wie jedes mögliche freie Wochenende mit Shows zu belegen und spielen eine Mischung aus Metal, Metalcore und Rock.

PARADOX: Wo und wann war eure allererste Show als Cannonball Ride?
Michi: Das war in Prambachkirchen am WUKS ALIVE mit Krautschädl und Kontrust, am 15.08.09 noch vor der eigentlichen Release-Show für die erste EP „Breaking Walls And Building Bridges“.

PARADOX: Welche Themen behandelt ihr in euren Texten generell und speziell beim neuen Album?
Siegi: Wir versuchen, uns nicht in eine Schublade pressen zu lassen, das heißt, die Texte, die wir schreiben, sind sehr breit gefächert und haben einen Interpretationsspielraum. Hauptsächlich werden sozial- und gesellschaftskritische Themen behandelt, Lebensfragen, dezidiert unpolitisch, wir schreiben einfach über das Leben.

PARADOX: Was war die bisher peinlichste Situation bei einem Auftritt?
Gertsch: Beim Wurmfestival bin ich gleich zweimal in einem Bühnenloch verschwunden, das von Kabeln verdeckt war. Ich bin mit einem Fuß abgetaucht und habe mir dann mit der Gitarre ins eigene Gesicht geschlagen, ganz wunderbar. Nichtsdestotrotz ein guter Auftritt!

PARADOX: Habt ihr irgendwelche Rituale vor der Show?
Gertsch: Fast immer essen wir bei Johny’s in Pöchlarn einen Burger, solange wir uns westwärts zu einer Show bewegen.
Siegi: Natürlich, im Backstagebereich stehen wir alle beisammen, wärmen uns auf und motivieren uns gegenseitig. Kurz vor der Show wird nochmal abgeklatscht! Es ist uns auch sehr wichtig, den Bandzusammenhalt zu spüren, immerhin kennen wir uns ein gefühltes Leben lang und machen schon ewig miteinander Musik, ein Teil von uns musizierte auch schon vor Cannonball Ride miteinander.

PARADOX: Gibt es für euch einen Traumgig, den ihr spielen wollt, in einer Traumlocation, mit einer Band eurer Wahl?
Gertsch: Mit der Original-Besetzung von Guns’n’Roses im Wembley-Stadion.
Siegi: Witzig, denn diese Frage haben wir vorher eben im Johny‘s noch besprochen; es gibt halt so persönliche Favourites, ist halt nicht ganz einfach zu wählen. Eine Tour mit den Deftones wäre da schon ganz nett…

PARADOX: Habt ihr irgendwelche Bands oder Lieder, die ihr als „guilty pleasure“ bezeichnen würdet?
Siegi: Florence And The Machine!
Gertsch: Ich höre daheim fast keine Musik mehr… Michi: Big Bands höre ich hin und wieder gerne.

PARADOX: Wie politisch darf Musik sein?
Siegi: Für uns gar nicht, man polarisiert dadurch sehr stark und wird eventuell deswegen unter Umständen auch instrumentalisiert, wird „schubladisiert“ und das wollten wir von Anfang an gar nicht. Jede Band die das machen will, gerne, aber für uns ist das nichts…
Michi: Eigentlich sind wir auch privat nicht unbedingt politisch orientiert oder engagiert, deswegen scheidet das von vorne herein irgendwie bei uns aus.

PARADOX: Wessen Familie würdet ihr als größte Fans bezeichnen?
Michi: Bei uns daheim wird geprobt, betrifft also mich und meinen Bruder, Florian, den zweiten Gitarristen. Bei Gertsch daheim wurde aufgenommen im Keller, Siegi‘s Eltern haben uns beim Videodreh durch diverses Material unterstützt und Gertsch’s Vater hat zum Beispiel auch im Video mitgespielt. Fans sind sicher das Wichtigste für die Band, allgemein gesehen. Unterteilt in Unterstützer, wie die vorher genannten und die Fans, wie Freunde und Liebhaber unserer Musik eben. Die, die auf Shows nachfahren, die CDs kaufen und die Videos und LiveAuftritte abfeiern!

PARADOX: Was singt ihr so unter der Dusche?
Michi: Ich singe zu Big Bands…
Siegi: Meistens nur so BrabbelStimmübungen…
Gertsch: Alles, mit meinem massiven Vibrato unterlegt, das ja legendär ist (lacht).

PARADOX: Steht ihr bei Konzerten lieber auf „Walls Of Death“ oder „Stage Dives“?
Michi: Am besten ist es, wenn alle in einem gewissen Ausmaß „werken“. Wenn immer ein paar so „Freischwimmer durchradieren“, dann ist halt gleich mal Sense vor der Bühne.
Siegi: Eine Wall Of Death nimmt halt eventuell auch mal kurz den Flow aus der Show, weil dies die Band vom Publikum und auch der Musik trennt. Schöner ist es, wenn gemeinsam etwas entsteht und Publikum und Band zu einer Einheit verschmelzen. Deswegen finde ich den Stage Dive besser, weil der die Interaktion ausmacht.
Gertsch: Violent Dancer zerstören den ganzen Flow. Michi: Leute, die ohne Rücksicht auf Verluste reinmetzgern, sind natürlich nicht so toll. Es gibt aber auch welche, die das gezielt einsetzen und Rücksicht auf andere nehmen, das wirkt dann super!

PARADOX: Was wünscht ihr euch für die Zukunft der Musikszene?
Siegi: Weg von der „McDonaldisierung“ der Musik und der Szene. Die Musik soll wieder etwas wert sein, die Leute sollten mehr als zehn Sekunden dafür aufwenden, eine Band auszuchecken und dafür bereit sein, was zu bezahlen, sei es auf Konzerten oder für eine CD. Klar brauchen wir alle Social Media, aber es wäre schön, wenn nicht die gesamte Bandpräsenz an einer Plattform bemessen wird, an der sich ein Unternehmen bereichert.
Gertsch: Und dass nicht jeder DJ oder Tontechniker mehr verdient als die Band. Michi: Ja, realistische Gagen wären toll.

PARADOX: Was sind eure Pläne für dieses Jahr, was sind die größten kommenden Shows?
Siegi: Bezüglich der größeren Shows gibt’s zwei zu nennen – zum einen das TwoDaysAWeek in Wiesen am 19.07. mit Iggy Pop, Arch Enemy, Therapy und Kvelertak; dann noch das Seerock am 30.07. in Graz mit Judas Priest und KoRn…. dazwischen jede Menge ClubShows in Österreich.
Michi: Ein Video für den Song „New Sick Industry“ ist auch angedacht.

PARADOX: Gibt’s zum Schluss noch irgendwas, was ihr loswerden wollt?
Michi: Wir danken dir für das Interview.
Siegi: Ebenso Danke an die Leser und Leserinnen.
Gertsch: Ich hoffe, wir sehen euch Leser und Leserinnen auf der einen oder anderen Show – wir halten Ausschau.

paradox_01_mn

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.