Vor dem großartigen Konzert am Samstag, dem 27. Februar 2016, in der Grellen Forelle hat sich Conner Molander von Half Moon Run noch etwas Zeit genommen, um mit music-news.at über das neue Album und die Tour zu sprechen.

Im Oktober letzten Jahres haben Half Moon Run drei Jahre nach ihrem Debütalbum ihr zweites Album „Sun Leads Me On“ veröffentlicht. Ihr erstes Album „Dark Eyes“ hat 2012 für viel Aufsehen gesorgt und der kanadischen Band massenhaft gute Kritiken einräumen können. Nach drei Jahren gefüllt mit Touren und unzähligen Konzerten haben die Jungs nun ihr zweites Album veröffentlicht und gleichzeitig die UK- und Europa-Tour bestätigt. Wien konnte sich am Samstag, dem 27. Februar, davon überzeugen, dass das zweite Album auch live wahrlich keine Wünsche offen lässt. Half Moon Run haben ereignisreiche Jahre hinter sich. Vor dem Konzert hat Conner etwas Zeit gefunden, um mit music-news.at über diese Jahre zu sprechen.

music-news.at:Wie läuft die Tour bis jetzt? Genießt ihr Europa?

Conner:Bis jetzt ganz gut, ja. Wir haben ein paar neue Städte hinzugefügt. Wir waren zum ersten Mal in Polen und in Skandinavien. Das war toll.

music-news.at:Hast du eine Lieblingsstadt in Europa?

Conner:Hm, ich weiß nicht. Ich mag Oslo ziemlich gerne und natürlich mag ich das Mittelmeer, weil es dort schön warm ist. Vor allem gefällt mir Italien.

music-news.at:Ja, Italien ist toll. Lass uns mal über Musik reden. Wie war das Feedback zum neuen Album?

Conner:Ich denke, ziemlich gut. Ich habe nicht allzu viele Kritiken gelesen, aber die Shows waren toll. Also vor allem vom Publikum kam richtig gutes Feedback.

music-news.at:Wie ist es, das neue Album live zu spielen?

Conner:Es wird besser und besser. Wir haben immer mehr Übung darin, es zu spielen, und ich denke, es funktioniert gut in Kombination mit dem alten Album. Es ist toll, dass wir jetzt mehr Songs zu spielen haben.

music-news.at:Hattet ihr Bedenken, dass das neue Album live beim Publikum nicht so gut ankommt wie das erste Album?

Conner:Nein, als wir es schrieben, hatten wir das Gefühl, dass es live gut funktionieren wird. Ich war also nicht besonders aufgeregt, ich war eher optimistisch. Man ist zwar immer ein bisschen nervös, weil man natürlich eine gute Show liefern will, aber ich bin voll und ganz überzeugt von dem neuen Album.

music-news.at:Gibt es Unterschiede zwischen der Live-Show vor und nach dem neuen Album?

Conner:Ja klar, es sind eine Menge neuer Songs. (lacht)
Es ist schwer, das selbst herauszufiltern. Die neuen Songs sind komplexer und es fordert viel Konzentration, um sie musikalisch richtig gut zu performen. Im ersten Album war es pure Energie während eines Auftritts, diese Energie müssen wir beim neuen Album in die Konzentration stecken, um unsere Parts gut zu spielen. Wenn wir darin mal noch mehr Übung haben, wird die gesamte Energie auf der Bühne noch mehr werden.

music-news.at:Euer Debütalbum „Dark Eyes“ war ein riesiger Erfolg. Hattet ihr dadurch Druck beim Schreiben des zweiten Albums?

Wir machen keine Musik, um uns bewerten zu lassen.

Conner:Ein bisschen zu Beginn. Wir haben aber ziemlich schnell beschlossen, dass das keinen Sinn hat. Wir machen keine Musik, um uns bewerten zu lassen. Wir wollten einfach probieren, die Musik zu genießen und das Beste zu geben. Dabei muss man den Druck einfach vergessen und die Meinungen der Leute außer Acht lassen. Egal ob sie sagen es ist gut oder es ist schlecht, man muss einfach das tun, was man machen will.

music-news.at:Ihr habt euch eine Auszeit von Kanada gegönnt und habt „Sun Leads Me On“ in Kalifornien geschrieben. Denkst du, dass Kalifornien Einflüsse auf euer Album hat?

Conner:Ja, ich denke auf jeden Fall, dass einige der Songs sehr „sunny“ klingen.

music-news.at:Ja bei manchen reicht es schon, die Titel zu betrachten.

Conner:Ja definitiv. Ich denke Kalifornien hatte keinen aktiven Einfluss, aber alleine unser Aufenthalt dort hat uns ein anderes Gefühl gegeben und ich denke, wenn man sich anders fühlt, wirkt sich das auch auf die Musik aus.

music-news.at:Habt ihr auch andere musikalische Einflüsse?

Conner:Ja, so viele. Musik machen und Musik hören ist das, was wir alle schon unser ganzes Leben lang machen. Deshalb gibt es eine unendliche Menge an Einlüssen von verschiedensten Genres und Künstlern.

music-news.at:Wenn du dich für einen entscheiden müsstest, welcher wäre das?

Conner:Einen könnte ich dir nicht sagen. Ich geb’ dir ein paar: Wir haben alle mit klassischer Musik begonnen. Das ist wieder eine komplett andere Welt, aber ich denke auch, dass dies eine der stärksten Einflüsse war, da wir damit aufgewachsen sind und sehr lange Zeit klassische Musik gespielt haben, wie Brahms und Beethoven. Von der Pop Seite sind es vor allem sechziger Bands, Bob Dillan und The Beatles, aber wir haben natürlich auch elektronische Einflüsse.

music-news.at:Wolltet ihr mit eurem neuen Album auf dem Sound des letzten Albums aufbauen, oder eher etwas Neues machen?

