Alternative-Punk aus der Stahlstadt

Sänger Patrick, Gitarristen Daniel und Flo, Bassist Manuel und Drummer Sandro – das ist Cardiac Arrest. Die fünfköpfige Band aus Linz hat nach der erfolgreichen EP „Walls And Anchors“ (2012) gerade eine neue Scheibe aufgenommen. Wir haben Leadsänger Patrick zu Vorbildern, Kleidungspräferenzen und dem Leben auf Tour befragt. 

Music-news.at: Ich stell‘ euch mal die wahrscheinlich nervigste Frage gleich am Anfang – ihr habt sie sicher schon des Öfteren gehört. Woher kommt eigentlich der Name „Cardiac Arrest“? Hat der für euch eine besondere Bedeutung?

PatrickVon der Frage sind wir bisweilen immer verschont geblieben. Also ist es höchste Eisenbahn, die Unwissenden zu erleuchten. Leider gibt’s dazu keine sonderlich coole Hintergrundgeschichte. Unser Drummer hat ihn aus einer Zeile aus dem Rise Against Song Collapse. Die waren, sind, und werden immer ein großes Vorbild für uns bleiben. Für mich persönlich ist diese Band wahrscheinlich einer der Hauptgründe, warum ich heute überhaupt Musik mache.

Music-news.at: Wie habt ihr euch denn gefunden, und gab’s seit der Gründung irgendwelche Wechsel in der Besetzung?

PatrickDas ganze begann als unschuldiges, gelegentliches Jammen unter Freunden. Jedoch ohne fixe Mitglieder oder fixe Verteilung an den Instrumenten. Es war damals ein Freund von uns vorübergehend am Bass mit dabei. Einzig der Schlagzeuger war immer ein fester Posten. Der Rest tobte sich abwechselnd an der Gitarre aus, je nachdem, wer gerade bei unseren Jamsessions anwesend war. Die feste Besetzung stand dann so gegen Ende 2010. Darum geben wir das Jahr auch immer als Gründungsjahr der Band an. Dann wurden erste Songs geschrieben und die ersten Live-Gehversuche gemacht. Ende 2012, als unsere EP „Walls & Anchors“ gerade erschienen ist, kam dann unser Florian noch an der Gitarre hinzu.Das ging ungefähr so vonstatten: „ Hey, wir suchen zwar eigentlich keinen Gitarristen…aber wenn du Lust hättest…zaht’s dich?“. Jetzt sind wir eine große, glückliche Familie.

Music-news.at: Was sind eure musikalischen Einflüsse, Vorbilder, beziehungsweise Bands die ihr mögt und privat hört?

PatrickPuh, da gab es eine Menge über die Jahre. Ein paar Dauerbrenner, die ich getrost aufzählen könnte, sind da eben Rise Against, A Day To Remember, Enter Shikari, oder Architects.
In unserer Anfangszeit war da auch viel Metalcore á la August Burns Red, As I Lay Dying (darf man die jetzt noch mögen?) und Parkway Drive dabei. Dass sich das wirklich auf unsere Musik ausgewirkt hat bezweifle ich jetzt mal. Definitiv stärker beeinflusst haben uns dann neuere Entdeckungen im Hardcore und Alternative/Indie Bereich. Mal schauen wohin es unsere Ohren noch so verschlägt, vielleicht stehen wir ja in 30 Jahren bei Schlager Konzerten.

Music-news.at: Wenn ihr einen neuen Song schreibt – kommt der Text oder die Musik zuerst, und warum?

PatrickEs kommt immer erst eine Idee aus unserer Gitarrenfraktion. Ich brauche einfach vorab die Musik, um ein Bild bei mir im Kopf zu erschaffen. Es kann manchmal schon nach den ersten paar gehörten Tönen sein, dass ich genau weiß wohin der Song lyrisch gehen soll. Dann gibt es wieder Songs wo es schon mal ein paar Wochen dauert.

Music-news.at: Welchen Song spielt ihr denn am liebsten live?

PatrickIch glaube, da könnten wir uns alle auf Endless Roads einigen. Live fetzt der einfach und macht Spaß zu spielen. Auf unserer Osteuropa Tour haben wir den an einem Abend auch schon zweimal hintereinander gespielt. Am Ende des Sets kam ein Mädel auf die Bühne und hat uns gebeten, bitte doch als Zugabe gleich nochmal Endless Roads rauszuhauen.

Music-news.at: Was sind so eure Ziele als Band, mit wem würdet ihr gern mal auf der Bühne stehen?

PatrickSo lange wie möglich weiter Shows spielen und neue Musik veröffentlichen, bevor uns Kinder und Familien in die Quere kommen –lacht-. Also hoffentlich doch noch ein paar Jährchen bis dahin. Touren steht da natürlich auch ganz oben auf der Liste, weil es einfach das Aufregendste ist, das man so gemeinsam als Band machen kann. Russland war da schon ein besonderes Abenteuer… Andere Leute machen Urlaub – Wir machen das!

Da hat wahrscheinlich wieder jeder von uns ganz eigene Wunschträume, was große Idole angeht, mit denen man sich gerne die Bühne teilen würde. Aber generell sind wir schon froh wenn wir nicht mit Arschlöchern spielen (die uns das Bier wegtrinken). Wir können uns da ja glücklich schätzen, über die Jahre so viele feine Bands kennengelernt zu haben. Einige davon können wir sicher auch in die Kategorie „Freunde“ einordnen.

