Mit „Super Skunk Rock Reggae“ sind Coffeeshock Company in den letzten Jahren durchgestartet. Nach der Veröffentlichung des Albums „Psychoaktiv” im letzten Jahr haben die Burgenländer entschieden, eine Charity-Tour zu spielen. Im Interview erzählt die multilinguale Band, was hinter der Coffeeshock Company steckt und was sie nach diesen erfolgreichen Jahren vorhat.

PARADOX: Wie seid ihr zur Musik gekommen und wie hat es mit der Coffeeshock Company begonnen?

Coffeeshock Company: Wir stammen alle aus sehr musikalischen Familien. Aufgewachsen sind wir in der gleichen Gegend und haben als Kinder schon miteinander im Sandkasten gespielt. Im Laufe der Zeit ist eine gute und tiefe Freundschaft entstanden. Alle von uns hatten vor der Coffeeshock Company andere Projekte. Letztendlich fanden wir zusammen und die Coffeeshock Company wurde zum Hauptprojekt aller Mitglieder.

PARADOX: Was sind eure musikalischen Einflüsse?

Coffeeshock Company: In unseren Herzen sind wir dem Rock verschrieben. Für uns gibt es nichts Schöneres als einen einfachen „Bum-Tschak“Beat und dazu einen verzerrten A-Akkord. Im Laufe unserer musikalischen und persönlichen Entwicklung sind wir auf den Geschmack von Reggae, Rap und Ska gekommen. So hat sich unsere Musikrichtung entwickelt, die wir „Super Skunk Rock Reggae“ nennen. Wichtig ist uns, dass wir nicht in die klischeehafte Reggae-Schublade gesteckt werden.

PARADOX: Welche Themen liegen euch am Herzen?

Coffeeshock Company: Wir sprechen mit unseren Texten zwar das ein oder andere sozialkritische oder politische Thema an, sind aber keineswegs Moralapostel. Bei uns darf jedes Thema behandelt werden, da gibt es keine Einschränkungen.

PARADOX: Ihr habt im letzten Jahr eine Charity-Tour gemacht. Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?

Coffeeshock Company: Ausschlaggebend war die zu diesem Zeitpunkt spürbare Krise in Syrien. Da haben wir beschlossen auf CharityTour zu gehen. Den kompletten Reinerlös haben wir an burgenländische Institutionen gespendet, die sich helfend engagieren. Wir spielen immer wieder derartige CharityGigs und werden das in Zukunft weiterführen. Ob auch die nächste Unplugged-Tour eine Charity-Tour wird, ist noch nicht entschieden. Sicher ist aber, dass es diesen Winter wieder eine Unplugged-Tour geben wird.

PARADOX: Was mögt ihr daran, auf Tour zu sein?

Coffeeshock Company: Die langen Fahrten, den stinkenden Tour-Sprinter, das tägliche Junk-Food an den Tankstellen und natürlich ist der Höhepunkt jeder Show das Schleppen und Aufbauen des Equipments. Aber es gibt auch positive Dinge. Der Spaß steht immer im Vordergrund. Jeder von uns freut sich, wenn wir auf Tour gehen. Positive Energie erfüllt dann den Raum und es ist für uns eine angenehme Art, dem Alltag zu entfliehen und uns zumindest einmal zu fühlen, als wären wir Rockstars.

PARADOX: Warum habt ihr euch entschieden mehrsprachig zu singen?

Coffeeshock Company: Wir gehören alle verschiedenen Minderheiten an und sprechen verschiedene Muttersprachen. Auch, wenn wir großteils deutsche Texte schreiben, ist es uns wichtig, dass zumindest ein kleiner Teil unserer Muttersprache in den Texten enthalten ist. Untereinander sprechen wir großteils kroatisch, weil wir alle der kroatischen Minderheit im Burgenland angehören. Unser Gitarrist ist zusätzlich auch Molise-Kroate, die kroatische Minderheit in Italien, und spricht fließend Italienisch. Unser zweiter Gitarrist ist zur Hälfte Kärntner-Slowene. Sprache und Identität sind somit wichtige Themen.

PARADOX: Gibt es auch musikalische Einflüsse aus den Herkunftsländern eurer Muttersprache?

Coffeeshock Company: Die kroato-italo Folklore-Musik spürt man bei uns wohl am meisten. Wir experimentieren gerne mit traditionellen Rhythmen und Instrumenten. Unser Italo-Kroate ließ es sich beim ersten Album auch nicht nehmen, einen TamburelloSpieler aus Italien einfliegen zu lassen.

PARADOX: Die letzten Jahre waren ereignisreich. Was kann man 2016 von euch erwarten?

Coffeeshock Company: 2013 bis 2015 waren starke Jahre für uns. Wir haben zwei Alben produziert und Gigs gespielt. Wir haben sowohl sehr viel Zeit im Studio als auch auf Tour verbracht. Am 6. Mai haben wir in der Szene Wien gespielt. Das war ein großes Ereignis, da es vorerst die letzte Show mit unserem langjährigen Gitarristen und Freund Rafael Stern war. Er begibt sich nun für eine unbestimmte Zeit auf Weltreise. Aber keine Panik. Wir haben bereits für Ersatz gesorgt und werden in den Sommermonaten einige Festival- und Open Air Shows spielen. Dieses Jahr wollen wir uns wieder mehr Zeit für kreative Prozesse nehmen. Aber ganz ohne Gigs geht’s natürlich nicht, also wird es im Herbst wieder mehrere Konzerte geben. Da wir auch sehr positives Feedback auf unsere Unplugged-Tour bekommen haben, werden wir das, wie gesagt, im Winter wiederholen.

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