Conner:Wenn du einen Song schreibst, dann denkst du nur an diesen Song und was er bedeuten soll. Man nützt seine Vorstellungskraft um Gefühle miteinbauen zu können. Wie es sich zu dem anderen Album verhält, darüber denkt man eigentlich nicht allzu viel nach. Man gibt einfach sein Bestes, damit man das bestmögliche Ergebnis erzielen kann.

music-news.at:Könntest du trotzdem sagen, dass ihr musikalisch eine Linie verfolgt, oder gibt es viele Unterschiede zwischen den Alben?

Conner:Ich denke da ist eine Linie, die man in seinem Leben verfolgt. Das ist die Art und Weise, wie ich das sehe. Wenn ich an unser erstes Album denke, denke ich daran, wer ich damals war und was ich gemacht habe in dieser Zeit. Jetzt hat sich die Zeit geändert und mein Leben war anders, als wir das zweite Album aufgenommen haben. Während den Aufnahmen ist es, als würde man im Dunklen tappen, man weiß nicht, was passiert. Aber jetzt ist es fertig und hier ist es. Ich denke, es ist eine ununterbrochene Entdeckungsreise, aber im Großen und Ganzen ist es eine Linie, die man verfolgt. Man weiß nur nicht, wohin sie geht.

music-news.at:Hast du ein Lieblingslied auf eurem neuen Album?

Conner:Das wechselt eigentlich ständig.

music-news.at:Oder gibt es einen Song, den du am liebsten performst?

Conner:Ich mag „Narrow Margins“ sehr gerne. Ich spiele dabei den Bass und ich liebe es, den Bass zu spielen. Was ich auch sehr gerne mag ist „I Can’t Figure Out What’s Going On“ und „The Debt“ macht mir auch sehr viel Spaß, weil es darin eine große Explosion gibt.

Wir haben auf jeden Fall immer sehr viel Spaß auf der Bühne.

music-news.at:Was war der lustigste oder komischste Bühnenmoment für dich? Hast du etwas Lustiges zu erzählen?

Conner:Hm. Ich weiß nicht, ob mir jetzt eine lustige Geschichte einfällt. Es gibt so viele lustige Momente auf der Bühne. Wenn man beispielsweise mal etwas zu viel getrunken hat und dann alles etwas verrückt wird. Devon hat mal den Gitarrenständer auf mich geworfen. Ich kann jetzt keine Stand-Up Story erzählen, aber wir haben auf jeden Fall immer sehr viel Spaß auf der Bühne.

music-news.at:Das ist das Wichtigste. Wie ist die Rollenaufteilung in der Band? Habt ihr einen Entertainer, einen eher Strikteren oder ähnliches?

Conner:Das wäre mir noch nicht aufgefallen. Es kommt auch stark auf die Tagesverfassung drauf an. Devon ist der Leadsinger, so klarerweise ist er der Sammelpunkt der Aufmerksamkeit, aber auf der Bühne sind wir alle sehr aktiv. Es ist schwer für mich das zu sagen, weil ich jeden in der Band so gut kenne.

music-news.at:Was magst du am Tourleben und was gefällt dir weniger?

Conner:Ich liebe es, auf der Bühne zu stehen und mit dem Publikum zu kommunizieren. Aber viel mehr mag ich eigentlich nicht, um ehrlich zu sein. (lacht)

music-news.at:Wirklich? Ist es so schlimm für dich?

Conner:Es ist nicht so schlimm, es ist okay. Verschiedene Städte zu besuchen kann wirklich toll sein, aber die Wahrheit ist, man hat nicht wirklich viel Zeit dafür. Ich glaube, das ist hauptsächlich so, weil wir sehr viel auf Tour sind. Wirklich sehr viel in den letzten Jahren. Ich denke mir oft, dass ich auch gerne andere Sachen machen würde, wie beispielsweise an neuer Musik zu schreiben, gesund zu leben, einen geregelten Tagesablauf zu haben, die Menschen zu sehen, die ich liebe. Es gibt so viele Sachen, die ich gerne machen würde, aber die kann ich auf Tour nicht tun. Es fühlt sich ein bisschen an, als würde ich auf der Stelle treten.
Aber eine Show zu spielen ist natürlich unbeschreiblich. Manchmal hat man auch kurz Zeit, um einen schönen Tag zu genießen und wirklich tolle Städte zu sehen. Im Durchschnitt schaffen wir es zwei Mal die Woche, was schon etwas wenig ist.

music-news.at:Hattet ihr Zeit, Wien ein bisschen zu erkunden?

Conner:Wir sind gestern etwas herumgelaufen und waren was essen. Aber wir haben in den letzten Tagen sehr viele anstrengende Shows gespielt und da will man auch mal nichts tun an einem freien Tag, weil das Reisen auch sehr anstrengend sein kann. Und wir waren davor in Polen und haben viel zu viel Vodka getrunken, also das kam noch dazu. (lacht)

music-news.at:Klingt nach einem harten Abend. Kennst du auch österreichische Musiker?

Conner:Ja Mozart. (lacht)
Aber niemanden von den letzten zwei Jahrhunderten. Kannst du jemanden empfehlen?

music-news.at:Ja, momentan gibt es sehr viele gute österreichische Musiker. Ich denke die berühmtesten sind gerade Wanda und Bilderbuch. Vor allem Wanda machen meiner Meinung nach tollen Sound, der Wien gut repräsentiert.

Conner:Klingt gut, die muss ich mir mal anhören.

music-news.at:Ja, solltest du. Vielen Dank, dass du dir Zeit für das Interview genommen hast.

Conner:Sehr gerne. Mach’s gut.

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