Music-news.at: Da du Russland erwähnst, ihr wart ja im Februar unterwegs auf Tour durch Osteuropa – wie war die Erfahrung für euch? Sind euch generell Unterschiede zu den Shows in Österreich aufgefallen?

PatrickEs war auf alle Fälle weniger schlimm als wir uns das im Vorfeld gedacht hätten. Allen Bands, die das vielleicht auch mal erleben wollen, raten wir Folgendes: niemals auf Youtube „driving in russia“ eingeben…Niemals! Viele Leute wollten uns diese Tour ja auch ausreden. Aber man muss echt schon ein bisschen verrückt sein, um mitten im Winter, ohne Dolmetscher, mit einem geliehenen Bus in ein Gebiet zu fahren, das gerade mal so kurz vor dem Bürgerkrieg steht. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen war das die tollste Erfahrung in unserer Bandgeschichte. Ein paar Sachen sind zwar natürlich schief gelaufen – Autopanne, 12 Stunden warten auf die Einreise nach Russland und so lustige Sachen – aber die Shows waren allesamt der Wahnsinn. Die Leute freuen sich einfach, dass eine mitteleuropäische Band den weiten Weg aufnimmt, und zahlen es dir doppelt und dreifach zurück. Ein bisschen lustig fanden wir’s auch, als wir bemerkten, dass mit den Vorbands ähnlich umgegangen wird, wie wenn bei uns eine lokale Band, vielleicht vor einer größeren US-Band, spielt –> Respektabstand zur Bühne und bloß nicht bewegen.

Music-news.at: Um gleich beim Thema Tour zu bleiben – was war der lustigste Moment, den ihr je auf Tour erlebt habt?

Patrick: Ganz oben auf der Liste steht da der junge Mann, der bei unserem Tourauftakt in Zavallya (Ukraine) einfach mal beim letzten Song ein bengalisches Feuer entzündet hat. Wo immer du auch bist, wir lieben dich, Alter!

Music-news.at: Ich hab‘ vor Kurzem gehört, dass ihr eine neue EP in Planung habt. Was kann man erwarten? Bleibt ihr eurem bisherigen Stil treu, oder probiert ihr eher was Neues/Anderes aus?

PatrickWir haben uns schon etwas lange Zeit gelassen damit. Aber das wird sich definitv lohnen. Es ist unsere erste Platte mit zwei Gitarren, was uns die Möglichkeit gab, viel mehr Spielereien und Details in die Songs einzubauen. Generell würde ich sagen, dass die Songs gleichzeitig melodischer, verspielter, aber auch härter geworden sind. Außerdem sind wir vom Songwriting her etwas geradliniger geworden. Als wir die letzte EP schrieben, haben wir viel zu oft versucht dort und da noch extra einen Part reinzustopfen. Das haben wir diesmal vermieden. Textlich ist es auch um einiges persönlicher geworden. Bis auf Distant Memories waren die Songs vorher eher generell sozialkritisch oder von fremden Personen inspiriert. Das fiel mir anfangs schwer, aber es tut echt gut, sich seinen Kummer von der Seele zu schreiben/schreien. Wir sind echt glücklich mit den neuen Songs.

Music-news.at: Klingt spannend! Gibt’s schon ein Release-Date?

PatrickWir haben momentan Juli im Hinterkopf, aber ich will da noch nicht zu viel versprechen. Momentan wird noch am Artwork und Ideen für das nächste Video gebastelt. Vielleicht können wir da in den nächsten Wochen schon mehr verraten.

Music-news.at: Jetzt wird’s ein bisschen persönlicher. Tragt ihr auf der Bühne lieber Merch oder Streetwear?

PatrickBand T-Shirts sind nie verkehrt. Natürlich zeigt man gern her was man so hört oder macht ein bisschen Werbung für andere Bands. Aber Streetwear kann man einfach ein bisschen besser kombinieren. Mit T-Shirt, Cap und Short von 3 verschiedenen Bands auf der Bühne zu stehen sieht echt nicht gut aus! -lacht-

Music-news.at: Wer von euch ist der beste Tänzer? Euer Bassist Manuel müsste meiner Meinung noch ganz hoch im Rennen sein, nach der Einlage im Tour-Video! :D

PatrickWir fragen uns schon lange, wieso er das nicht schon längst professionell macht. Man kann ihn auch schon mal in einer Disco seiner Wahl an der Stange erleben, und sich von seinen graziösen Moves überzeugen – ganz großes Kino ist das immer.
I just wanna make you sweat! Whoop, whoop!

Music-news.at: Und wo kann man euch demnächst als komplette Band live abgehen sehen?

PatrickDie nächsten bis jetzt fixierten Shows sind am 26. Juli in Munderfing (irgendwo im Innviertel)und am 6. September am Frozen Summer Open Air nahe Wien. Dazwischen genießen auch wir wieder mal ein bisschen den Festivalsommer. Da kommt wieder viel gutes Zeug dieses Jahr.

Music-news.at: Zu guter Letzt noch – wo findet man euch online?

PatrickAaaaaaaalso, da wären:

Facebook

Hier gibt’s unsere Musik

Und hier ein paar fesche T-Shirts

Für Musikvideos und Nonsense zwischendurch hier unser Youtube-Channel

Und weil wir so cool und hip sind haben wir natürlich auch Instagram (@wearecardiacarrest)!

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Ich bedanke mich recht herzlich bei Patrick, und kann euch nur ans Herz legen, die Jungs auszuchecken – am besten live, und sonst auf jeden Fall über diverse Social Media Seiten!

Weitere Infos findet ihr wie immer auf www.music-news.at!

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