In einem Proberaum im Alberner Hafen begann die Bandgeschichte von Cornerstone. Die vier Musiker sind in der Wiener Szene ein musikalischer Sonderfall, denn sie machen klassischen Pop-Rock, der sich den 80er Jahren verpflichtet fühlt.

Wie viele andere Wiener Bands haben sie in und um Wien gespielt, bis sie, im Unterschied zu vielen anderen heimischen Musikern, den Sprung über den Großen Teich geschafft haben und auch in den UK Charts zu finden waren. Sie touren regelmäßig in den USA und in Großbritannien und haben ihr Album in Kanada aufgenommen. Trotzdem fühlen sie sich der Heimat verbunden und kommen immer wieder nach Wien zurück. Motor des Unternehmens ist Michael Wachelhofer, Bassist und Bandleader von Cornerstone.

PARADOX: Ihr habt in den letzten Jahren viel erreicht, seid ihr zufrieden?

Michael Wachelhofer: Es ist bei Cornerstone ein langsamer, aber stetiger Anstieg. Wir haben bei der letzten Tour im Herbst 2016 in fünf Ländern gespielt. Holland zum Beispiel war eine neue Erfahrung. Eine Überraschung war der Gig in Ostfriesland. Dieses Konzert war von der Publikumsresonanz her sicher der beste Gig, den wir jemals gehabt haben. In England waren die Wochenendkonzerte auch gut besucht. Die Presse hat das Album gut aufgenommen, ebenso die britischen Radiosender.

PARADOX: Wie geht es dir, Alina, als „Neue“ im Bandgefüge nach nun mehr als einem Jahr bei Cornerstone?

Alina Peter: Wir haben uns inzwischen sehr gut kennengelernt. Nach diesen bald zwei Jahren im Studio und auf Tour kennen wir die emotionalsten Seiten unserer Persönlichkeiten ganz gut. Ich fühle mich sehr wohl und bin nun gar nicht mehr die „Neue“. Jetzt mit dem neuen Album habe ich auch etwas in der Hand, an dem ich selbst mitgearbeitet habe, und das Gefühl ist sehr schön.

PARADOX: Wie habt ihr den Sprung in die USA und ins Vereinte Königreich geschafft?

Wachelhofer: Als wir begonnen haben, meinten viele Leute wir gehören mit dem Sound nach Amerika und wir haben uns gedacht: „Na sicher, die werden auf uns warten…“ und eines Tages haben wir von einer amerikanischen Plattenfirma ein Angebot über unsere MySpace Seite erhalten. Dann hat es aufwendige Vertragsverhandlungen gegeben, man weiß ja, wie das mit Amerika ist.

PARADOX: Ach so, weiß man das?

Wachelhofer: Die Amerikaner sind schnell im Klagen und daher wollten wir, wie das Label auch, dass wir alles genau aushandeln. Wir hatten damals einen guten Anwalt, den Dr. Dr. Hofmann, der auch für Dolezal und Rossacher gearbeitet hat. Wir sind nun seit 2008 bei ATOM Records. Es ist ein kleines Label, man kennt jeden und eine Vertrauensbasis ist da. Auch als ich Scott bei ATOM gesagt habe, wir wollen ein neues Album aufnehmen, hat er gleich okay gesagt und wir konnten die Produktion gemeinsam planen.

PARADOX: Die meiste Verantwortung und der zeitliche Aufwand ruht auf deinen Schultern, Michael, oder?

Wachelhofer: In der Vergangenheit haben wir mit Managern zusammengearbeitet, aber da waren wir mit dem Output nicht so zufrieden, daher machen wir das hierzulande selber. In Großbritannien muss man das über die lokalen Booker machen. In der derzeitigen Situation brauchen wir in Österreich keine Unterstützung durch ein Management. Wir besprechen alles in der Band, aber für mich ist es oft schwierig, weil ich zwar der coole Bandkumpel sein will, aber ich muss dann auch unbeliebte Entscheidungen durchboxen.

PARADOX: Dein Bruder Steve ist Gitarrist und Mitsongwriter bei Cornerstone. Was sind die Vor- und Nachteile davon, mit dem Bruder in derselben Band zu spielen?

Wachelhofer: Es hat sicher den Vorteil, dass man sich mit dem Bruder oft blind versteht. Man kriegt sich mit dem Bruder aber auch leichter in die Haare als mit einem nicht verwandten Bandmitglied.

PARADOX: Ihr seid international schon weit gereist und wart dabei durchwegs erfolgreich, doch in Österreich seid ihr immer noch eine von vielen Bands. Wie geht es euch dabei?

Wachelhofer: Wir haben akzeptiert, dass in Österreich der Markt für Melodic Rock praktisch nicht existiert. Da wird man von vielen österreichischen Bands belächelt. In England gibt es eine große Szene, in die wir besser hineinpassen.

PARADOX: Wie kam es zu der Kooperation mit Gary Howard von den Flying Pickets?

Wachelhofer: 2006 haben wir in Kärnten auf einem Festival gespielt und da haben wir ihn kennengelernt. Wir sind ihm immer wieder über den Weg gelaufen. Wir waren letztes Jahr in Brunn am Gebirge gebucht, aber wir sollten noch einen anderen Künstler mitnehmen, da habe ich Gary Howard erwähnt. Der Veranstalter wollte wissen, wer das sei, und ich habe „Only You“ vorgespielt, da war er praktisch schon gebucht. Seitdem haben wir diese Kooperation beibehalten.

PARADOX: Welche Ziele steckt ihr euch mit dem neuen Album für das Jahr 2017?

Wachelhofer: Wir wollen die Nummer eins in Amerika werden, realistisch gesehen ist aber das Ziel die Produktionskosten herein zu spielen. Nächstes Jahr wird es sicher mit Konzerten weitergehen.

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