Vom YouTube-Liebling zum international anerkannten Rapper – ein Traum vieler Hobbymusiker. Der Salzburger DAME hat sich diesen erfüllt und tritt heute nicht nur vor tausenden Menschen in Österreich auf, sondern begeistert seine Fans auch in Deutschland.

Der 26-jährige Musiker begann seine Karriere mit der Rapcrew „Sentinels“, ehe er allein durchstartete. Mit dem Song „12 Millionen“ – ein Titel, der sich dem Computerspiel „World of Warcraft“ widmet – wurde der Rapper über die Landesgrenzen hinweg bekannt. Es folgten zahlreiche weitere Singles und vier Alben. Sein neuestes Werk „Straßenmusikant“ hat DAME im September diesen Jahres veröffentlicht. Eine Platte, die die Wurzeln des Sängers genauso preist wie seine lässige Lebenseinstellung. Wir haben im Interview mit DAME über die Entstehung des Albums, seine Zeit als Koch und über ganz persönliche Therapieansätze geredet.

PARADOX: Deine ersten Singles thematisierten Computerspiele, jetzt singst du darüber, wie du dein Leben genießt. Wie kommt dieser Wandel?

Ehrlich gesagt gab es keinen Wandel. Bereits auf meinem Debütalbum waren neben den zwei Spielesongs weitere 16 Songs, die sich mit Themen aus meiner Umgebung und meinem Leben beschäftigen. Wahrscheinlich ging das etwas an den Medien vorbei, da der Hype um die Gamingsongs natürlich im Vordergrund stand.

PARADOX: Glaubst du, du kannst mit deinen Songs die Gesellschaft beeinflussen? Oder genügt es dir, dich mitzuteilen, ohne konkrete Änderungen zu bewirken?

Ich glaube, dass ich die Menschen zumindest damit zum Denken anregen kann. Ich bin mir sicher, dass man mit oder durch Musik viel bewegen kann, aber die Entscheidung, etwas zu ändern, obliegt wie immer einem selbst.

PARADOX: Deine Texte laden bewusst zum Nachdenken ein. Wie läuft das Texten bei dir persönlich ab?

Das ist ganz unterschiedlich. Ich zwinge mich auf jeden Fall nicht zum Schreiben. Ich warte einfach, bis mich die Muse küsst und erst wenn ich alles durchdacht habe und weiß in welche Richtung es gehen soll, mache ich mich ans Werk und versuche, die passenden Worte zu finden.

PARADOX: Stammen alle Ideen von dir?

Im Prinzip schon. Oft ist es aber auch ein Satz, der in einem Gespräch fällt oder ein Moment, der dich berührt und somit den ausschlaggebenden Anreiz gibt.

PARADOX: Und der instrumentale Part, wer ist dafür zuständig?

Das ist bei jedem Song unterschiedlich. Wir produzieren viel selbst aber arbeiten auch mit Musikern und Beatproduzenten aus aller Welt zusammen. Beim neuen Album wurde zum Beispiel viel von 7inch, S.S.D.P und meinem Produzenten Harald Mörth produziert.

PARADOX: Nicht jeder Hip-Hopper würde der Idee zustimmen, dass Rap so tiefgehend sein muss. Was hältst du von „oberflächlichem“ Rap, zum Beispiel „Bikini“ von Tatwaffe oder „Candy Shop“ von 50 Cent?

Nicht jeder Rapsong muss tiefgründig sein. Ganz im Gegenteil! Ich sehe meinen Bademantelsong zum Beispiel auch eher als Unterhaltungsmusik. Wenn man gute Laune hat oder feiern möchte, dürfen solche Songs natürlich auch nicht fehlen.

PARADOX: In „Straßenmusikant“ erzählst du deinen Zuhörern von deinem steilen Werdegang. Würdest du sagen, dass dir auch heute noch die Zeit als Straßenmusiker hilft?

Ich habe oft daran zurückgedacht und es hat mir immer sehr dabei geholfen, nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren. Natürlich braucht es auch gute Freunde, aber ich bin mir sicher, dass ich dank meiner Vergangenheit für einen extremen Höhenflug etwas weniger anfälliger bin.

PARADOX: Im Song „Außenseiter“ grenzt du dich bewusst von vielen anderen Musikern ab. Willst du auch in Zukunft nicht unbedingt zur Szene gehören?

Ich könnte mich nicht erinnern, dass ich mich jemals von der Szene abgegrenzt habe. Ich arbeite liebend gern mit anderen Musikern zusammen, allerdings muss dies auch auf Gegenseitigkeit basieren.

PARADOX: Kannst du dir in Zukunft auch vorstellen, dich wieder auf Videospiele zu konzentrieren?

Ich bin mir sicher, dass es für meine Abonnenten hin und wieder etwas in diese Richtung geben wird, allerdings nur wenn ein gutes Spiel am Start ist und die Idee dazu passt.

PARADOX: Mal angenommen, du müsstest dir eine Alternative zur Musikkarriere suchen, was wäre das?

Ich bin gelernter Koch und habe diesen Beruf immer gerne ausgeübt. Von daher nutze ich die Zeit solange es geht und sonst geht es zurück zu den Kollegen in die Küche.

PARADOX: Der letzte Song des Albums „Leeres Blatt“ beschreibt eine Situation, in der du nichts mehr zu sagen hast. Müssen sich deine Fans Gedanken machen, dass dieser Fall irgendwann eintritt?

Das Schreiben hatte für mich immer etwas von Therapie und natürlich weiß ich nicht, ob die Ideen immer so raussprudeln wie bisher, aber bevor ich ein schlechtes oder erzwungenes Album rausbringe, höre ich lieber auf. Soviel sei gewiss.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.